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Das islamische Wirtschaftsrecht

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Edited By Abdurrahim Kozali, Ibrahim Salama and Souheil Thabti

Islamische Banken und Versicherungen sind weltweit auf dem Vormarsch und verzeichnen zweistellige Wachstumsraten. Auch hierzulande erfreut sich das sog. Islamic Finance & Banking großer Nachfrage. Im Frühjahr 2015 wurde in Deutschland der ersten islamischen Bank die Lizenz erteilt. Produkte und Dienstleistungen dieser Banken basieren auf dem islamischen Wirtschaftsrecht (fiqh al-mu'amalat al-maliyya), welches die Autoren in diesem Band näher beleuchten. Neben der Frage nach der Umsetzbarkeit der Produkte und Dienstleistungen, die maßgeblich von der Konformität mit der hiesigen Rechtsordnung – insbesondere im Hinblick auf aufsichts-, zivil- und steuerrechtlichen Anforderungen – abhängt, behandeln sie grundsätzliche Fragen nach der Vereinbarkeit jener Institute mit dem herrschenden Wirtschaftssystem.
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Betrachtungen zum islamischen Bankdienstleistungswesen in Deutschland

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Johannes Engels

Vom „Denglisch“ der heutigen Zeit offenbar sehr angetan, haben Werbeberater die Stadt Frankfurt am Main schon vor Jahren zur „City of Euro“ getauft. Mal abgesehen davon, dass damit der deutschen Sprache wieder einmal Gewalt angetan wird, ist aber zugleich völlig richtig, dass sich diese so pulsierende Stadt am Unterlauf des Mains nach dem zweiten Weltkrieg zur wirtschaftlichen Hauptstadt Deutschlands entwickelt hat. Zudem beherbergt sie seit den 1990er Jahren den zentralen Sitz der Europäischen Zentralbank. Schlendert man also in heutiger Zeit so durch die Innenstadt von Frankfurt am Main, so sieht man dementsprechend auch viele Bankhäuser, die teilweise schon seit Jahrhunderten hier ihren Sitz haben. Dazu gehören mittlerweile auch eine Vielzahl von Banken, deren Hauptsitze sich im Ausland befinden, und zwar auch einige aus dem muslimischen Kulturkreis.

Verweilt man nun gedanklich bei diesem Aspekt, so stellt sich die Frage, ob dort denn auch ganz anders geartete Bankdienstleistungen wahrgenommen werden können. Relativ weit verbreitet ist ja in der deutschen Öffentlichkeit das Wissen darum, dass in der islamischen Welt ein Zinsverbot besteht. Gilt dann derlei auch an den Bankschaltern von Geschäftsstellen, deren Mutterhäuser sich in der Türkei oder gar im Iran befinden? Und, wenn dieses so ist: Wovon „leben“ diese Bankhäuser denn rein geschäftlich anstelle dessen? Wie kann das wirtschaftlich gesehen – im muslimischen Kulturkreis als auch in unseren Breiten – eigentlich funktionieren?

Richtig ist, dass strenggläubigen Muslimen viele Formen der Geldanlage verwehrt bleiben,...

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