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Identität und Alter

Eine tiefenpsychologische Untersuchung

Rolf Horak

In der mit qualitativen Verfahren durchgeführten Arbeit wird untersucht, welche seelischen Entwicklungsnotwendigkeiten im hohen Alter vorliegen. Dazu werden mit 27 alten Menschen (zwischen 75 und 96 Jahre alte) tiefenpsychologische Interviews durchgeführt.
Wie die weitere Analyse zeigt, sind die individuellen Lebensverläufe Variationen der Aufgabe des Seelischen, sich mit seiner bevorstehende Auflösung, also dem Tod, auseinandersetzen zu müssen. Die Lösung dieser Aufgabe kann darin bestehen, dass die Hinwendung auf die eigene Geschichte bei den alten Menschen stabilisierend wirkt: Durch die eigene Biographie wird Identität immer wieder erzeugt und bestätigt.
Diese Ergebnisse wurden mit der Biographiearbeit in Beziehung gesetzt, denn dieses Verfahren kann einen Weg öffnen, um alten Menschen unterstützend zur Seite zu stehen. Dabei sollte jedoch die Besonderheit berücksichtigt werden, dass eine der wichtigsten Komponenten im Erleben hochbetagter Menschen die eigene Autonomie ist.