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DDR-typische Lexik in der Nachwende-Literatur

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Anne-Katrin Hartinger

Der in den 1990er Jahren einsetzende Sprachgebrauchswandel DDR-typischer Lexik erfolgte ebenso rasant wie konsequent und hatte zur Folge, dass binnen kurzer Zeit DDR-typischer Wortschatz nahezu gänzlich aus dem Alltagssprachgebrauch getilgt war. Die Arbeit geht der Frage nach, wie 10 bis 15 Jahre nach der Wiedervereinigung die ehemaligen Sprecher dieses Wortschatzbereiches dessen Gebrauchswandel sprachlich reflektieren. Untersuchungsgegenstand sind erzählende DDR-Erinnerungstexte aus den Jahren 1998 bis 2005 und deren Umgang mit DDR-typischer Lexik, wobei sich die Analyse auf 18 Schlüsselkonzepte konzentriert. Methodisch basierend auf dem Ansatz der Frame-Theorie werden die Kontextualisierungen dieser Konzepte erfasst und ausgewertet. Ziel der Untersuchung ist es, die Merkmale des reaktivierenden, zitierenden Sprachgebrauchs aufzuzeigen und die Strategien im Umgang mit DDR-typischem Konzeptwissen nachzuvollziehen. Das Verhältnis von impliziertem und expliziertem Wissen wird dabei ebenso dokumentiert wie die Formen der Wissensbezugnahme und Wertungsstrategien, um im Anschluss daran deren Funktionen und Inszenierungsleistungen zu diskutieren.
Aus dem Inhalt: Definition DDR-Typik – Erläuterungen zu Diskursanalyse, Schlüsselwortforschung, Konzeptmodell und Frame-Theorie – Analyse diskurskonstituierender Schlüsselkonzepte – Auswertung: expliziertes und impliziertes Konzeptwissen, Strategien der sprachlichen Wissensrepräsentation, Wertungsstrategien, Inszenierung von Adressatengruppen.