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Religion im Zeitalter der Globalisierung

Mit besonderem Fokus auf Kollektivität und Bildung im Islam

Edited By Mizrap Polat

Dieser Band thematisiert die Religionen, und insbesondere den Islam, im Kontext des Globalisierungsprozesses bezüglich der religiösen Kollektivität, Handlung und Bildung. Die Weltreligionen waren schon global, bevor die Globalisierung im heutigen Sinne anfing. Mit dem Beginn der Menschheitsgeschichte fanden sie sich auf dem Weg, wanderten über die geographischen und geistigen Grenzen. Ihre Verbreitung schulden sie sogar dieser Wanderung. In der heutigen Zeit der Globalisierung gewinnen die Religionen auch eine strategische Bedeutung, weil sie geistige Grenzen mitmarkieren, globale Identitäten mitdefinieren und Massen mobilisieren können.
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Corpus Christianum, Umma, weltliche Obrigkeit und bürgerlicher Staat. Ein Essay über kulturelle und religiöse Pluralität in Christentum, Islam und Moderne

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Eine der inzwischen lebenswichtigen Fragen, die sich unsere Gesellschaft und Politik nicht nur zu stellen, sondern auch zu beantworten hat, ist die Frage, ob wir eine Gesellschaft wollen, die aus vielen Kulturen lebt, und ob wir einen Staat wollen, der das friedliche Miteinander unterschiedlicher Kulturen unter Einschluss unterschiedlicher Religionen will und gewährleistet. Diese Frage ist keineswegs neu; sie stellte sich in der Geschichte immer wieder und überall. Die Menschen haben mit dieser Frage also bereits Erfahrungen gemacht. Wir stehen nicht vor einem absoluten Novum.

Daher soll dieser Frage zunächst vergleichend religions- und kulturgeschichtlich nachgegangen und dabei insbesondere das traditionelle Christentum, der traditionellen Islam und die neuzeitlichen Ideen und Erfahrungen befragt werden, um in diesem historischen Rahmen dann die moderne Fragestellung zu behandeln.

Die Verschiedenheit von Grundstrukturen des menschlichen Zusammenlebens hat sich nie verleugnen lassen. Ob man sie aber gebilligt oder gar gewollt oder nur hingenommen und toleriert hat, stand stets auf einem anderen Blatt.

Die Geschichte der menschlichen Gesellschaften hat zwar immer wieder ein Arrangement der verschiedenen Kulturen erzwungen; ← 31 | 32 → nur im äußersten Falle kam es zur Vernichtung einer spezifischen Kultur. Die Sieger vermochten in der Regel im interkulturellen Krieg wie man sagt die Hirne und Herzen der Besiegten nicht so gewinnen oder umprogrammieren, wie sie es sich erträumten, vielmehr wurden sie sehr oft selbst von der unterworfenen Kultur der Besiegten besiegt.

Die Widerständigkeit der verinnerlichten Lebensformen, Lebensideen und Lebenspraxis, d. h. der Kultur,...

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