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Francia, Langobardia und Ascolis Ladinia

Die Bedeutung außersprachlicher Faktoren im Zusammenhang mit innersprachlichen Entwicklungen in drei Teilgebieten der Romania

Frank Jodl

In dieser Arbeit wird die Wartburg’sche Superstrat-Theorie unter Berücksichtigung moderner soziolinguistischer Kriterien neu entfaltet. Dabei soll die traditionell monokausale Argumentationsweise einer polykausalen weichen: Das fränkische Superstrat hat die Entstehung bestimmter lautlicher Innovationen im Sprechlatein Nordgalliens nicht allein bewirkt, sondern zusammen mit anderen Faktoren, wobei dem fränkischen Superstrat aber die Rolle des Motors zukommt. Das zweite Ziel ist, die Vielzahl der zwischen Langobardia/Ladinia und Francia bestehenden sprachlichen Parallelen zu erklären: Diese können über Sprachkontakt Frankoromanisch – Padanolateinisch entstanden sein, nachdem aufgrund der fränkischen Eroberung Oberitaliens-Ladiniens dort zur Francia analoge außersprachliche Bedingungen herrschten. Als Beispiel für alle drei Teilgebiete dient die Palatalisierung von [ka], [ga].
Aus dem Inhalt: Das Zusammenwirken von individueller und sozialer Zweisprachigkeit im Merowingerreich – Das altwestfränkische Superstrat als Faktor für die Entstehung der Palatalisierung von [k,g/a] im Nordgalloromanischen – Das höfische Nordgalloromanisch im Zusammenhang mit den sprachlichen Parallelen zwischen der nördlichen Galloromania und der Ladinia/Oberitalien – Der Ursprung der Palatalisierung von [k,g/a] im Romanischen Oberitaliens/Ladiniens.