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Migration und kulturelle Diversität

Tagungsbeiträge des XII. Internationalen Türkischen Germanistik Kongresses- Bd. I: Literatur- und Übersetzungswissenschaft

Edited By Metin Toprak and Ali Osman Öztürk

Der erste Band enthält die literatur- und übersetzungswissenschaftlichen Beiträge des XII. Türkischen Internationalen Germanistik Kongresses, der im Mai 2014 in Kocaeli/Türkei unter dem Thema Migration und kulturelle Diversität stattfand. Der Band ist in zwei Hauptkapitel unterteilt und enthält insgesamt 33 Beiträge, die mehrheitlich der Sektion Literaturwissenschaft zugeordnet sind und in aller Breite an den Titel des Kongresses anknüpfen. Es handelt sich dabei auch um Überlegungen und Analysen aus dem Bereich der Übersetzungswissenschaft, deren Themen aber im Fokus der Migration und kulturellen Diversität behandelt werden.
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Der Gerichtsorganismus als Schwebezustand: Zu Kafkas Roman Der Proceß

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Immer, wenn Josef K. glaubt, eine Antwort auf die Frage nach der Ursache seines Prozesses gefunden zu haben, wird diese durch eine andere Möglichkeit aufgehoben und nivelliert. So bleibt die Einsicht in den Schwebezustand des Prozesses, wobei sowohl auf den juristischen Prozess als auch auf das Prozessuale der Verhandlung, die sich in einem ewigen Werden befindet, angespielt wird. Somit bleibt eigentlich nur der Ausweg des Nicht-Tuns, oder aber eines Tuns, das keine Aufmerksamkeit erregt, da diese schon den Ausgang des Prozesses beeinflussen kann:

Nur keine Aufmerksamkeit erregen! Sich ruhig verhalten, selbst wenn es einem noch so sehr gegen den Sinn geht! Einzusehen versuchen, daß dieser große Gerichtsorganismus gewissermaßen ewig in der Schwebe bleibt und daß man zwar, wenn man auf seinem Platz selbständig etwas ändert, den Boden unter den Füßen sich wegnimmt und selbst abstürzen kann, während der große Organismus sich selbst für die kleine Störung leicht an einer anderen Stelle – alles ist doch in Verbindung – Ersatz schafft und unverändert bleibt, wenn er nicht etwa, was sogar wahrscheinlich ist, noch geschlossener, noch aufmerksamer, noch strenger, noch böser wird. (160) (P 131; vgl. KUDSZUS 1973: 340)

Dieses Nicht-ins-Gewicht-Fallen des Prozesses scheint sowohl eine Gleichgültigkeit beim Angeklagten, als auch ein Bewusstsein seiner Schwere zu verursachen. Es scheint noch nichts und dennoch schon alles passiert zu sein, so dass jede Kleinigkeit ausschlaggebend sein kann. Nichts scheint eine erkennbare Ursache zu haben, so dass das...

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