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Genuszuordnung

Theorie und Praxis am Beispiel des Deutschen

Series:

Rudolf-Josef Fischer

Wie ist die rätselhafte grammatische Kategorie Genus entstanden? Welche Funktion hat sie oder ist sie eigentlich überflüssig? Wird die Genusinformation im Gehirn gespeichert und, wenn ja, wie? Aber vor allem: Woher weiß der Mensch, welche Genusart einem bestimmten Nomen zuzuordnen ist? Ist diese Fähigkeit angeboren oder erworben? Ist das Ergebnis auch bei neuen Wörtern vorhersagbar oder zufällig? Am Beispiel des Deutschen wird zunächst theoretisch erörtert, welche Regeln der Genuszuordnung zugrunde liegen könnten. Daraus resultiert ein Modell, wie der Mensch bei der Genuszuordnung im Deutschen vorgeht; diese Ergebnisse werden sodann einer praktischen Überprüfung unterworfen: Haben die 100 Testpersonen die Regeln wie in dem Modell vorausgesehen angewandt? Ist die Genuszuordnung enträtselt?
Aus dem Inhalt: Genusentstehung – Differentialgenus – Funktionen des Genus – Animismustheorie – Sexustheorie – «Männersprache» – «Volkstaxonomie» – Genus beim Erst- und Fremdspracherwerb – Phasen der Genusetablierung – Genusschwankung – Genuswechsel – Neuronale Netze zur Simulation – Psycholinguistische Modelle der Sprachproduktion – Ansatz zur Unterscheidung von Broca- und Wernicke-Aphasikern – Erklärung des Phänomens der hybriden Nomina – Semantische und formale Prinzipien der Genusableitung – Hierarchische Modelle – Genuszuordnung bei Anglizismen – Arbiträre Komponenten im Modell der Genusableitung – Ergebnisse eines psycholinguistischen Tests.