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Vom «Krieg aller gegen alle» zum staatlichen Gewaltmonopol und zurück?

Herrschaftliche und private Gewalt in europäischer, internationaler und ideengeschichtlicher Perspektive

Paul Ertl and Jodok Troy

Der «Krieg aller gegen alle» ist ein beinahe inflationär verwendetes Zitat. Der moderne neuzeitliche Staat sollte diesen Naturzustand zwischen den Menschen beenden. Die Folge war das staatliche Gewaltmonopol. Angesichts des ausbleibenden dauerhaften Friedens nach dem Ende des Kalten Krieges und der vielen innerstaatlichen Gewaltkonflikte stellt sich die Frage nach der Effektivität dieses staatlichen Gewaltmonopols. Vielerorts ist der Staat nicht mehr in der Lage oder auch erst gar nicht legitimiert, dieses aufrecht zu erhalten. Zurück zum «Krieg aller gegen alle» scheint daher oft die Folge zu sein. Lange wurden unbequeme Fragen in diesem Kontext ausgespart. In einer interdisziplinären Herangehensweise widmet sich dieser Band den Fragen nach herrschaftlicher (staatlicher) und privater Gewalt in europäischer, internationaler und ideengeschichtlicher Perspektive.
Inhalt: Paul Ertl/Jodok Troy: Vom Beginn der Gewalt zur Transformation von Politik - eine Hinführung – Marie-Luisa Frick: Krieg Aller gegen Alle: Zur menschen-rechtlichen Legitimation staatlicher Gewalt – Karl-Reinhart Trauner: Staatliche Ordnung als Gewaltregulativ: Herrschaftliche versus private Gewaltorganisation in der Frühen Neuzeit – Wolfgang Palaver: Modernität und Gewalt: Voegelin’s Kritik der Hobbes’schen Anthropologie aus der Sicht der mimetischen Theorie Girards – Jürgen Hatzenbichler: Fight Club: Gedanken zur Privatisierung der Gewalt – Andreas W. Stupka: Der Zweck der bewaffneten Macht heute: Zur Transformation der europäischen Streitkräfte im 21. Jahrhundert – Werner Freistetter/Christian Wagnsonner: Private Militärfirmen - ethische Gesichtspunkte – Wolfgang Braumandl-Dujardin: Private Militär- und Sicherheitsfirmen: Ein integraler Bestandteil des internationalen Konfliktmanagements im 21. Jahrhundert? – Hermann Jung: Das Militär zwischen Wettbewerb und «Good Governance» – Andreas Th. Müller: Piraterie als Herausforderung für das Völkerrecht des 21. Jahrhunderts – Hubert Michael Mader: Gedanken zur innenpolitischen Bedeutung der k.u.k. Armee im späten 19. Jahrhundert.