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Ethik und Therapieangebote auf Palliativstationen

Eine Interviewstudie mit betroffenen Patienten

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Janina Grimsel

In Deutschland wird die palliativmedizinische Versorgung weiter ausgebaut. Zur Evaluation dieser Angebote ist die Perspektive von Betroffenen unverzichtbar. Die Studie widmet sich dem fachlichen und ethischen Konzept von Palliativstationen und analysiert deren Bewertung aus Patientensicht. Patienten wurden zu ihren Erwartungen und Erfahrungen befragt und die Antworten mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet. Das Konzept der Palliativstation wird größtenteils positiv bewertet. Behandlungsziel ist in der Regel die Entlassung nach Hause, wofür eine gute Symptomkontrolle Voraussetzung ist. Ebenso waren den Patienten die persönliche Betreuung durch Ärzte und Pflegekräfte, die psychologische und seelsorgerliche Begleitung sowie spezifische Therapieangebote wichtig.
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3 Methoden

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3  Methoden

Für die Erfassung des individuellen Erlebens der Patienten wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt. Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung und Grundlagen der qualitativen Forschungsmethode (3.1.), ihre Grundprinzipien (3.1.1) und Gütekriterien (3.1.2). Zudem begründet es ihren Einsatz in der palliativmedizinischen Forschung (3.1.3). Anschließend werden das eingesetzte Erhebungsverfahren und -instrument (3.2), die Dokumentation (3.3) und das Auswertungsverfahren (3.4) erläutert.

3.1  Entwicklung und Grundlagen der qualitativen Forschung

Die qualitative Forschung hat ihren Ursprung in den Sozialwissenschaften. Ab den 1970er Jahren setzte sich der qualitative Gedanke in der BRD immer stärker durch165 und führte zur Entwicklung qualitativer Ansätze in unterschiedlichen sozialwissenschaftlichen Forschungsdisziplinen, unter anderem auch zur Entwicklung der qualitativen Gesundheitsforschung.166

Sie entwickelte sich aus der Kritik an quantitativen Methoden, deren alleiniger Einsatz zunehmend als ungenügend empfunden wurde.167 Zu den quantitativen Methoden gehören z. B. Zufallsstichprobenverfahren, standardisierte Interviews, geschlossene Fragebögen und deren statistische Auswertung. Ein Kritikpunkt war, „[…] dass soziale Phänomene, die außerhalb des Fragerasters und der vorgegebenen Antwortkategorien liegen, in standardisierten Interviews aus dem Blickfeld der Forschung ausgeblendet werden.“168 Nach Diekmann ist qualitative Forschung dagegen „[…] an der Subjektperspektive, an den Sinndeutungen des Befragten interessiert.“169 Sie stellt die Erlebniswelt der Probanden in den Mittelpunkt, ← 33 | 34 → generiert Hypothesen und entwickelt anhand dieser Theorien. Steinke formuliert das Grundverständnis der qualitativen Forschung: „Ausgehend von alltäglichen Sinndeutungen und Handlungen wird in der qualitativen Forschung […] Erkenntnis von Neuem bzw. eine Überarbeitung, Erweiterung und...

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