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Determinanten einer Ausübung der Fair-value-Option für finanzielle Verbindlichkeiten bei Banken

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Anne Kretzschmar

Die International Financial Reporting Standards (IFRS) gewähren Wahlrechte, um dem Bilanzierer die Möglichkeit zu geben, ihre Adressaten bestmöglich mit entscheidungsnützlichen Informationen zu versorgen. Wahlrechte können vom Management jedoch auch für eigene Ziele genutzt werden. Die Fair-value-Option erlaubt dem Bilanzierer, im Zugangszeitpunkt einer Verbindlichkeit zwischen einer Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten und einer Bewertung zum beizulegenden Zeitwert zu wählen. Die Autorin untersucht die Ausübung dieses Wahlrechts im Querschnitt und über den Zeitverlauf. Vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise wird erstmals die Ausübung in Abhängigkeit von der Höhe der eigenen Bonität analysiert, um einschätzen zu können, ob eine Steuerung des Periodenerfolgs in Phasen sinkender eigener Bonität erfolgt.
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2. Fair-value-Option für finanzielle Verbindlichkeiten

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2.  Fair-value-Option für finanzielle Verbindlichkeiten29

Finanzielle Verbindlichkeiten zählen zu den passivierungspflichtigen Schulden nach IFRS.30 Eine Passivierungspflicht besteht, wenn sowohl die abstrakte als auch die konkrete Bilanzierungspflicht gegeben sind.31 Eine Schuld gemäß IFRS liegt vor, wenn sie die Definition und die Erfassungskriterien des Rahmenkonzepts erfüllt. Die Definition verlangt eine gegenwärtige Verpflichtung des Unternehmens aufgrund vergangener Ereignisse, deren Erfüllung erwartungsgemäß mit einem wirtschaftlichen Nutzenabfluss verbunden ist (IFRS R.4.4(b)).32 Die Erfassungskriterien erfordern, dass der künftige wirtschaftliche Nutzenabfluss wahrscheinlich ist und dass die Schuld verlässlich bewertet werden kann (IFRS R.4.46).

Für die konkrete Bilanzierungspflicht finanzieller Verbindlichkeiten sind IAS 32, IAS 39 und IFRS 7 einschlägig.33 IAS 32 umfasst die Grundsätze für die Darstellung von Finanzinstrumenten als Verbindlichkeiten oder Eigenkapital (IAS 32.2). IAS 39 enthält die Ansatz- und Bewertungsvorschriften und IFRS 7 die Offenlegungspflichten. IAS 32.11 definiert finanzielle Verbindlichkeiten als

Die Zugangsbewertung von finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert (IAS 39.43). Die Folgebewertung erfolgt grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode (IAS 39.47). Ausgenommen von dieser Regelung sind die folgenden zwei Fälle, denen zufolge auch die Folgebewertung einer finanziellen Verbindlichkeit zum beizulegenden Zeitwert zu erfolgen hat: 1) Es handelt sich um eine finanzielle Verbindlichkeit, die für Handelszwecke erworben wurde, oder 2) die finanzielle Verbindlichkeit wurde beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten designiert (IAS 39.9 und .47). Im zweiten Fall handelt es sich um die Fair-value-Option, die Gegenstand...

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