Show Less
Restricted access

Varianz im Russischen

Von funktionalstilistischer zur soziolinguistischen Perspektive

Series:

Vladislava Warditz

Dieses Buch liefert theoretisch-methodische und deskriptive Grundlagen einer Varianzstilistik des Russischen im Wandel, die sowohl standard- als auch non-standard-sprachliche Phänomene integriert. Im Fokus der Non-Standard-Darstellung stehen dabei diverse Soziolekte, die auf russischem Boden spätestens seit 1917 eine Schlüsselrolle in der Etablierung des Non-Standards in Standard-Domänen spielen. Die stilistisch und ästhetisch, aber auch ideologisch bedingte Varianz zwischen dem Non-Standard und Standard wird in der vorliegenden Untersuchung im Spannungsfeld von alternativem künstlerischem Diskurs und offiziellem linguistischem Diskurs empirisch erfasst.

Show Summary Details
Restricted access

0. Einleitung

Extract



Gegenstand dieser Arbeit ist die Ausarbeitung von theoretisch-methodischen und deskriptiven Grundlagen einer Varianzstilistik des Russischen im Wandel, die – im Unterschied zu bisherigen präskriptiv ausgerichteten Stilistiken – sowohl standard- als auch non-standardsprachliche Phänomene aufgrund ihrer sozio-stilistischen Varianz integriert. Als Non-Standard werden hier die nicht standardsprachlichen Varietäten des modernen Russischen bezeichnet, wobei die Arbeit sich primär auf die sozialen Varietäten konzentriert. Unter der Standardsprache wird entsprechend die institutionell festgelegte (kodifizierte) Varietät des Russischen verstanden.

Der Arbeit liegt das pragmatische Sprachwandelkonzept der unsichtbaren Hand (vgl. Lüdtke 1980a, 1980b, 1989, 1993 sowie insbesondere Schank 1984; Mattheier 1984a; Keller 1990, 1991) zugrunde. Entsprechend werden die Sprachwandelprozesse als Mikrowandel (wie Interferenzen, Neubildungen und Varietätenmischung), Textsortenwandel (wie Mischung verschiedener Textsorten oder Ablösung herkömmlicher und Entstehung neuer Textsorten) und Makrowandel (Stadienwechsel in der Sprachgeschichte) betrachtet. Darüber hinaus stützt sich die Arbeit in theoretischer Hinsicht auf die Untersuchungen der ideologischen Dimension des Sprachwandels (in Anlehnung an Kosta 1999a).

Das Hauptziel der Arbeit besteht darin,

(1) einen systematischen Überblick über die Standard- und Non-Standard-Varianz, die sich im Zuge des aktuellen Sprachwandels in den kommunikativen Kontaktzonen des Standards und des Non-Standards entwickelt und das neue sozio-stilistische Repertoire der russischen Sprache nach 1985 bildet, zu erstellen;

(2) die Standard- und Non-Standard-Variationen sozio-stilistisch zu beschreiben;

(3) die aktuellen sozialen und funktionalen Umstrukturierungen des russischen Varietäten-Systems sowie die Prozesse der Destandardisierung des Standards und der Standardisierung des Non-Standards, die f...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.