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Islamisch-politische Denker

Eine Einführung in die islamisch-politische Ideengeschichte

Farid Hafez

Das Buch präsentiert einen Abriss der Ideengeschichte des islamisch-politischen Denkens von al-Farabi über Ibn Khaldun und Ibn Taymiyya bis hin zu al-Afghani, Hasan al-Banna, Muhammad Asad, Khomeini, Nasr Hamid Abu Zaid, Yusuf al-Qaradawi und Elijah Muhammad. Das Werk arbeitet die Vielschichtigkeit des politischen Denkens im islamischen Bezugsraum heraus und zeigt auf, wie das intellektuelle, soziale und politische Umfeld das jeweilige Denken der einzelnen Persönlichkeiten prägte und wie damit ein Wandel zentraler Begriffe einherging. Der Autor führt in das Leben und Wirken von knapp 20 Persönlichkeiten ein und stellt dabei zentrale Begriffe vor, die das jeweilige Denken prägen. Die Verwendung von Originaltexten bietet hierbei einen authentischen Einblick.
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Kapitel 10 – Sayyid Quṭb

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Der Schriftsteller Sayyid Quṭb gilt als eine Ikone des zeitgenössischen politischen Islams. Seine Bücher […] gehören heute noch, fast 40 Jahre nach seinem Tod, zu den Bestsellern der islamistischen Literatur.

Benjamin Dörfler (Dörfler 2008, 89)

Leben und Werk

Sayyid Quṭb wurde 1906 in einem kleinen Dorf in Asyut im Norden Ägyptens unter dem Namen Ibrahīm Ḥusayn Shādhilī Sayyid Quṭb geboren (Akhavi 2013, 160). 1921 ging er nach Kairo, um die höhere Schule und später die Lehrerausbildung im dār al-‘ulūm zu absolvieren, wo er 1933 abschloss. Nach seiner Lehrertätigkeit war er bis zum Jahre 1952 für das Bildungsministerium tätig. Quṭb war in der Literatenszene aktiv, verfasste zwischen 1924 und 1954 insgesamt 125 Gedichte und 500 Artikel zu Themen aus Literatur, Sozialem, Politik und Bildung. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges schrieb er wie viele andere gegen den europäischen und US-amerikanischen Imperialismus sowie die politische Korruption in Ägypten. Spätestens 1948 färbten sich seine gesellschaftspolitischen Schriften immer religiöser, weg von einer ehemals säkularen Perspektive, die das Religiöse zwar immer respektierte, ihm aber nie großen Raum schenkte, um in den 1950 und 1960er Jahren eine der wichtigsten öffentlichen islamistischen Stimmen zu werden. Diese Transformation wird in der Veröffentlichung seines Werkes al-ʿadāla al-ijtimāʿiyya fī-l-islām (Die Soziale Gerechtigkeit im Islam) deutlich. Von 1948 bis 1950 absolvierte Qu...

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