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Multimodale Kommunikation im Social Web

Forschungsansätze und Analysen zu Text–Bild-Relationen

Series:

Christina Margrit Siever

Multimodalität ist ein typisches Merkmal der Kommunikation im Social Web. Der Fokus dieses Bandes liegt auf der Kommunikation in Foto-Communitys, insbesondere auf den beiden kommunikativen Praktiken des Social Taggings und des Verfassens von Notizen innerhalb von Bildern. Bei den Tags stehen semantische Text-Bild-Relationen im Vordergrund: Tags dienen der Wissensrepräsentation, eine adäquate Versprachlichung der Bilder ist folglich unabdingbar. Notizen-Bild-Relationen sind aus pragmatischer Perspektive von Interesse: Die Informationen eines Kommunikats werden komplementär auf Text und Bild verteilt, was sich in verschiedenen sprachlichen Phänomenen niederschlägt. Ein diachroner Vergleich mit der Postkartenkommunikation sowie ein Exkurs zur Kommunikation mit Emojis runden das Buch ab.
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12 Anhang

12  Anhang

12.1  Glossar zentraler Termini

Aboutness: Unter Aboutness versteht man im Bereich der Inhaltserschließung von Bildern die → Wissensrepräsentation auf einer Symbol- oder Metaphernebene. Aspekte der Aboutness wie Emotionen oder abstrakte Konzepte zählen tendenziell eher zu den subjektiven Metadaten im Gegensatz zur relativ objektiven Ebene der → Ofness.

API: Kurzwort für Application Programming Interface. Programmierschnittstelle, über die auf Anwendungen und deren Daten zugegriffen werden kann, die dann in eigene Programme eingebunden werden können.

Bag-Model: Dem Bag-Model entsprechen Tagging-Systeme, in denen Nutzerinnen und Nutzer einem Objekt mehrmals dasselbe → Tag-Label zuweisen können. Beim Bag-Model wird die Anzahl der Vergabe der jeweiligen Tags erfasst, wodurch die Popularität einzelner Tag-Labels ersichtlich wird.

Basic Level Variation: Unter der Basic Level Variation versteht man die Variation des sprachlichen Benennungsniveaus. Tags können demnach auf verschiedenen Levels der Genauigkeit liegen, und zwar auf der Hyperonymebene, der Basisstufe (basic level) und der Hyponymebene. Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass das eigene Bild gefunden wird, taggen Userinnen und User ihre Bilder oftmals auf verschiedenen Levels.

Bildlinguistik: Metaphorisch verstandener Ausdruck für eine linguistische Zugangsweise innerhalb der Text- und Medienlinguistik. In der Bildlinguistik werden verschiedene Bereiche der → Multimodalität theoretisch und empirisch erforscht.

Bokeh: Der Fachterminus aus dem Bereich der Fotografie stammt aus dem Japanischen und bedeutet unscharf oder verschwommen. Bei Motiven, die einen Unschärfebereich aufweisen, wird mit Bokeh die Ausgestaltung dieser Bereiche bezeichnet.

Buddy-Icon: Profilbild im → Thumbnail-Format, das zusammen mit dem User-name jeweils bei Kommentaren oder in Kontaktlisten angegeben wird.

Case Sensitivity: Gegebenheit, dass Groß- und Kleinschreibung in einem bestimmten System unterschieden werden. Bei Case Insensitivity hingegen werden ← 479 | 480 → Buchstaben unabhängig davon, ob sie groß oder klein geschrieben sind, gleichgesetzt.

Cloud Computing: Mit Cloud wird metaphorisch auf die Datenwolke im Internet verwiesen, in der Daten abgespeichert werden. Dies hat den Vorteil, dass von überall her darauf zugegriffen werden kann. Auch Software wird beim Cloud Computing nicht mehr auf einem bestimmten Gerät installiert, sondern sie wird über das Web verwendet.

Communication Overload: In Anlehnung an den Ausdruck → Information Overload gebildeter Terminus, unter dem die Überforderung durch eine zu große Anzahl zu verarbeitender und auszuführender kommunikativer Handlungen verstanden wird.

Co-Tag: Wird von einem einzelnen Tag in einer → Tag-Serie ausgegangen, dann können die übrigen Tags derselben Serie als Co-Tags bezeichnet werden.

Creative-Commons-Lizenz: Lizenzmodell, bei dem der gesetzliche Normalfall (»Alle Rechte vorbehalten«) mittels sechs verschiedener Standardlizenzen durch »Manche Rechte vorbehalten« ersetzt werden kann.

Digital Divide: Unter Digital Divide versteht man die Tatsache, dass nicht alle Menschen dieselben Chancen auf einen Internetzugang haben, was durch soziale Faktoren bedingt ist. Es kann unterschieden werden zwischen einem globalen Digital Divide, d. h. Diskrepanzen zwischen südlichen und nördlichen bzw. auch westlichen Ländern, und einer digitalen Spaltung innerhalb einer Gesellschaft, beispielsweise in einem europäischen Land. Hierbei spielen Aspekte wie Bildungsgrad, Alter oder Einkommen eine Rolle.

Dilettantinnen/Dilettanten: Personen, die sich nicht professionell, sondern hobbymäßig mit einem bestimmten Gebiet beschäftigen, sich jedoch an Profis orientieren.

Early Adopters: Personen, die frühzeitig die neuesten Technologien nutzen.

Emoji: Der aus dem Japanischen stammende Ausdruck kann mit Bildzeichen übersetzt werden. Ursprünglich nur in Japan genutzt, finden Emojis mittlerweile weltweit Anklang, weshalb sie auch in Unicode standardisiert wurden. Bildzeichen, wie sie in Chats, in Instant-Messaging-Anwendungen oder in → Social-Networking-Communitys wie Facebook verwendet werden können, werden hier ebenfalls als Emojis bezeichnet. ← 480 | 481 →

Emoticon: Unter der Portmanteau-Bildung aus emotion und icon werden Zeichenfolgen aus ASCII-Zeichen verstanden, die Gesichtsausdrücke abbilden. Von solchen herkömmlichen Emoticons, die um 90° gedreht sind, sind moderne, nicht gedrehte Emoticons zu unterscheiden, bei denen entweder herkömmliche Emoticons in Bildzeichen umwandelt werden oder die als Bildzeichen direkt eingefügt werden können.

Exif: Aus dem Englischen Exchangeable Image File Format gebildetes Kurzwort für Metadaten, die moderne Digitalkameras in Fotodateien hineinschreiben.

Extradiegetischer Text: Text, der einem Bild nachträglich elektronisch hinzugefügt wurde, bei → Notizen beispielsweise mittels → Hoverboxen.

Feature-Phone: Feature-Phone ist eine Bezeichnung für herkömmliche Handys, im Gegensatz zu moderneren → Smartphones, die über mehr Funktionalitäten verfügen.

Figurenrede: Art einer Text-Bild-Relation, bei welcher einem abgebildeten Wesen Text in den Mund gelegt wird.

Flickr: Mit über 8 Milliarden Fotos ist Flickr eine der größten und bekanntesten → Foto-Communitys.

Folksonomie: Gesamtheit aller innerhalb eines Systems vergebenen → Tags. Es handelt sich dabei um kollektive Wissensordnungen, die im Gegensatz zu Taxonomien nicht professionell und ohne → kontrolliertes Vokabular erstellt werden.

Follower: Abonnentinnen und Abonnenten von Inhalten anderer Nutzenden in → Social-Web-Communitys.

Foto-Community: → Social-Sharing-Community, deren geteilte Inhalte Fotos sind, die verschlagwortet und kommentiert werden können.

Foto-Sharing: Teilen von digitalen Bildern oder digitalisierten Bildern in sämtlichen Social-Web-Anwendungen in Abgrenzung zum Social Sharing, das sich auf → Social-Sharing-Communitys beschränkt, zu denen auch → Foto-Communitys zählen.

Freemium: Geschäftsmodell, bei dem einerseits eine kostenlose Basisversion nutzbar ist, andererseits aber auch eine kostenpflichtige Premium-Version angeboten wird, die mehr Funktionalitäten bietet. Freemium ist eine Portmanteau-Bildung aus free und Premium. ← 481 | 482 →

Fun-Community: → Social-Web-Community, die zu privaten Zwecken verwendet wird.

Gatekeeper: Personen oder Institutionen, die darüber entscheiden können, welche Inhalte in den Massenmedien publiziert werden. Während einst Gatekeeper Informationen gefiltert und bearbeitet haben, können im Web theoretisch alle erdenklichen Informationen publiziert und rezipiert werden.

Gen-Identität: Äquivalenzrelation, bei der zwei Ausdrücke auf ein identisches Objekt verweisen, das sich im Laufe der Zeit jedoch verändert hat.

GermaNet: In Anlehnung an das Princeton WordNet konzipiertes lexikalischsemantisches Wortnetz, in dem der Grundwortschatz des Deutschen sowie grundlegende semantische Relationen innerhalb von Nomen, Adjektiven und Verben abgebildet sind.

Hashtag: Unter der Portmanteau-Bildung aus dem Englischen hash (Rautezeichen) und tag (Kennzeichnung) wird eine Art von Tags verstanden, die sich von konventionellen Tags dadurch unterscheidet, dass sie in den Fließtext eingebettet werden (können).

Holonymie: Holonymie ist eine Teil-von-Beziehung und die → konverse Relation der → Meronymie. Ist ein Lexem Teil eines anderen, so wird das umfassendere Lexem als Holonym bezeichnet, beispielsweise ist Blume ein Holonym von Blüte.

Hoverbox: Schwebende, transparente Pop-up-Box mit Text oder Bild, die erscheint, wenn man die Maus über eine bestimmte Stelle einer Website bewegt (→ Mouseover). Hoverboxen werden zunehmend für die Werbung verwendet (Hover Ads), da sie – im Gegensatz zu klassischer Pop-up-Werbung – nicht geblockt werden können.

Ikonographetische Kommunikate: Schrift- und Bildzeichen enthaltende Kommunikate, in denen die Proposition auf Schrift- und Bildzeichen verteilt ist.

Information Overload: Überforderung einer Person durch eine zu große Anzahl zu verarbeitender Informationen.

Information-Retrieval: → Retrieval.

Interestingness: Faktoren auf Flickr, die bestimmen, wie bedeutend ein Foto in der Community ist. Die Interestingness basiert auf einem geheimen Algorithmus, der Aspekte wie die Anzahl und Herkunft von Seitenabrufen, Kommentaren, Favoriten, Tags und Notizen und weitere Faktoren berücksichtigt. ← 482 | 483 →

Interpiktorialität: In Anlehnung an den Terminus Intertextualität gebildeter Ausdruck, mit dem Relationen zwischen verschiedenen Bildern bezeichnet werden.

Intradiegetischer Text: Text, der bereits in gefilmten oder fotografierten Bildern enthalten ist im Gegensatz zu → extradiegetischen Texten, die nachträglich elektronisch ergänzt werden.

Isness: In der Informationswissenschaft verwendeter Terminus für formale Relationen, d. h. für formale Metadaten im Gegensatz zu Metadaten, die sich auf den Inhalt einer Ressource beziehen.

Kaomoji: Bezeichnung für japanische → Emoticons, die nicht wie in der westlichen Welt um 90 Grad gedreht werden.

Klarname: Richtiger Name, der in amtlichen Ausweisen steht, im Gegensatz zu Pseudonymen, Spitznamen oder → Nicknames.

Knipserinnen/Knipser: Halten mittels Schnappschüssen Ereignisse fest und versuchen im Gegensatz zu → Dilettantinnen und Dilettanten oder Profi-Fotografinnen und -fotografen nicht, ästhetisch anspruchsvolle Bilder zu produzieren.

Kodalität: Terminus, mit dem Zeichenmodalitäten wie Sprache, Bild und Ton bezeichnet werden.

Kommunikat: Unter dem Terminus Kommunikat wird das gemeinsame Auftreten der Einheiten Text und/oder Gespräch mit weiteren Kodalitäten wie Bild und Ton verstanden, wobei die verschiedenen Kodalitäten zusammen eine kommunikative Funktion erfüllen.

Kommunikationsform: Kommunikationsformen werden durch textexterne Merkmale wie beispielsweise Zeichentyp, Sinneskanal, Kommunikationsrichtung und Kommunikationsmedium bestimmt und sind sozial und kulturell determiniert. Im Gegensatz zu → Kommunikat-Sorten sind Kommunikationsformen multifunktional, d. h. in einer Kommunikationsform können unterschiedliche → Kommunikat-Sorten realisiert werden.

Kommunikat-Sorte: In Anlehnung an den Terminus Textsorte gebildeter Ausdruck, der neben der Zeichenmodalität Sprache auch Bild und Ton umfasst. Kommunikat-Sorten verfügen über eine thematische Funktion, für die sich in einer Sprachgemeinschaft bestimmte kommunikative Muster der Realisierung herausgebildet haben. ← 483 | 484 →

Kontrolliertes Vokabular: Sammlung von natürlichsprachigen Bezeichnungen, die eindeutig einem Begriff zugeordnet sind und die für die Dokumentation von Inhalten verwendet werden.

Konverse Relation: Konvers bzw. gegenteilig zueinander sind konzeptuelle Relationen wie Hyperonymie zu Hyponymie oder → Holonymie zu → Meronymie.

Konzeptuelle Relation: Oberbegriff für die Relationen der Hyperonymie bzw. Hyponymie und → Holonymie bzw. → Meronymie.

Lexical Unit: Unter einer Lexical Unit versteht man eine lexikalische Form mit dazugehöriger Bedeutung. In → GermaNet sind synonymische → Lexical Units in → Synsets gruppiert.

Lexikalisch-semantische Relation: Oberbegriff für die Relationen der Synonymie, Antonymie und → Pertonymie.

Linguozentrismus: Haltung, die eine Überlegenheit der gesprochenen Sprache sowie der Schrift gegenüber dem Bild präsupponiert. Linguozentrismus wird als Hyperonym zu Logozentrismus (Überlegenheit der gesprochenen Sprache) sowie Skriptozentrismus (Überlegenheit der geschriebenen Sprache) verstanden.

Lurker: WWW-Nutzende, die sich in Kommunikationsräumen (z. B. im Chat) passiv verhalten. Lurker rezipieren zwar → Kommunikate, kommentieren diese jedoch nicht. Der Ausdruck Lurker stammt aus dem Englischen (to lurk = belauschen).

Mashup: Mit dem aus dem Musikgeschäft stammenden Ausdruck bezeichnete man ursprünglich die kreative Rekombination von unterschiedlichen Musiktiteln. Im → Social Web sind Mashups (kreative) Kombinationen verschiedener Inhalte von anderen Nutzenden.

Medien: Trägermedien im Sinne des technologischen Medienbegriffs, wobei mit Medien lediglich die Apparate und nicht die durch sie zustande kommenden Produkte gemeint sind.

Meronymie: Meronymie ist eine partitive Relation, d. h. eine Teil-von-Beziehung. So ist zum Beispiel Baum ein Meronym von Wald.

Modalität: Unter dem Terminus Modalität werden sowohl Sinnesmodalitäten als auch Zeichenmodalitäten gefasst. ← 484 | 485 →

Mouseover-Position: Der Mauszeiger befindet sich über einem bestimmten Element und löst eine bestimmte Systemreaktion wie beispielsweise das Anzeigen von → Hoverboxen aus.

Multimodal turn: In Anlehnung an den Ausdruck pictorial turn gebildeter Terminus, mit dem ausgesagt wird, dass in der Kommunikationsgeschichte derzeit ein bedeutender Wandel auszumachen ist: Kommunikation wird stets multimodaler.

Multimodalität: Unter Multimodalität wird die Kombination mehrerer → Sinnesmodalitäten oder → Kodalitäten verstanden, wobei bei mehreren → Sinnesmodalitäten und Kodalitäten von Multimodalität im engeren Sinne, bei einer Kodalität und mehreren Modalitäten oder einer Modalität und mehreren Kodalitäten von Multimodalität im weiteren Sinne gesprochen wird.

Nickname: Im Internet verwendetes Pseudonym.

Notiz: Notizen sind Texte, die in einigen → Foto-Communitys mittels → Hoverboxen über dem Bild angebracht und bei → Mouseover-Position rezipiert werden können.

Öffentlichkeit: Mit Öffentlichkeit ist der Grad der Zugänglichkeit bestimmter Informationen gemeint, wohingegen sich → Privatheit auf den Kommunikationsinhalt bezieht.

Ofness: Unter Ofness versteht man in der Informationswissenschaft im Bereich der Inhaltserschließung von Bildern die → Wissensrepräsentation auf einer gegenständlichen Ebene, d. h. die im Bild zu sehenden Objekte werden benannt.

Ontologie: Ontologien sind strukturell komplexe Systeme zur Wissensorganisation, mit denen nur Wissensdomänen von geringem Umfang abgebildet werden können, da spezifische Relationen zwischen bestimmten Einheiten definiert werden.

Pertonymie: In GermaNet gekennzeichnete semantische Derivationsbeziehung zwischen Lexemen einer Wortfamilie.

Pinterest: Social-Collecting-Community, bei der die Nutzenden im WWW gesammelte Bilder an eine virtuelle Pinnwand heften können. Die Bilder können geteilt, kategorisiert, kommentiert und bewertet werden.

Post-PC-Ära: Bezeichnet das Zeitalter, in dem ein Rückgang der Verkäufe von herkömmlichen Desktop-Computern zugunsten von Post-PC-Geräten zu verzeichnen ist, also von mobilen Geräten wie → Smartphones und Tablet-Computern. ← 485 | 486 →

Post-PC-Geräte: Geräte wie → Smartphones oder Tablets, die in der → Post-PCÄra aufkamen. Der Terminus ist also als verkürzte Form von Post-PC-Ära-Geräte zu verstehen, da der Gebrauch von Post-PC-Geräten nicht denjenigen von PCs ablöst, sondern ergänzt.

Privatheit: Der Terminus Privatheit bezieht sich auf die Ausprägung des Kommunikationsinhalts, im Gegensatz zum Ausdruck → Öffentlichkeit, mit dem auf den Aspekt der Zugänglichkeit referiert wird.

Retrieval: Eine häufig verwendete Kurzform für Information-Retrieval. Man versteht darunter das Suchen und Finden von Daten in einem bestimmten System, also die Informationsrückgewinnung.

Semantische Relation: Oberbegriff zu → konzeptuellen und → lexikalisch-semantischen Relationen.

Set-Model: Ein Tagging-System nach dem Set-Model erlaubt nur eine einmalige Zuweisung eines → Tag-Labels zu einer Ressource. Im → Social-Sharing-Bereich kommt üblicherweise das Set-Model zur Anwendung, so auch auf → Flickr.

Sinnesmodalität: → Modalität.

Smartphone: Mobiltelefon, zumeist mit Touchscreen ausgestattet, mit Internet-zugang und Zusatzfunktionen wie Digitalkamera, GPS-Navigation, Musik-Player, Organizer, Apps etc. Gängige Betriebssysteme von Smartphones sind Android, BlackBerry OS, Apple iOS sowie Windows Phone.

Snapchat: Snapchat ist ein Instant-Messaging-Dienst für Smartphones, mit dem Fotos und Videos, allenfalls mit Text oder Zeichnungen versehen, via Internet versendet werden können. Die Anwendung unterscheidet sich von anderen Diensten wie beispielsweise WhatsApp dadurch, dass die Persistenz der Kommunikate gering ist: Je nach Einstellung werden die rezipierten Nachrichten automatisch nach 1 bis 10 Sekunden gelöscht.

Social Browsing: Unter Social Browsing versteht man das Rezipieren von Inhalten, die Kontakte in einer → Social-Web-Community erstellt haben.

Social Tagging: Das kollaborative Verschlagworten von → User Generated Content im → Social Web wird Social Tagging genannt. Es handelt sich dabei um eine Praxis des Informationsmanagements, die auf der Vergabe von frei wählbaren → Tag-Tabels basiert. Die Menge aller → Tags in einem System wird → Folksonomie genannt. ← 486 | 487 →

Social Web: Teil des → WWWs, der sich v. a. durch Partizipation von (einigen wenigen) Nutzenden auszeichnet. Das Social Web umfasst Communitys, den darin entstehenden → User Generated Content sowie die sich bildenden sozialen Netzwerke zwischen den Nutzerinnen und Nutzern.

Social-Collecting-Community: Plattform, auf der Nutzerinnen und Nutzer überwiegend fremde Inhalte sammeln, ordnen und für andere Userinnen und User bereitstellen, im Gegensatz zu → Social-Sharing-Communitys, bei denen überwiegend eigens erstellte Ressourcen geteilt werden. Bekanntestes Beispiel ist die Anwendung Pinterest, bei der Bildersammlungen erstellt werden. Social Bookmarking kann ebenfalls zum Social Collecting gerechnet werden.

Social-Networking-Community: Kommunikationsplattform zum Knüpfen und Pflegen von Kontakten. Dabei können Business- und → Fun-Communitys unterschieden werden. Konstitutiv sind eine Profilseite sowie verschiedene zur Verfügung stehende Kommunikationsformen wie Nachrichtendienst, Chat und Pinnwand.

Social-Sharing-Community: Plattform, auf der Nutzer Inhalte unterschiedlicher Art (Bilder, Texte, Audiodateien etc.) mit anderen Mitgliedern der Community teilen können. Üblicherweise werden die Daten durch → Social Tagging mit → Metadaten versehen sowie von anderen Nutzern kommentiert oder bewertet. Im Gegensatz zu → Social-Networking-Communitys stehen hier die zu teilenden Inhalte im Zentrum und nicht die Nutzerinnen und Nutzer selbst.

Social-Web-Community: Oberbegriff für die vier typischen Communitys des → Social Webs: → Social-Networking-Communitys, → Social-Sharing-Communitys, → Social-Collecting-Communitys und → Social-Gaming-Communitys.

Synset: Menge von → Lexical Units, die über identische Bedeutungen, jedoch unterschiedliche Formen verfügen.

Tag: Ein Tag ist ein Verbindung aus einem bestimmten → Tag-Label und der Menge aller Ressourcen, für die es → Tag-Instanzen zu dem Tag-Label gibt. Tag wird zudem als Kurzform für Tag-Label verwendet.

Tag-Cloud: Visualisierung von → Folksonomien, bei der die Häufigkeit der einzelnen Tags durch verschiedene Schriftgrößen o. Ä. optisch dargestellt wird.

Tag-Instanz: Die Relation zwischen dem → Tag-Label, dem getaggten Objekt sowie dem Taggenden wird Tag-Instanz genannt. ← 487 | 488 →

Tag-Label: Unter Tag-Label versteht man die frei wählbare Zeichenkette eines → Tags.

Tag-Serie: Die Gesamtheit aller → Tags zu einer bestimmten Ressource.

Thumbnail: Kleine digitale Bilder, die als Vorschau für große Versionen von Bildern dienen.

Unique User: Über die IP-Adresse oder Accounts eindeutig identifizierbare Nutzende im Internet.

User Generated Content: Im Social Web veröffentlichte nutzergenerierte Inhalte jeglicher Art. → Social-Sharing-Communitys basieren in erster Linie auf User Generated Content.

Web 2.0: → Social Web.

WhatsApp: Eine App für → Smartphones, mit der sich über das Internet kostenlos Kurzmitteilungen versenden lassen, die neben Text auch Bild und Ton enthalten können.

Wissensorganisationssystem: System, in dem Wissen mittels Dokumentation verfügbar gemacht wird. Zu den klassischen Wissensorganisationssystemen zählen die Nomenklatur, die Klassifikation und der Thesaurus. → Folksonomien stehen hinsichtlich des möglichen Umfangs von Wissensdomänen an der Spitze und beruhen auf einer einfachen Struktur, wohingegen → Ontologien strukturell sehr komplex sind und deshalb nur Wissensdomänen von geringem Umfang abbilden können.

Wissensrepräsentation: Vertretung und Abbildung von in Inhalten vorgefundenem Wissen mit dem Zweck, dieses Wissen über das Retrieval zugänglich zu machen. ← 488 | 489 →

12.2  Tabellenverzeichnis

Tabelle    1:Medienbegriffe
Tabelle    2:Social-Web-Communitys (ergänzt um primäre Tätigkeiten und typische Vertreter)
Tabelle    3:Handlungskomponenten im Social Web (Schmidt 2010: 261)
Tabelle    4:Typische Merkmale der Sprache der Nähe/Distanz (nach Landert/Jucker 2011: 1428)
Tabelle    5:Creative-Commons-Lizenzen (nach: http://creativecommons.org/licenses/)
Tabelle    6:Vergleich von Foto-Communitys
Tabelle    7:Typologie von Tagging-Systemen nach Marlow et al. (2006: 34–35)
Tabelle    8:Weitere Kriterien zur Typologie von Tagging-Systemen nach Heckner (2009: 68–69)
Tabelle    9:Weitere Kriterien zur Typologie von Tagging-Systemen nach Voß (2007: 6)
Tabelle    10:Eigene weitere Kriterien zur Typologie von Tagging-Systemen
Tabelle    11:Vor- und Nachteile von Folksonomien
Tabelle    12:Kriterien zur Bildanalyse nach Shatford (Gödert et al. 2012: 66)
Tabelle    13:Tag-Kategorien von Beaudoin (eigene Darstellung)
Tabelle    14:Terminologischer Vergleich in den verschiedenen Typologien (funktionale Ebene)
Tabelle    15:Übersicht über sprachliche Herausforderungen beim Tagging
Tabelle    16:Beispielsanalyse anhand der Kriterien zur Bildanalyse
Tabelle    17:Entwicklungsstufen der Veröffentlichung von Privatem (nach Pscheida, Trültzsch 2010: 264–266)
Tabelle    18:Veränderungen in der Art und Weise der Veröffentlichung von Privatem im Social Web
Tabelle    19:Verteilung der Sprachen von öffentlich zugänglichen Websites (Siever 2013: 16)
Tabelle    20:Linguozentrische Metaphern ← 489 | 490 →
Tabelle    21:Kreuzklassifikation von Kodalitäten und (Sinnes-)Modalitäten und entsprechende Termini
Tabelle    22:Vergleich der Zeichenmodalitäten Bild und Sprache (Stöckl 2011c: 48–49)
Tabelle    23:Parameter der Kommunikation über Kunst
Tabelle    24:Titel, Tags, Kommentare, Beschreibungen und Notizen im Großkorpus (Kleinkorpus)
Tabelle    25:Kurze Texte bei Flickr (Großkorpus/Kleinkorpus)
Tabelle    26:Top 15 der Tags im Klein- und Großkorpus
Tabelle    27:Top-10-Tags von Dritten
Tabelle    28:Top 25 der deutschsprachigen Tags im Großkorpus
Tabelle    29:Fiktionale Narration in Notizen

12.3    Abbildungsverzeichnis

Abbildung    1:Ebenen der Kommunikation in den digitalen Medien
Abbildung    2:Social Web, Social Media und Web 2.0 bei Google Trends
Abbildung    3:Schnittstelle zwischen Skype und Facebook (Screenshot vom 08.11.2011)
Abbildung    4:Communitys des Social Webs nach Thematik
Abbildung    5:Kategorisierung der Social-Web-Communitys
Abbildung    6:Teilen von Inhalten auf der Social-Networking-Site Facebook
Abbildung    7:Getätigte Einkäufe bei Amazon auf Facebook oder Twitter mitteilen (14.11.2011)
Abbildung    8:Schnittstelle zwischen Flickr und Google bzw. Facebook
Abbildung    9:Nutzertypen und ihre Nutzungsmotive im Social Web
Abbildung    10:Social Web und Semantic Web bei Google Trends
Abbildung    11:Anteil an Smartphone-Nutzenden von allen Mobiltelefonbesitzenden in Deutschland von Januar 2010 bis Dezember 2012 (Statista 2013)
Abbildung    12:Täglich hochgeladene Fotos auf Flickr, Snapchat, Instagram und Facebook
Abbildung    13:Screenshot einer Flickr-Seite ← 490 | 491 →
Abbildung    14:Mit der Flickr-API-Anwendung Bubblr modifiziertes Bild
Abbildung    15:Layout des Fotostreams vor und nach dem Relaunch vom 20. Mai 2013
Abbildung    16:Intertextuelle und intermodale Bezüge auf Flickr-Fotoseiten
Abbildung    17:Bild mit Bildantwort
Abbildung    18:Visualisierung von Related Tags
Abbildung    19:Power-Law-Graph mit Long Tail
Abbildung    20:Tags zur Website flickr.com auf Delicious
Abbildung    21:Komplexität und Domänenumfang von Wissensorganisationssystemen (nach Weller et al. 2010: 134)
Abbildung    22:Tag-Cloud aus den Korpus-Tags, alphabetisch mit Frequenzangaben
Abbildung    23:Tag-Cloud aus den Korpus-Tags, horizontal gemischt, bunt
Abbildung    24:Tag-Cloud aus den Korpus-Tags, Form eines Elefanten
Abbildung    25:Tag-Cloud bei Amazon
Abbildung    26:Tag-Cloud aus Fließtext
Abbildung    27:Bilder zum Tag »roterose« mit Related Tags im TagGraphen
Abbildung    28:ChainGraph: Ressourcen zum Tag »Paris«, präzisiert durch »eiffel tower« und »black and white«
Abbildung    29:Farberkennung in einem Bild
Abbildung    30:Funktionales Tag-Kategorisierungsmodell von Heckner (2009: 127)
Abbildung    31:Cluster auf Flickr am Beispiel von Strauß
Abbildung    32:Übersicht über die verschiedenen Arten von semantischen paradigmatischen Relationen
Abbildung    33:Beispiel für fehlendes Bewusstsein des Publikums
Abbildung    34:Top 10 der Sprachen von Internet-Userinnen und -Usern in 2010 (in Millionen)
Abbildung    35:Beispiel für nonverbal-bildliche Deixis
Abbildung    36:Lokal-, Personal- und Objektdeixis in einer Flickr-Notiz ← 491 | 492 →
Abbildung    37:Passiv mit im Bild realisiertem Agens
Abbildung    38:Figurenrede und Tilgung des Subjekts
Abbildung    39:Rebusbrief von Adolf Rueff an Alma und Bertha Froriep, Mittwoch, 5. Juni 1844
Abbildung    40:Fruit symbols im Unicodeblock Miscellaneous Symbols and Pictographs
Abbildung    41:Fruit symbols in der Schriftart Segoe UI Emoji
Abbildung    42:Fruit symbols in der Schriftart Apple Color Emoji
Abbildung    43:Emoji-Eingabe in WhatsApp
Abbildung    44:Emojis bei Skype
Abbildung    45:Ikonische versus symbolische Zeichen
Abbildung    46:Graphische Umsetzung der Unicodeblöcke »Miscellaneous Symbols» und »Miscellaneous Symbols and Pictographs« in Apple Color Emoji
Abbildung    47:Emojis in WhatsApp: Referenz- und Abtönungsfunktion
Abbildung    48:Emojis in Komposita
Abbildung    49:Bildzeichen als Derivationsbasis und in Abtönungsfunktion (Facebook)
Abbildung    50:Emojis als Substitution für Verb und Adjektiv
Abbildung    51:Frame in den Urlaub fliegen
Abbildung    52:Frame Hochzeit
Abbildung    53:Frame wechselhaftes Wetter (Facebook)
Abbildung    54:Emojis mit Dekorationsfunktion
Abbildung    55:Emojis in kontextualisierender Funktion
Abbildung    56:Weihnachtsbaum aus Emojis
Abbildung    57:Redundante Emojis in einem Kettenbrief
Abbildung    58:Herzsymbol anstelle des Verbs lieben (Facebook)
Abbildung    59:Reaktion auf eine Facebook-Geburtsanzeige: Facebook-Symbole und Emojis
Abbildung    60:Flickr-Foto mit passendem Bildtitel
Abbildung    61:Beispiel für ein Picotale bei So.cl
Abbildung    62:Bing-Startseite mit eingeblendeter Hoverbox
Abbildung    63:Mit Notizen markierte Personen
Abbildung    64:Notiz bei Flickr ← 492 | 493 →
Abbildung    65:Notiz bei Flickr
Abbildung    66:Notiz bei Flickr
Abbildung    67:Notiz bei Flickr
Abbildung    68:Notiz bei Flickr
Abbildung    69:Sticky Note bei Diigo
Abbildung    70:Postkarte mit Himmelsschrift (ungelaufen, 4. September 1909)
Abbildung    71:Postkarte mit Markierung der Unterkunft (ungelaufen, undatiert, Herv. CMS)
Abbildung    72:Postkarte mit Bildinschriften, gelaufen 1905 (Holzheid 2011: 372)
Abbildung    73:Postkarte mit Bezeichnung von Personen, gelaufen 1898 (Holzheid 2011: 399)
Abbildung    74:Liebespostkarte (gel., 26.08.1908)
Abbildung    75:Liebespostkarte (gel., 16.08.1908)
Abbildung    76:Long-Tail-Verteilung der Fotos pro Unique User in der Gruppe Wir sprechen Deutsch
Abbildung    77:Anzahl der Tags pro Account im Großkorpus
Abbildung    78:Verteilung der Tags auf die Bilder im Großkorpus
Abbildung    79:Die 30 häufigsten Tags im Großkorpus
Abbildung    80:Ausschnitt (500 bis 10 000) aus der Long-Tail-Verteilung (Großkorpus)
Abbildung    81:Umfang von Tags im Großkorpus (rechts reduziert)
Abbildung    82:Sprachwahl beim Taggen von Bildern
Abbildung    83:Sprachgebrauch beim Tagging
Abbildung    84:Anteil der Toponyme, Marken- und Eigennamen an den Nomen
Abbildung    85:Tipp- und Rechtschreibfehler in Tags
Abbildung    86:Groß- und Kleinschreibung von Tags im Großkorpus
Abbildung    87:Groß- und Kleinschreibung in Tags nach Sprachen
Abbildung    88:Initialgroßschreibung von Nomen (inkl. Orts- und Eigennamen) im Kleinkorpus
Abbildung    89:Flektierte Wortformen in Tags
Abbildung    90:Wortarten der Tags im Kleinkorpus ← 493 | 494 →
Abbildung    91:Innersprachliche Tag-Tag-Relationen (1 224 Relationen zwischen 620 Tags)
Abbildung    92:Position der Bezugswörter zu den relationalen Tags
Abbildung    93:Formale und inhaltliche Relationen zwischen Tag und Bild
Abbildung    94:Formale Tag-Bild-Relationen
Abbildung    95:Übereinstimmungen von Wortformen in Tags und Titeln
Abbildung    96:Verteilung der Notizen pro Fotoseite
Abbildung    97:Anzahl der Notizen pro Account im Großkorpus
Abbildung    98:Umfang von Notizen
Abbildung    99:Längste Notiz im Großkorpus (1 233 Zeichen)
Abbildung    100:Notiz mit Bezug auf intradiegetischen Text
Abbildung    101:Sprachwahl beim Verfassen von Notizen
Abbildung    102:Sprachgebrauch in Notizen neben Deutsch und Englisch
Abbildung    103:Kommunikative Funktionen von Notizen
Abbildung    104:Kommunikative Grundaufgaben am Beispiel von Notizen (Müller 2012a: 57)
Abbildung    105:Figurenrede
Abbildung    106:Note Art – Portrait
Abbildung    107:Funktionen von Notizen mit direktem Bildbezug (N = 64)
Abbildung    108:Nominationstypen von Notizen
Abbildung    109:Korrektur eines intradiegetischen Textes
Abbildung    110:Übersetzung eines Textes
Abbildung    111:Note Art im Großkorpus
Abbildung    112:Notizfunktion der fiktionalen Narration
Abbildung    113:Notiz-Bild-Relationen (N = 200)
Abbildung    114:Lokaldeiktische Ausdrücke (N = 22)
Abbildung    115:Objektdeiktische Ausdrücke (N = 17)
Abbildung    116:Personaldeiktische Ausdrücke (N = 7)
Abbildung    117:Patiens-Tilgung in einer elliptischen Konstruktion
Abbildung    118:Agens-Tilgung in einer elliptischen Konstruktion ← 494 | 495 →
Abbildung    119:Agens-Tilgung in einer elliptischen Konstruktion mit Notizfeld auf Patiens
Abbildung    120:Agens-Tilgung in einer Passivkonstruktion
Abbildung    121:Inflektive: Agens- und Patienstilgung
Abbildung    122:Anzahl der Notizen pro Dialog
Abbildung    123:Seiten nach der Dialoganzahl je Fotoseite (N = 180)
Abbildung    124:Dialogische Notizen: Adjazenzpaar
Abbildung    125:Positionierung von Notizen: Anordnung
Abbildung    126:Positionierung von Notizen: Ausrichtung bei Überschneidung
Abbildung    127:Emojis in Bildtiteln