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Editionen der Schweizerischen Musikforschenden Gesellschaft / Editions de la Société Suisse de Musicologie

"In ihrer neuen Editionsreihe veröffentlicht die Schweizerische Musikforschende Gesellschaft (SMG) Kompositionen mit Schweizer Kontext in kritischer Edition. Die Grundlage für eine erste Auswahl an bedeutsamen Werken schuf das vom Schweizerischen Nationalfonds getragene Projekt Musik aus Schweizer Klöstern und dessen Folgeprojekte am Institut für Musikwissenschaft der Universität Freiburg i. Ü.; ein umfangreiches Forschungsvorhaben, an dem auch die Arbeitsstelle Schweiz des Répertoire International des Sources Musicales (RISM) und die Schweizer Nationalphonothek beteiligt sind. Ziel ist es, musikalische Quellen aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert, die sich in Schweizer Klöstern erhalten haben, zu sichten, zu untersuchen und in ihren historischen und liturgischen Zusammenhängen zu deuten.
Die ausgewählten Kompositionen sind in verschiedener Hinsicht repräsentativ: Bestimmte Quellen erlauben es zum Beispiel, den Vorgang der Beschaffung und der oftmals erfindungsreichen Adaption von Musikalien zu rekonstruieren, als deren Provenienz häufig die katholischen Gegenden des Alpenraums oder die grossen Musikmetropolen Europas zu eruieren sind. Andere Werke wurden von den Konventualen der einzelnen Klostergemeinschaften für ihre eigene Musikpflege komponiert und blieben bis heute an Ort aufbewahrt. Sie sind wichtige Zeugen spezifischer liturgischer und musikalischer Praktiken und nicht selten Beispiele für die Leichtigkeit, mit welcher die Musiker der Peripherie verschiedene gängige Stile handhabten. Es wurden jedoch von den Klöstern auch gezielt Werke bei prestigeträchtigen externen Autoren in Auftrag gegeben. Und nicht zuletzt finden sich in den Sammlungen musikalische Kostbarkeiten, die zufällig erhalten geblieben sind: Da die Schweiz weitgehend von Kriegszerstörungen verschont wurde, trifft man in den Klosterbibliotheken bisweilen auf Unika von geradezu spektakulärem historischem und ästhetischem Wert.
Das Editionsprojekt beabsichtigt, wichtige Forschungslücken zu schliessen und die Vielfalt musikalischer Zeugnisse historisch zu beleuchten, um damit eine ungemein reiche Seite der schweizerischen Kulturgeschichte sichtbar zu machen. Die mit einem quellenkritischen Apparat versehenen Ausgaben wenden sich gleichermassen an die Wissenschaft wie an die musikalische Praxis mit der Intention, das Wissen um ein reichhaltiges Repertoire an geistlicher Musik aus drei Jahrhunderten zu bereichern. Denn erst im Erklingen findet diese Musik ihre Bestimmung, entsprechend den häufig aufwändig restaurierten Kirchenbauten zeugt sie von der eindrucksvollen Blütezeit der katholischen Kirchenmusiktradition."