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Transkulturelles Lernen

Literarisch-pädagogische Ansätze

Nadjib I. Sadikou

Die gegenwärtige verstärkte Migrationsdynamik sowie die damit einhergehende Diversifizierung der Weltgesellschaft statuieren eines: Unsere Lebenswelten sind so vielfältig wie nie zuvor geworden. In dieser Hinsicht werden Begriffe wie Integration, Inklusion oder Wertewandel besonders insistent gefordert. Aufgrund dessen hat der Diskurs über transkulturelles Lernen nicht nur eine wissenschaftliche Relevanz, sondern vordergründig auch eine gesellschaftspolitische. Das Buch analysiert die Inszenierung transkultureller bzw. transreligiöser Zusammenhänge in literarischen Texten und beleuchtet ihr pädagogisches Potential.
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Kapitel I: Reflexionen zu transkulturellem Lernen

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Kapitel I:  Reflexionen zu transkulturellem Lernen

„Heute versmischt sich alles, die Grenzen verschieben, die Kategorien verwirren sich. Die Unterschiede verlieren ihre scharfen Abgrenzungen; sie werden geringer, sind fast aufgehoben, sind verfügbar für die Bildung neuer Konfigurationen, beweglich, kombinierbar, manipulierbar.“3 (Balandier, Georges)

„Kultur in der Krise“, so lautet die Überschrift des zweiten Kapitels des Buches „Was ist Kultur?“ (orig. „The idea of culture“) von Terry Eagleton aus dem Jahr 2001.4 Darin macht er zunächst ein Tour d’horizon auf einige „Versionen der Kultur“ und stellt fest, dass es gefährlich ist zu behaupten, die Idee der Kultur sei heute in einer Krise „[…] denn wann war sie das nicht? Kultur und Krise gehen Hand in Hand wie Laurel und Hardy.“5 Eagleton beleuchtet die Krisenhaftigkeit bzw. Konflikthaftigkeit der Kultur selbst und fügt folgende Vergegenwärtigung hinzu:

Traditionellerweise war Kultur eine Möglichkeit, unsere kleinlichen Partikularismen in einem geräumigen, umfassenden Medium zu versenken. Als Form eines universalen Subjekts bezeichnete sie diejenigen Werte, die wir einfach vermöge unserer gemeinsamen Humanität teilten. Wenn Kultur als Kunst wichtig war, dann darum, weil sie diese Werte in einer bequem nach Hause zu tragenden Form destillierte. Lesend oder sehend oder hörend setzten wir zeitweise unser empirisches Selbst mit allen seinen sozialen, sexuellen und ethnischen Kontingenzen aus und wurden damit selbst allgemeines Subjekt.6

Demnach wäre Kultur als eine Transzendierung von Partikularismen und somit als ein umfassendes Medium zu erfassen, das jegliches Ab-...

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