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Die rhetorische Architektur erstinstanzlicher Strafentscheidungen

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Lewis Atholl Johnston

Das Buch betont die Bedeutung der Rhetorik für die Rechtsprechung und zeigt auf, dass sich die in juristischen Entscheidungen verwendete Argumentationsweise enthymematisch, also mittels rhetorischer Schlüsse, vollzieht. Früheren Studien zufolge sind in zahlreichen verfassungs- und verwaltungsgerichtlichen Entscheidungen neben dem den Verstand ansprechenden Logos das emotive Pathos und das sozialcharakterliche Ethos vorhanden. Der Autor unterzieht amtsgerichtliche Strafentscheidungen einer rhetorischen Analyse, um aufzudecken, dass auch Strafrichter alle Wirkmittel der Rhetorik kunstvoll einzusetzen verstehen. Er kategorisiert und visualisiert die Argumentation der Entscheidungen und untersucht das Verhältnis von Logos und Pathos, um zu ermitteln, ob sich zuvor beobachtete Zusammenhänge zwischen diesen beiden rhetorischen Aspekten auch für die Strafgerichtsbarkeit bestätigen lassen.
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E. Einzelanalysen

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E.  Einzelanalysen

„Alles Gescheite ist schon gedacht worden, man muss nur versuchen, es noch einmal zu denken.“

— JOHANN WOLFGANG VON GOETHE

Einer Analyse wurden im Rahmen dieser Arbeit ein Vergleichsurteil, drei Urteile und zwei Beschlüsse von deutschen Amtsgerichten unterzogen.203 Das Vergleichsurteil (Die Schwarzfahrt) und das Urteil 1 (Der Exhibitionist) stammen dabei von Richtern, die so freundlich waren, dem Verfasser Ablichtungen einiger ihrer Urteile zuzusenden. Die restlichen entstammen der offiziellen Online-Entscheidungssammlung Nordrhein-Westfalens204 bzw. der Juris-Datenbank205. Einziges Auswahlkriterium für die fünf nummerierten Entscheidungen neben der Instanz war dabei die relative Knappheit des Textes, die Auswahl erfolgte nach Feststellung dieser Kürze zufällig. Jede Entscheidung erhält auf Basis der sich im Anhang befindlichen Excel-Tabellen und Grafiken, die zum Teil in den Text integriert worden sind, einen Steckbrief mit ihren Grunddaten, eine Visualisierung der Grobstruktur und einen zugehörigen Stützungsbaum, der sich ebenfalls im Anhang befindet. Die in der Einzelanalyse verwendeten Abbildungen entstammen gleichfalls den Tabellen im Anhang. Vor der Analyselektüre empfiehlt es sich, die Entscheidungstexte durchzulesen, deren Inhalt der Analyse vorangestellt und ebenfalls im Anhang zu finden ist. Das erste, als Vergleichsurteil bezeichnete Urteil wurde unter dem Kriterium ausgewählt, dass es eine typische strafrechtliche Entscheidung ohne jegliche Besonderheiten darstellt und den Gang einer alltäglichen Strafverhandlung dokumentiert; es soll als „Eichtext“, also als Vergleichsreferenz für die anderen fünf Texte dienen. Aus diesem Grund soll die Feinanalyse auch den anderen fünf Entscheidungen vorbehalten bleiben, das Vergleichsurteil wird...

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