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Identitätskonstruktionen russlanddeutscher Mennoniten im Spiegel ihrer Literatur

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Lilli Gebhard

Russlanddeutsche Mennoniten gehen in der öffentlichen Wahrnehmung in der Gruppe der Russlanddeutschen und Aussiedler auf. In ihren Selbstbeschreibungen grenzen sie sich jedoch stark von anderen ab. Ihre Besonderheiten zeigen sich in der Menge dessen, was innerhalb der Gruppe gesagt und gedacht werden kann, und finden ihren Niederschlag in ihrer Literatur. Für die Analyse dieser Identitätskonstruktionen wird der diskursanalytische Zugang mit einer Dichten Beschreibung (Clifford Geertz) verknüpft. Mit der Dichten Beschreibung der Literatur wird ein Instrument gewonnen, mit dem der Referenzrahmen bestimmt werden kann, der sich hinter der verwendeten Kollektivsymbolik verbirgt. Damit wird ein bisher unbekannter Textkorpus mit einer innovativen Methodik erstmals untersucht.
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6. Kritische Betrachtung der Ergebnisse

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6. Kritische Betrachtung der Ergebnisse

Im Rahmen dieser Arbeit wurde ein methodisches Vorgehen gesucht, das es möglich macht, Identitätskonstruktionen mittels literarischer Texte zu analysieren. Anhand der Literatur russlanddeutscher Mennoniten wurde das Vorgehen erprobt, da es sich um einen relativ überschaubaren Textkorpus handelt und da die Ergebnisse inhaltlich für die Gruppe selbst relevant sind, da im Zuge des Migrationsprozesses vermehrt Fragen zur Identität gestellt werden.1464 Nach der nun durchgeführten Dichten Beschreibung und der Analyse der Kollektivsymbolik soll im Folgenden die gewählte Methodik hinsichtlich der Möglichkeiten und Grenzen hinterfragt werden.

Es stellt sich nach wie vor die Frage, inwiefern die hier erarbeiteten Ergebnisse tatsächlich spezifisch russlanddeutsche Mennoniten betreffen. Sowohl die Ergebnisse der Dichten Beschreibung wie auch der Kollektivsymbolik enthalten Aspekte, die teilweise auch anderen Gemeinschaften zugeschrieben werden können. Um die Besonderheit der hier erarbeiteten Ergebnisse herauszustellen, werden sie im Folgenden mit Ergebnissen von Untersuchungen zur Identität Russlanddeutscher abgeglichen.

Eine wesentliche Arbeit zur Identität von Sowjetdeutschen hat Ljubow Kirjuchina vorgelegt. Sie hat mittels hermeneutischer Vorgehensweise sowjetdeutsche Lyrik von 1941 bis 1989 untersucht. Sie beschreibt die Russlanddeutschen als „eine besondere Volksgruppe“1465 und stützt sich dabei auf Buchholz,1466 der „eine ← 341 | 342 → spezifische Identität“1467 der Russlanddeutschen als „wichtigste Erkenntnis“1468 bisheriger Studien über die Deutschen in der Sowjetunion bezeichnet. Es haben „ungewöhnliche historische, territoriale und politische Bedingungen […] zur Herausbildung einer spezifischen Mentalität geführt, die zugleich auch als der Kerngehalt der...

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