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Las realidades silenciadas

Erinnerung, Nostalgie und Geschichtsdarstellung bei Bernardo Atxaga

Eva Maria Kluth

Als erste umfangreiche deutschsprachige Studie zu Bernardo Atxaga analysiert «Las realidades silenciadas» mit «Memorias de una vaca» (1992), «El hombre solo» (1994), «Esos cielos» (1996) und «El hijo del acordeonista» (2004) vier Romane des baskischen Schriftstellers. Die Textanalysen fokussieren die in den Romanen inszenierten Erinnerungsdiskurse und greifbaren Spuren verschiedener Kategorien von Nostalgie. Diese werden auf ihre Sinnhaftigkeit und ethisch-moralischen Implikationen hin gedeutet, womit eine politische Lesart der Texte im Kontext des Spanischen Bürgerkrieges, des Franquismus und des baskischen Konflikts vorliegt. Diese von der Autorin als für weite Teile von Atxagas Schaffen zentral postulierte, ethisch-politische Stoßrichtung der Texte blieb trotz ihrer augenscheinlichen Präsenz in den zuvor vorgelegten Untersuchungen zumeist ausgeklammert. Im Sachgebiet der Romanischen Literaturwissenschaft entstanden, betrachtet die Studie weitestgehend die spanischen Romanversionen. Sie gibt dabei zugleich Einblicke in die baskische Literatur, Sprache und Kultur. Zudem leistet sie einen ersten Beitrag dazu, für die deutsche Romanistik einen Zugang zum Oeuvre Bernardo Atxagas zu schaffen.