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Französischer Staatskult 1792-1813 im linksrheinischen Deutschland

Mit Vergleichen zu den Nachbardepartements der habsburgischen Niederlande

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Christopher Buchholz

Die französische Revolution und die Herrschaft Napoleons haben Westeuropa grundlegend verändert; so auch das Rheinland und die bis dato habsburgischen Provinzen der Niederlande. Die von Frankreich annektierten und integrierten Gebiete unterlagen dem kulturellen Einfluß revolutionärer und kaiserlicher Herrschaft. Galt es zunächst, Adel und Kirche, die Träger der alten Gesellschaftsordnung, zu ächten, so war es die Aufgabe Napoleons, diese alten Trägerschaften in die neugeschaffene Ordnung einzubinden. Das geschah zunächst durch einen republikanischen Staatskult mit neuer Zeitrechnung und revolutionärer Festkultur, sodann mit einer wenn auch nur halbherzigen und stets ambivalenten Restauration höfischer Riten und herkömmlicher Gottesdienste. Diese Komponenten verschmolzen zu einem kulturellen Amalgam, das als Empirestil im Licht der Öffentlichkeit erschien. Kulturpolitik als Staatskult zu betreiben setzte deren Monopolisierung durch ein starkes Innenministerium und eine zentralisierte Akademie voraus. Diese institutionalisierten Instrumente zur Beschränkung und Gestaltung kulturpolitischer Initiativen richteten die neue Herrschaftskultur und ihre Zeichensysteme auf eine einheitliche Linie aus.
Aus dem Inhalt: Republikanischer Staatskult und seine Struktur - Neuer Kalender und «Neue Zeit»? - Reaktionen auf republikanische Verhältnisse - Goldene Zeitalter und Ägyptenexpedition - Ausgleich mit der höfischen Gesellschaft - Ausgleich mit der Kirche - Verunsicherung in der Moderne - Zensur und Buchhandel - Kulturpolitische Beiträge der Fachwissenschaften - Kulturelle Neuordnung und Bewahrung.