Show Less
Restricted access

Das II. Vatikanische Konzil und die Wissenschaft der Theologie

Series:

Ansgar Kreutzer and Günther Wassilowsky

Mit der Erinnerung an das II. Vatikanische Konzil ist eine Besinnung auf das funktionierende Zusammenspiel von kirchlichem Lehramt, wissenschaftlicher Theologie und gesellschaftlicher Öffentlichkeit verbunden. Diesen Zusammenhängen von Konzil und Theologie im Kontext ihrer gesellschaftlichen Herausforderungen ist dieser Sammelband gewidmet, der auf eine im Sommersemester 2012 an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz (KTU) gehaltene Ringvorlesung zurückgeht. Während zahlreiche inhaltliche Auseinandersetzungen mit dem Konzil eher auf seine Dokumente oder Grundthemen abheben, bildet hier das Interaktionsverhältnis von Konzils- und theologischem Reflexionsgeschehen das übergreifende Formalobjekt: Wie haben sich Theologie und Konzil wechselseitig beeinflusst? Welche Kontinuitäten und Brüche bedeutete das Konzil für die einzelnen theologischen Teilfächer? Und was ist der spezifische Beitrag der theologischen Reflexion zum kulturellen Gedächtnis des Konzils in der Kirche – auch im Sinne seiner Aktualisierung?
Show Summary Details
Restricted access

Kirchenrecht – Instrument oder Hindernis nachkonziliarer Pastoral?

Extract

Kirchliches Selbstverständnis im Spiegel kanonistischer Reflexion

Severin J. Lederhilger

1.  Ein pastorales Konzil mit kirchenrechtlicher Krone?

1.1  Ein notwendiger Schritt: Die Initiative zur Rechtsreform

Als Papst Johannes XXIII. 1959 die Einberufung des II. Vatikanischen Konzils ankündigte, verband er dies – einen unter Pius XII. zurückgestellten Plan der Kurie aufgreifend1 – zugleich mit dem Wunsch nach einer Reform des gesamten kirchlichen Rechts entsprechend den Ergebnissen dieses Konzils. Nach seiner Vorstellung sollten die Arbeitsresultate begleitend aufgegriffen werden, um das Konzil schließlich mit der praktisch-disziplinären Umsetzung zu „krönen“.2 Blickt man im Abstand der folgenden Jahre auf die Rezeptionsgeschichte des kanonistischen Ertrages der nachkonziliaren Redaktionstätigkeit, besonders des Codex Iuris Canonici 1983 und des Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium 1990, begegnet man dabei allerdings – in unterschiedlicher Intensität – einer ungemein verbreiteten Ausprägung von negativen Vorurteilen gegenüber der normativen Dimension von Kirche.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.