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Kinder- und Jugendliteraturforschung international

Ansichten und Aussichten- Festschrift für Hans-Heino Ewers

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Gabriele von Glasenapp, Ute Dettmar and Bernd Dolle-Weinkauff

32 Autorinnen und Autoren reflektieren die internationale Verankerung, die theoretisch-methodische Ausdifferenzierung und das Forschungsinteresse an Geschichte und Gegenwart der Kinder- und Jugendliteratur. Sie beschäftigen sich in vier Schwerpunkten mit der Theorie, der Übersetzungs- und Rezeptionsgeschichte, mit kinder- und jugendliterarischen Medien sowie in zahlreichen Einzelstudien mit Gattungen, Formen und Themen historischer wie aktueller Kinder- und Jugendliteratur und -medien. Der Band ist Hans-Heino Ewers gewidmet, der in seiner über 25-jährigen Lehr- und Forschungstätigkeit maßgeblich zur theoretisch-systematischen Fundierung dieser vergleichsweise jungen Fachdisziplin beigetragen und wesentliche Impulse für die weitere Forschung gegeben hat.
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Flaschenpost für Gazaman: Von der Bedeutung der Mediatisierung als Thema und Kontext aktueller Jugendliteratur: Gudrun Marci-Boehncke

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Hans-Heino Ewers’ Verdienst ist es unter anderem, dass er die literaturtheoretische Diskussion zur Kinder- und Jugendliteratur – auch im kollegialen Austausch mit Zohar Shavit (1980; 1986; 1994) – neu belebt hat. Sein als Mitherausgeber begleiteter Band zu Kinderliteratur im interkulturellen Prozess (Ewers/Lehnert/O’Sullivan 1994) und seine zur Standardliteratur gehörende Einführung Literatur für Kinder und Jugendliche (Ewers 2000) legen davon Zeugnis ab. Seine Position ist dabei, dass Kinder- und Jugendliteratur ein komplexes Kommunikationssystem darstelle, bei dem weder von „Gattung“ noch von „Parallelliteratur“ gesprochen werden könne. Vielmehr müsste der Begriff des „Polysystems“ (vgl. Even-Zohar, nach Ewers 1994, 18) fruchtbar gemacht werden. Kinder- und Jugendliteratur sei vor allem deshalb komplex, weil sie mehrere Lesergruppen intendiere und damit auch unterschiedliche Textangebote mache. Die Zuschreibung zu den binnendifferenzierten Subsystemen dieses Polysystems erfolge dabei „ausschließlich auf der Ebene kulturellen Handelns“ (ebd., 18).

Ich möchte im Folgenden diese Ebene kulturellen Handelns am Beispiel des 2005 erschienenen Romans Leihst Du mir Deinen Blick? (Une bouteille dans la mer de Gaza) der Französin Valerie Zenatti über eine israelisch-palästinensische Freundschaft aufnehmen und zeigen, dass das kulturelle Handeln als textimmanentes Handeln Auswirkungen haben kann auf die Zuschreibung des Textes im jugendliterarischen Handlungssystem außerhalb der Diegese. Damit gilt Ewers’ Modell der Mehrfachadressiertheit kinder- und jugendliterarischer Texte nicht nur für rein fiktionale Texte, sondern auch für solche Texte, die reale historische Ereignisse aufgreifen und in die Erzählung einbetten, sowohl mit informativer Absicht als auch mit der Absicht, so die Empathie der...

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