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Wem gehört das «Heilige Land»?

Christlich-theologische Überlegungen zur biblischen Landverheißung an Israel

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Berthold Schwarz

Die Beiträge in diesem Sammelband wollen dazu beitragen, aus christlich-theologischer Perspektive die Antwort auf die Frage zu präzisieren, wem das in den biblischen Überlieferungen dem Bundesvolk Israel verheißene Land gehört. Aus verschiedenen Blickwinkeln laden die Beiträge dazu ein, den theologischen Austausch hinsichtlich der «Landbesitzfrage» anzuregen und die Sinne für die theologische Urteilsbildung zu schärfen. Die vierzehn verschiedenen Autoren stimmen konfessionell und theologisch nicht in allem miteinander überein. Trotzdem liegt allen Beiträgen die Absicht zugrunde, fachrelevante Untersuchungsergebnisse vorzulegen, die eine ausgewogene und begründete Israellehre fördern und die einen «theologischen Astigmatismus» in der «Landbesitzfrage» vermeiden wollen.
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„Why not give Palestine back to them again?“ Das Blackstone Memorial (1891), ein christlicher Beitrag zum politischen Zionismus in Amerika

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JAN CARSTEN SCHNURR

Hinführung

Im Februar 1896 erschien Theodor Herzls Programmschrift Der Judenstaat. Erschüttert von der Dreyfus-Affäre in Frankreich, über die der Journalist und Reformjude Herzl zu berichten hatte, war er zu der Überzeugung gelangt, der Antisemitismus sei unüberwindbar tief im Denken der Völker eingewurzelt. Die Vorurteile seien zu stark und bis in die Folklore hinein spürbar, so meinte er, die Verachtung, Ausgrenzung und Verfolgung der jeweiligen jüdischen Minderheiten zu weit verbreitet. „Die Völker, bei denen Juden wohnen, sind alle samt und sonders verschämt oder unverschämt Antisemiten. […] Unser Wohlergehen scheint etwas Aufreizendes zu enthalten […].“1 Herzl vertrat deshalb eine einzige These, die bereits im Buchtitel zu finden war: „Der Judenstaat ist ein Weltbedürfnis, folglich wird er entstehen.“2 Zur Lösung der „Judennot“ sollte die Errichtung eines jüdischen Nationalstaates dienen, als Zufluchtsort, aber auch als „Versuchsland und Musterland“ mit weltweiter Ausstrahlungskraft.3 Zwei mögliche Gebiete hatte Herzl dafür im Blick: Argentinien oder Palästina. Wenn Palästina, dann, so überlegte er, könne man dem Sultan anbieten, als Gegenleistung den Schuldenberg des Osmanischen Reiches zu übernehmen.4 Herzls Schrift wirkte, weil sie offenkundige Not ansprach und aus der jungen Generation stammte, weil sie mit ihrem Nationalstaatsdenken in die Zeit passte, weil sie mitreißend geschrieben war und weil sie vor allem einen konkreten Plan vorlegte, wie ein Fanal für die zionistische Bewegung, die sich bereits 1897 im ersten Zionistenkongress formierte und...

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