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Chronotopographien

Agency in ZeitRäumen

Series:

Britta Krause, Tania Meyer, Nina Pippart and Dietmar Fricke

Chronotopographien zielt auf Zeit und Raum als Kategorien, die in unserem Alltagsverständnis relativ feststehende Größen zu sein scheinen. Im Gegensatz dazu verweisen die Beiträge dieses Bandes aus dem Blickwinkel unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen und an verschiedenen Beispielen auf die soziale bzw. kulturelle Konstruktion dieser Kategorien, was ihre prinzipielle Veränderbarkeit impliziert. Agency als Bedingung jeder sozialen Praxis – und somit auch von Veränderung ist jedoch nicht unabhängig von Zeit-Raum-Koordinaten möglich. Die inhaltliche Ausgestaltung von Zeit- und Raumverständnissen und deren soziale Konsequenzen ist deshalb nicht zuletzt auch eine Frage von Macht und Herrschaft bzw. Hegemonie.
Aus dem Inhalt: Britta Krause/Tania Meyer/Nina Pippart/Dietmar Fricke: Einleitung: Den Kreis rund denken? Agency in ZeitRäumen – Raj Kollmorgen: Die Zeitlosigkeit des Kapitalismus. Eine Gegenlektüre von Marx – Klaus-Bernhard Roy: Arbeitszeit - Lebenszeit: Versperrte «Wege ins Paradies» – Thomas Günther: Raum-zeitliche Aspekte neoliberaler Transformationsprozesse von Arbeitsverhältnissen. Stichpunkte zur Suche nach Hegemonie in der flexibilisierten Bundesrepublik – Annett Herrmann: Im Schachspiel der Zeiten. Über den «Neuen Geist des Kapitalismus» und die Unordnung der Zeiten – Arne Klawitter: «Andere Zeiten». Der Zeitbegriff im Orient im Vergleich zum Okzident – Steffen Hantke: Motive des Raums in Haruki Murakamis Romanen. Film Noir und die Japanische Postmoderne – Sabine Witt: Die Auflösung der Kategorien Zeit und Raum als Methode literarischer Selbstinszenierung in den Romanen Kaputt und La pelle von Curzio Malaparte – Heike Wetzig: Denkende Körper in Landschaft – Nils Zurawski: Karten, Bilder, Kontrolle: «Cognitive mapping» und Überwachung – Peer Stolle/Tobias Singelnstein: Räumliche Konfigurationen als Strategie der Kriminalitätskontrolle – Tatiana Golova: Raum-zeitliche Ordnungen linker Identität – Michael Kleinen: Die (Wieder-)Entdeckung des Raumes im 11. Jahrhundert – Petra Schaper-Rinkel: Der Zeit-Raum der Zukunft als politischer Handlungsraum – Dietmar Fricke: Politisierte Ethnizität oder (Sozial-)Wissenschaft als Agency? – Jens Maeße: Von der «zuständigen Staats-Macht» zum «subsidiären Reformdienstleister». Zur Transformation des diskursiven Empfängerstatus des «Staates» im Hochschulrektorenkonferenz-Diskurs Ende der 1990er Jahre.