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Der neue Glücksspielstaatsvertrag

Beiträge zum Symposium 2012 der Forschungsstelle Glücksspiel

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Tilman Becker

Das Symposium Glücksspiel konzentrierte sich auf den am 1. Juli 2012 in Kraft getretenen Glücksspieländerungsstaatsvertrag. Dieser Vertrag berücksichtigt erstmalig auch Geldspielgeräte. Damit haben sich für die Automatenbranche zahlreiche Änderungen ergeben, die während des Symposiums aufgenommen und ausführlich diskutiert wurden. Weitere Kernthemen der Veranstaltung betrafen die Werberichtlinien, die Einführung einer Spielerkarte sowie die mögliche Einrichtung einer Glücksspielkommission.
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„Ich spiele gerne“: Stefan Kruse

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Ich spiele. An Geldspielautomaten. Und ich spiele gerne !

Es ist mir lange Zeit sehr schwer gefallen, dies im Bekannten- und Kollegenkreis zu sagen. An der Arbeit erzählt man sich Montags beim Frühstück, was man am Wochenende Schönes erlebt hat. Der eine ist gewandert, der zweite hat gekocht, der dritte war im Kino. Wenn ich dann sage, ich habe mit Freunden zwei spannende Stunden in einer Spielhalle verbracht, wird es schlagartig still, und einer fragt „Bist Du denn spielsüchtig?“. Ich habe genau diese Szene mehrfach erlebt. Die völlig einseitige Berichterstattung in Presse, Funk und Fernsehen über das Automatenspiel zeigt Wirkung, beeinflusst die Meinung der Menschen, die noch nie eine Spielstätte von innen gesehen haben.

Warum werde ich als süchtig bezeichnet? Wie jemand der sich Heroin spritzt? Ich fühle mich diskriminiert, in eine dunkle Ecke der Gesellschaft gedrängt. Der gegen seinen Willen zwanghaft spielt, sich ruiniert und seine Familie in den Untergang reißt. Dem geholfen werden muss, ob er will oder nicht.

Ich zeige – glaube ich – nicht die typischen Suchtsymptome und – das weiß ich sicher – habe in 30 Jahren weder mich noch meine Familie ruiniert. Ich brauche heute Abend auch nicht um die Universität zu schleichen und eine Spielstätte zu suchen, weil mich der Spieldrang überkommt. Und wenn ich das nächste Mal eine besuche, kann ich sie mit 100 € im Portemonnaie betreten und mit 90 € wieder verlassen.

Da stimmt was...

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