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Globalisierung, interkulturelle Kommunikation und Sprache

Akten des 44. Linguistischen Kolloquiums 2009 in Sofia

Series:

Maria Grozeva-Minkova and Boris Naimushin

Dieser Band umfasst 56 Beiträge in deutscher, englischer und französischer Sprache, die auf dem 44. Linguistischen Kolloquium im September 2009 an der Neuen Bulgarischen Universität in Sofia gehalten wurden. Vortragende aus Europa, Asien und Australien behandelten unter dem Thema Globalisierung, interkulturelle Kommunikation und Sprache die vielschichtigen Einflüsse der Globalisierung und der neuen Medien auf die Sprache aus unterschiedlichen Perspektiven. Fragestellungen der gegenseitigen Beziehungen zwischen Sprache und Politik, Sprache und Kultur, Sprache und Gesellschaft werden in Bezug auf die interkulturelle Kommunikation und die Entwicklungstendenzen der Sprache analysiert.
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Die Globalisierung und die Sprache der Wissenschaft

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Jeder Versuch, über gesellschaftliche und geistige Phänomene, die wir als zeitgenössisch bezeichnen (wir sprechen etwa über „Gegenwartsliteratur“, „Gegenwartsphilosophie“, „Zeitgeschichte“), einigermaßen genau zu sprechen, kommt mit der Schwierigkeit in Berührung, dass es sich nicht eindeutig sagen lässt, was eigentlich unter Gegenwart zu verstehen ist. Alle Definitionen der Gegenwart sind notwendigerweise Bestimmungen aus der Gegenwart selbst heraus. Da sie immer im Zuge von Auseinandersetzungen über aktuelle Gegenwartsfragen formuliert werden, sind sie immer umstritten. Die Gegenwart hat viele Definitionen. Unsere ← 31 | 32 → Gegenwart definieren wir z. B. als „postindustrielles Zeitalter“, als „postmoderne Epoche“, als „reflexive Moderne“ usw. Irgendwo in dieser Reihe steht auch die Bestimmung „Zeitalter der Globalisierung“. Sie ist auch umstritten. Die Kritik hat, soviel ich sehe, zwei Stoßrichtungen.

Einerseits wird die Tauglichkeit des Globalisierungsbegriffs in Frage gestellt, als Bestimmung eines ganzen komplexen Zeitalters zu fungieren. Es wird darüber gestritten, ob Prozesse wie die Liberalisierung der Wirtschaft und die Beschleunigung des Güter-, Geld- und Menschenverkehrs, die Intensivierung des Informationsaustausches, der Wandel im Charakter der Arbeitsbeziehungen, die Individualisierung der Lebensstile, die zunehmende Einschränkung der Souveränität des Nationalstaates, die Lockerung der lokalen und nationalen Identitäten usw., in notwendigem Zusammenhang miteinander stehen, ob sie ausschließlich für die Gegenwart bezeichnend sind und ob sie wesentliche Charakteristika der Gegenwart sind.

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