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Literatur, Utopie und Lebenskunst

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Elzbieta Kapral and Karolina Sidowska

Den Kern des vorliegenden Bandes bilden die Beiträge, die an der interdisziplinären Konferenz Literatur und Utopie (Łódź 2012) präsentiert wurden. Der Band beinhaltet vor allem jene Texte, deren Autoren sich mit dem breit verstandenen Thema der Utopie in der Literatur befassten. Schon den Titeln der Beiträge lässt sich entnehmen, dass das Thema der Utopie in der Literatur vielschichtig und auf keinen Fall nur auf eine (literarische) Epoche festzulegen ist. Die einzelnen Texte und die unterschiedlichsten Herangehensweisen der Autoren an die im Titel des Bandes angesprochene Problematik weisen auf dieses Facettenreichtum hin und liefern Inspiration zu einer intensiveren wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema.
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Utopische Konzeption eines besseren Deutschlands – Schwarzenberg von Stefan Heym

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Elżbieta Kapral

Helmut Flieg, besser bekannt als Stefan Heym, gehört zu den wichtigsten DDRAutoren. Der anfängliche Befürworter der DDR, die er in seinen früheren Schriften als „besseren Teil Deutschlands“1 bezeichnete, wurde mit der Zeit zum entschiedenen Kritiker des dort herrschenden realen Sozialismus. Sein Konflikt mit der DDR-Regierung erreichte den Höhepunkt Mitte der 70er Jahre. Alles deutete darauf hin, dass diese Zeit, die als Honecker-Ära bezeichnet wurde, eine Phase der Liberalisierung auf der kulturellen und somit auch literarischen Szene der DDR sein wird. Der VIII. Parteitag der SED, der im Juni 1971 stattfand, erweckte daher bei vielen, insbesondere kritischen Schriftstellern neue Hoffnungen. Diese wurden vor allem durch die Erklärung Honeckers genährt, der in seiner Rede Folgendes behauptete:„Wenn man von der festen Position des Sozialismus ausgeht, kann es meines Erachtens auf dem Gebiet von Kunst und Literatur keine Tabus geben.“2 Das ostdeutsche Tauwetter dauerte jedoch nur kurz, denn bereits im Jahre 1973 begann die zuvor deklarierte Toleranz der DDRRegierung den nonkonformen Schriftstellern gegenüber zu schrumpfen. Dies bekam auch Stefan Heym am eigenen Leib zu spüren. Heym gehörte ja zu jenen Schriftstellern, die immer wieder versuchten die Machthabenden dazu zu bringen, von dem sozialistischen Dogmatismus in der Literatur abzukehren. Dazu nutzte er seine Auftritte auf Parteitagen und (auch) internationalen Tagungen. Seine Absicht war es, ein möglichst breites Publikum zu erreichen, um auf diese Art und Weise paradoxerweise seine Position in der DDR zu...

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