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Zum ewigen Frieden: Die Theorie des Völkerrechts bei Kant und Rawls

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Chun Yip Lowe

Chun-yip Lowe beschäftigt sich in seinem Buch mit dem Völkerrechtsbegriff bei Kant und Rawls. Er zeigt, dass ein im Sinne der kantischen Moralphilosophie und politischen Philosophie vernünftig Handelnder auch den Forderungen von Öffentlichkeit und Recht genügen kann. Der Autor widmet sich den grundsätzlichen Bedingungen des Völkerrechts, welche die Theorie des Gesellschaftsvertrags sowie der Öffentlichkeit betreffen. Außerdem befasst er sich mit der Anwendung dieser Bedingungen auf die kantische Trichotomie: das Staatsbürgerrecht, das Völkerrecht und das Weltbürgerrecht. Chun-yip Lowe zeigt anhand dieser Trichotomie, dass die kantische Moral- und politische Philosophie eine mögliche Grundlage für die Lösung internationaler Probleme bildet.
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Kapitel 4 Staatsbürgerrecht: Demokratischer Frieden, Aufklärung und die Internalisierung demokratischer Werte

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Kapitel 4 Das Staatsbürgerrecht: Demokratischer Frieden, Aufklärung, und die Internalisierung demokratischer Werte

4.1 Einleitung

Das vorausgegangene Kapitel behandelt das Thema der internationalen Kooperation. Internationale Kooperation sollte im Rahmen eines Völkerbundes stattfinden, der öffentliche Angelegenheiten verhandelt und zugleich versucht, eine internationale Ordnung zu etablieren. Hierbei spielt die politische Ordnung der Mitgliedstaaten eine zentrale Rolle. Steht diese Ordnung in direktem Zusammenhang mit den außenpolitischen Beziehungen der Mitgliedstaaten, kann dies beispielsweise zu Aggressionskriegen führen und die Etablierung eines Völkerbunds effektiv unmöglich machen. Sowohl Kant als auch Rawls fordern daher die Demokratisierung aller Staaten oder Völker. Beide Philosophen vertreten die Hypothese, dass die Demokratisierung von Gesellschaften auch zugleich der Ausschluss kriegerischer Handlungen bedeute, begründen diese These jedoch mit unterschiedlichen Argumenten. Diese Hypothese kann auf die Formel des demokratischen Friedens reduziert werden.

Für Kant liegt der wesentliche Zusammenhang zwischen Demokratie und Frieden in der im demokratischen System angelegten Gewaltenteilung. Dem rawlsschen Konzept des demokratischen Friedens liegt hingegen die Vorstellung einer demokratischen Stabilität zugrunde. Diese demokratische Stabilität besagt, dass es zwischen wohlgeordneten Gesellschaften zur Entwicklung eines wechselseitigen Vertrauens und wechselseitiger Zuversicht kommt. Rawls zufolge besteht die Gemeinsamkeit dieser Gesellschaften in der Gerechtigkeitskonzeption.

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