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Bauwissen und Bauwesen im Korea des langen 18. Jahrhunderts

Strukturen, Kompetenzen und Stellenwerte in der Zentralen Administration

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Florian Pölking

Das Buch untersucht anhand unterschiedlicher Quellen den Stellenwert bauhandwerklichen Fachwissens in der zentralen Administration der «Chosŏn-Zeit» mit Fokus auf das 17. und 18. Jahrhundert. Hierzu analysiert der Autor zunächst die Beamtenprüfungen und ihre Inhalte sowie die Strukturen des staatlichen Bauwesens. Er untersucht auf Basis des Genres der «ŭigwe» die Projektorganisation bei Bauvorhaben im Rahmen staatlicher Legitimation. Der Autor zeigt die Manifestation des kanonisierten Wissens in den staatlichen Strukturen auf und stellt diesen anschließend die Kritiken und Vorschläge progressiver Gelehrter, der sogenannten «sirhak», gegenüber. Diese zeugen von privater Wertschätzung von bauhandwerklichem Wissen, aber vergeblichen Veränderungsbemühungen.

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1. Einführung

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1.  Einführung

Traditionellem Handwerk im Allgemeinen sowie Bauhandwerk im Besonderen wird in der Erinnerungskultur des heutigen Korea ein hoher Stellenwert zugeschrieben. Davon zeugt nicht zuletzt die große Zahl entsprechender Einträge auf der Homepage der koreanischen Cultural Heritage Administration Einen Großteil der in Südkorea als Nationalschätze ausgezeichneten Kulturgüter sind Paläste, Festungen, Tempel oder traditionelle Privat- und Aristokratenhäuser, sogenannte hanok 韓屋. Sieben der zwölf UNESCO Welterbestätten Südkoreas sind Bauwerke im engeren Sinne, dazu kommen Palast- und Tempelanlagen als Gesamtkomplexe. Einige der immateriellen Kulturschätze wiederum entstammen dem gleichen bauhandwerklichen Kontext, so die Ornamentmalerei an Gebäudedächern, Tischlerei, allgemeiner Holzrahmenbau, diverse Metallarbeiten, Webarbeiten, Seilerei, Rosshaarhutmacherei und andere.5 Nicht nur die Orte und Gebäude, sondern auch die im Kontext ihrer Herstellung erforderlichen Tätigkeiten sind in Form von Vorführungen in Museumsdörfern, Mitmachkursen bereits im Flughafen von Incheon und und im Rahmen weltweiter Werbung zu Touristenmagneten geformt geworden, die repräsentativ für Korea und zur Anerkennung seiner historischen Leistungen sowie der hinter diesen verborgenen Menschen stehen. Die vielfach erwähnte jahrhundertelange Tradition des hohen gesellschaftlichen und politischen Ansehens, das diesen unterschiedlichen Formen von Handwerk und insbesondere dem Bauhandwerk zugeschrieben wird, steht allerdings in nicht unerheblichem Gegensatz zu einer historischen konfuzianischen Prägung, durch die in besonderer Weise die Chosŏn-Zeit charakterisiert wird und die nicht zuletzt in Form des Ahnenritus selbst zum immateriellen Kulturerbe Koreas zählt. Eine große Zahl von Studien...

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