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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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Wenn Kinder eine Grenze zwischen zwei Welten überqueren – Engelbert Humperdincks Hänsel und Gretel als ‚Fantasy-Oper‘: Seigo Inoue

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Seigo Inoue

Wenn Kinder eine Grenze zwischen zwei Welten überqueren – Engelbert Humperdincks Hänsel und Gretel als ‚Fantasy-Oper‘

Hänsel und Gretel (Märchenoper in drei Bildern nach der Dichtung von Adelheid Wette, 1893) von Engelbert Humperdinck (1854–1921) ist eine der populärsten deutschen Opern. Besonders in der Weihnachtzeit steht diese Oper in vielen Städten in ganz Deutschland auf dem Spielplan. So wurde sie in der Spielzeit 2005/06 321-mal und 2006/07 249-mal aufgeführt. In beiden Saisons war sie damit die in Deutschland am zweithäufigsten gespielte Oper.1 2007/08 belegte sie mit 252 Aufführungen immerhin noch den dritten Platz.2

In der Geschichte dieser Gattung gilt Humperdincks Hänsel und Gretel als der wichtigste Vertreter der sogenannten ‚Märchenoper‘.3 Viele Kritiker und Musikwissenschaftler aber haben ihr gegenüber Vorurteile und sehen in ihr ein altmodisches Stück ‚nur für Kinder‘, das zu einfach ist, um ernsthaft diskutiert zu werden. Zusammenfassend konstatiert Fischer:

Die Märchenoper, gewissermaßen die aufs häusliche Kinderzimmer reduzierte Mythen- und Sagenoper, blieb in der Operngeschichte Episode […]. Die Sonderstellung von Hänsel und Gretel als Initiationsritus für eine kindliche Operngeneration blieb jedoch unangetastet, auch wenn die Wirkung heutzutage sehr abgeschwächt erscheint. Unsere lieben Kleinen, die mit Stephen King und Freddy Kruger aufwachsen, vermögen dem Walküren-Ton der Hexe nur noch wenige wohlige Schauer abzugewinnen.4

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