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Erfahrung nach dem Krieg

Autorinnen im Literaturbetrieb 1945-1950. BRD, DDR, Österreich, Schweiz

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Christiane Caemmerer, Walter Delabar, Elke Ramm and Marion Schulz

Die Etablierung von Autorinnen im Literaturbetrieb der deutschsprachigen Länder hat nach dem Zweiten Weltkrieg eine neue Qualität erhalten: Vier Literaturen mit vier unterschiedlichen Märkten und Kulturen, die zugleich in erstaunlichem Maße miteinander verwoben sind. Autorinnen haben in diesem Literaturbetrieb eine besondere Karriere, im Guten wie im Schlechten. Auf der 3. Bremer Tagung ging es um weibliches Schreiben, um Autorinnen im Zeitraum zwischen 1945 und 1950. Dabei interessierten Einzelstudien zu biographischen und werkbiographischen Karrieren und Verläufen, Forschungen zur Literaturgeschichtsschreibung, zur Literatur und Literaturkritik seit 1945 unter den veränderten Perspektiven der Zeit nach dem Krieg, Veränderungen im Literaturbetrieb, Erfahrungen verschiedener Generationen von Autorinnen im Literaturbetrieb und die unterschiedlichen Wahrnehmungen des Zeitraums durch diese Generationen. Im Zentrum des Interesses standen die Perspektivverschiebungen, die sich seit 1945 konstatieren lassen und die nicht nur Veränderungen in den Haltungen der Forschung bezeugen, sondern auch die Verschiebungen sichtbar machen, denen der Literaturbetrieb selbst unterworfen ist. Der Kongressband dokumentiert einen Teil dieser Auseinandersetzung.
Aus dem Inhalt: Christiane Caemmerer/Walter Delabar/Elke Ramm/Marion Schulz: «Krieg, Nachkrieg und Restauration - das geht durch ein Leben» – Hiltrud Häntzschel: Schlagschatten Vergangenheit. Marieluise Fleißers Bemühungen um Rückkehr in die literarische Öffentlichkeit – Jürgen Israel: Ilse Langner – eine 1933 und 1950 abgebrochene Karriere – Franziska Meyer: Vom «Ende der Welt». Grete Weils Rückkehr zu deutschen Lesern – Julia Neissl: Zwischen Anpassung und Aufbegehren. Junge Autorinnengeneration in Österreich nach 1945 und ihre Auseinandersetzung mit Sexualität – Nikola Roßbach: Rettung durch Literatur? Sinnentleerte Wirklichkeit und sprachliche Besinnung in Marie Luise Kaschnitz’ Essays und lyrischen Zyklen 1945-1947 – Waltraud Wende: Lina Haag: Eine Handvoll Staub (1947) oder: Keine Flucht aus der Wirklichkeit, denn Geschichte ist nicht, Geschichte muss erzählt werden – Annette Bühler-Dietrich: Nelly Sachs - Dichterin von Dichterinnen? Zur Sachs-Lektüre von Aichinger, Bachmann und Domin – Ines Geipel: «Daß wir uns nie wieder so allein lassen …». Susanne Kerckhoff (1918-1950). Schriftstellerin und Feuilletonchefin der Berliner Zeitung – Barbara Drescher: Wechsel in der Erzählperspektive als Ausdruck der kulturellen Entfremdung in der Nachkriegsprosa von Irmgard Keun, Dinah Nelken und Ruth Landshoff-Yorck – Walter Delabar: Das Zimmer für sich allein und der gemeinsame Raum. Einige gesellschaftstheoretische Überlegungen zur Situation von Autorinnen in den frühen fünfziger Jahren – Petra Renneke: Die Zeit der Briefe. Jenny Alonis Briefe aus dem Jahr 1947 – Ursula A. Schneider/Annette Steinsiek: Christl Thonhauser wird Christine Lavant. Entschlüsse und Hindernisse auf dem Weg zur Buchautorin – Christa Gürtler: «… weil ja fast alle Frauen stumm dabeisaßen». Debüts österreichischer Schriftstellerinnen 1945-1950 – Günter Häntzschel: Die Präsenz weiblicher Autoren auf dem Buchmarkt 1945 und 1950. Vorläufige Skizze eines Projekts – Marianne Vogel: Platz, Position, Profilierung. Geschlechteraspekte des deutschen Literaturbetriebs 1945-1950 unter anderem am Beispiel der Gruppe 47 – Katharina Gerstenberger: Frauenliteratur oder jüdische Literatur oder schwierige Literatur? Zur Rezeption Ilse Aichingers – Ursula Heukenkamp: Erfahrungen nach dem Krieg. Autorinnen im Literaturbetrieb 1945-1950 – Gudrun Loster-Schneider: Exotisches, Vergangenes, Anderes? Nationalkulturelle Differenzerfahrungen in Vicki Baums Roman Kautschuk (1943/1945).