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Erinnerungskonkurrenz

Geschichtsschreibung in den böhmischen Ländern vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart

von Joachim Bahlcke (Autor:in)
Monographie 443 Seiten

Zusammenfassung

Deutungen historischer Ereignisse unterliegen vielfältigen Modifikationen, Anpassungen und Ausblendungen, die ihrerseits Ausdruck veränderter Machtverhältnisse, Wertvorstellungen oder Legitimationsbedürfnisse sind. Das östliche Mitteleuropa ist in besonderer Weise geeignet, das Neben-, Mit- und Gegeneinander verschiedener Erinnerungsgemeinschaften in den Blick zu nehmen. Die hier vorgelegten Fallstudien zur böhmischen Ländergruppe stellen verschiedene Typen konkurrierender Geschichtsentwürfe vor, die sich religiös-konfessionell, räumlich-regional oder sprachlich-ethnisch motivierten Interessen verdankten. Dabei wird deutlich: Die erinnerungskulturellen Rivalitäten, die bereits in nachhussitischer Zeit einsetzten, prägten den Prozess der neuzeitlichen Staats- und Nationsbildung nachhaltig.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhalt
  • Geschichtsschreibung im Spannungsfeld von Konfession, Raum und Nation – zur Einführung
  • Geschichtsdeutungen in religiös-konfessioneller Konkurrenz
  • Die tschechische und die slowakische Geschichtsschreibung zu Reformation und konfessionellem Zeitalter. Vom Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart
  • Böhmische Landtagsakten im ostmitteleuropäischen Kontext. Genese, Quellenwert und historiographiegeschichtliche Bedeutung
  • Schlesien als Gegenstand der Ständeforschung. Traditionen und Perspektiven der deutschen, polnischen und tschechischen Geschichtsschreibung
  • Zur Comeniusrezeption der Spätaufklärung in Deutschland. Der Beitrag des Naturforschers und Pädagogen Christian Andreas Zipser (1783–1864) in der Allgemeine[n] Encyclopädie der Wissenschaften und Künste
  • Geschichtsdeutungen in räumlich-regionaler Konkurrenz
  • Die tschechische Geschichtsschreibung über Schlesien im 19. und 20. Jahrhundert. Von Palacky bis zum Zusammenbruch des kommunistischen Systems
  • Entwicklungsphasen und Probleme der oberlausitzischen Historiographie. Vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart
  • „Deutsche Geschichte im Osten Europas“. Räumliche und konzeptionelle Verortungen der böhmischen Länder
  • Das Historische Seminar der Universität Breslau 1811 bis 1945. Fachentwicklung – Personalstand – Forschungsschwerpunkte
  • Erfahrungsraum und Raumkonzept. Die Habsburgermonarchie als Gegenstand der Geschichtsschreibung in den böhmischen Ländern im 19. und 20. Jahrhundert
  • Geschichtsdeutungen in sprachlich-ethnischer Konkurrenz
  • Vergangenheitsarbeit in politischer Absicht. Der Prager Rechtshistoriker Jan Kapras (1880–1947) und seine Forschungen zu Schlesien vor und nach dem Ersten Weltkrieg
  • Von Palacky bis Pekar. Preußen als Thema der tschechischen Geschichtswissenschaft im 19. und frühen 20. Jahrhundert
  • Geschichtsdeutungen in nationaler Konkurrenz. Das Wallensteinbild von Josef Pekar (1870–1937) und seine Rezeption in Böhmen und der Tschechoslowakei
  • Wissenschaft und Nationalitätenkampf. Zur akademischen und hochschulpolitischen Tätigkeit des sudetendeutschen Rechtshistorikers Wilhelm Weizsäcker (1886–1961)
  • Historische Reflexion und politische Legitimation. Die Verfassungsgeschichtsschreibung Kamil Kroftas in der Ersten Tschechoslowakischen Republik
  • Anhang
  • Discrepancy of memories. Historiography in the Bohemian lands from the sixteenth century to the present (Summary)
  • Nachweis der Erstdrucke
  • Verzeichnis der Abbildungen
  • Personenregister
  • Ortsregister
  • Reihenübersicht

Geschichtsschreibung im Spannungsfeld von Konfession, Raum und Nation – zur Einführung

I.

An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert erwarb sich das westböhmische Eger, das die Erinnerung an das Schicksal des kaiserlichen Feldherrn Albrecht von Wallenstein bereits seit langem pflegte, endgültig den Beinamen „Wallensteinstadt“.1 An der Popularisierung und zugleich Politisierung des historischen Stoffes hatten die 1908 begründeten Wallenstein-Festspiele erheblichen Anteil. „Ein wachsendes Interesse für die Vergangenheit ihres Volkes scheint die Deutschen zu erfüllen“, heißt es in einer kleinen Broschüre, die Josef Pohl, Lehrer am örtlichen Staatsgymnasium, über das städtische Großereignis verfasst hatte. „Denn das Fest, das Erinnerungen an eine ruhmreiche und bewegte Vergangenheit wachrief, das getragen wurde von dem Bewußtsein echten, bodenständigen Volkstums, war mehr als ein bloßer Fastnachtsscherz, durch den die Stadt ihre materiellen Einnahmsquellen erhöhen wollte, es war eine große kulturelle Tat, wurzelnd in alter Egerländer Sitte und Tradition, es war vor allem auch eine echt patriotische und nationale Tat.“ Ähnlich wie der Autor, der die Aufführung „reich“, nach seinem Empfinden „fast zu reich [...] an politischen Anspielungen“ fand und in der Schlussszene „im kleinen de[n] Kampf zwischen den beiden in Böhmen ansässigen Volksstämmen“ erblickte, werden andere Zeitgenossen das Spektakel wohl auch empfunden und aufgenommen haben.2 ← 7 | 8 →

Ebenfalls großen Anklang fand das für die Festspiele in Eger von Richard Teschner entworfene Jugendstilplakat,3 das man auch für die Aufführungen in den Jahren 1909 und 1911, jeweils mit aktualisierten Hinweisen im unteren Textteil, verwendete. Auf dem Umschlag dieses Buches ist das Werbeplakat der dritten Festspiele zu sehen, das als Motiv auch auf Informationsprospekten, Postkarten und Wandkacheln benutzt wurde und so über das Egerland hinaus bekannt wurde. Der aus Karlsbad gebürtige deutschböhmische Maler, Grafiker und Kunsthandwerker, der 1909 nach Wien übergesiedelt war, hatte sich bei seiner Darstellung an einem Kupferstich aus den späteren 1620er Jahren orientiert, der den kaiserlichen Generalissimus in imposanter Pose – zu Pferd im Harnisch mit Schärpe und Halskrause, ohne Helm, den Marschallstab in der linken Hand haltend – darstellte. Verändert hatte Teschner den Hintergrund: Statt eines dem Feldherrn folgenden Heeres war unter dem hochsteigenden Pferd nun die Burganlage von Eger zu sehen, einer Grenzstadt der Habsburgermonarchie, in der sich die Nationalisierung des gesellschaftlichen Lebens im 19. Jahrhundert früher vollzog als in anderen Städten der böhmischen Länder.4

Im neuen tschechoslowakischen Staat, der nach dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns 1918 entstanden war, fanden die Egerer Festspiele zunächst keine Fortsetzung. Erst im Gedenkjahr 1934, als man vielerorts des 300. Todestags Wallensteins gedachte, lebten sie wieder auf. An den einzelnen Aufführungen in den 1930er Jahren lassen sich die politische Radikalisierung und Ideologisierung, die das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Deutschen in der Tschechoslowakei immer stärker prägten, nicht übersehen. Das Bühnenspiel als „Repräsentant eines ehrlichen sudetendeutschen Kulturwillens“, als „leuchtende Bekundung des kulturellen Lebenswillens des deutschen Egerlandes und des Sudetendeutschtums überhaupt“5 – dafür bürgte namentlich der aus Brünn ← 8 | 9 → stammende Festspielleiter und Intendant der Festspiele von 1934, 1938 und 1939, Theodor Anton Modes, der im Rückblick noch Ende der 1950er Jahre von dem „tief ergreifenden, unvergeßlichen Bekenntnis zu deutscher Freiheit, Einheit und Gemeinschaftskultur“ in jenen Jahren schwärmte.6 Wallenstein, der im historisch-politischen Bewusstsein der Deutschböhmen bereits während des 19. Jahrhunderts einen festen Platz eingenommen hatte, avancierte endgültig zu einer Symbolfigur völkisch-nationaler Geschichtsdeutung.

Die von tschechischen Historikern dagegen betriebene Erinnerung an den böhmischen Aristokraten, der 1634 in Eger ermordet worden war, stand lange Zeit vollständig im Schatten der als nationale Katastrophe gedeuteten Frühphase des Dreißigjährigen Krieges. Dass sich dennoch Ende des 19. Jahrhunderts mit Josef Pekař ein junger, talentierter Historiker in Prag der Erforschung gerade dieser Persönlichkeit zuwandte, hing zunächst mit der prinzipiellen Konkurrenz der aufstrebenden tschechischen Geschichtswissenschaft gegenüber den diskursbestimmenden Fachvertretern in Deutschland und Österreich zusammen.7 Es ist offensichtlich, dass es Pekař auch darum ging, einen Teil der nationalen Vergangenheit der Tschechen der Deutungshoheit der deutschsprachigen Geschichtswissenschaft zu entziehen – ganz im Stil eines František Palacký, der schon in den 1830er Jahren mit dem Berliner Historiker Friedrich Förster in der Frage der sprachlich-ethnischen Identität Wallensteins publizistisch die Klingen gekreuzt hatte.8 Auch im Fall der tschechischen Historiographie lässt sich im Gedenkjahr 1934, das ähnlich wie von der deutschsprachigen Bevölkerung der Tschechoslowakei mit Ausstellungen, Vorträgen und anderen Feiern begangen wurde, ein neuer, im Vergleich zu früheren Jahrzehnten ungleich souveränerer Umgang mit dem schwierigen Erbe beobachten. Dies änderte sich allerdings schlagartig, als die politische Indienstnahme des historischen Stoffes auf Seiten der Deutschen im Land jedes Maß zu verlieren drohte. Der politische Antagonismus beförderte eine Erinnerungskonkurrenz, die sich am Ende vom eigentlichen Gegenstand der Erinnerung weit entfernte.9 ← 9 | 10 →

II.

Die mit Blick auf die Umschlagabbildung skizzierte, in der vorliegenden Aufsatzsammlung noch näher erläuterte Fallstudie über die Entstehung und Zeitgebundenheit antagonistischer Geschichtsdeutungen ließe sich durch eine Vielzahl anderer Beispiele ergänzen, die in ganz ähnlicher Weise von den politischen und historiographischen Verwerfungen des 19. und 20. Jahrhunderts im östlichen Mitteleuropa zeugen, einem Raum, für den die vielfach verflochtenen Erinnerungen und sich überlappenden Nationalgeschichten charakteristisch sind.10 Über solche „rivalisierenden Erinnerungsentwürfe“, über das stets komplexe „Erinnerungsgeschehen in den einzelnen Erinnerungsräumen“, Formen von „Erinnerungsgemeinschaft“, „Erinnerungshegemonien“ und eine aus diesen Gegebenheiten resultierende „Erinnerungskonkurrenz“ gibt es unterdessen eine kaum noch zu überblickende Zahl von Einzelstudien, die sich theoretischer Ansätze und Ergebnisse der kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung verdanken; die „Konjunktur der Erinnerung in der Wissenschaft“,11 so Günter ← 10 | 11 → Oesterle schon im Jahr 2005, ist augenfällig. Das Aufkommen von Erinnerungskonkurrenz lässt sich in einem weitesten Sinn mit Aleida Assmann als eine Art „Verteilungskampf“ verstehen, „in dem Gruppen und Nationen die knappe Ressource Aufmerksamkeit für die jeweils eigene Leidensgeschichte mobilisieren“.12 Historische Ereignisse als solche mögen unverrückbar sein, die Deutungen dieser Ereignisse jedoch unterliegen vielfachen Modifikationen, Anpassungen und Ausblendungen. Sie sind damit zugleich Ausdruck veränderter Machtverhältnisse, Wertvorstellungen oder Legitimationsbedürfnisse.

Seit dem frühen 19. Jahrhundert verlief die „Frontlinie der Erinnerungskonkurrenz“13 vor allem zwischen den Nationen. Auch den einschlägigen Forschungsbemühungen der letzten Jahrzehnte, die sich auf Formen und Funktionen kollektiver Memoria, unterschiedliche Geschichtsnarrative, Normwandel und Deutungskämpfe konzentrierten, ist anzumerken, dass sie zum größeren Teil in einem nationalen Erfahrungsraum entstanden sind. Das Neben-, Mit- und Gegeneinander anderer Erinnerungsgemeinschaften in den Blick zu nehmen, und dies in einem nationen- und epochenübergreifenden Zugriff, ist ein vergleichsweise junger Ansatz. Als besonders fruchtbar hat er sich bei der näheren Untersuchung religiöser Erinnerungsorte erwiesen.14 Dabei wurde deutlich, dass Geschichtsdeutungen in religiös-konfessioneller Konkurrenz gerade in Räumen mit später und unvollkommener nationalstaatlicher Strukturierung mitunter wirkungsmächtiger waren als nationale Meistererzählungen. Im östlichen Europa scheint die „nationsübergreifende Konstante religiöser Erinnerung“ geradezu ein raumkonstituierendes Element gewesen zu sein.15

Eine dritte Variante von Erinnerungskonkurrenz schließlich, die eng mit der besonderen Staats- und Nationsbildung in Ostmitteleuropa zusammenhängt, ergibt sich als Konsequenz aus der Existenz traditionell starker territorialer Subeinheiten mit entsprechend selbstbewussten politisch-gesellschaftlichen Füh ← 11 | 12 → rungsgruppen. In den großräumigen Herrschaftsbildungen, den polnischen, böhmischen und ungarischen Ländern, entwickelte sich der Regionalismus zu einem einheits- und identitätsstiftenden Strukturprinzip mit hoher innerer Integrationskraft. Alternativen dazu bestanden angesichts der religiösen, sprachlichethnischen und kulturellen Gemengelage in der Großregion, die bis zum Ersten Weltkrieg von einer nationalstaatlichen Gliederung weit entfernt war, nicht.16 Die regionale Ordnung war freilich keine föderale Ordnung, sondern kannte innere Hierarchien und Abhängigkeiten, Abgrenzungs- und Superioritätsbestrebungen. Das den Eliten der einzelnen Länder eigene Landesbewusstsein war gleichzeitig die Basis eines Geschichtsbewusstseins, das eine vertikale Dimension hatte (und unter dem Begriff „ständische Geschichtsschreibung“17 im Gegensatz zur höfischen Historiographie untersucht wurde), das aber eben auch eine bisher kaum beachtete horizontale Dimension besaß in Konkurrenz zu anderen regionalen Vergangenheitskonzeptionen.18

Für alle drei Typen von Erinnerungskonkurrenz – für Geschichtsdeutungen in religiös-konfessioneller, in räumlich-regionaler und in sprachlich-ethnischer Konkurrenz – bietet die in dieser Aufsatzsammlung im Mittelpunkt stehende böhmische Ländergruppe ein exzellentes Untersuchungsgebiet. Konkurrierende Geschichtsentwürfe entstanden hier bereits als Folge der hussitischen Revolution Anfang des 15. Jahrhunderts, als innerhalb von weniger als zwei Jahrzehnten die Einheit der kirchlichen Lehre und des kanonischen Rechts zerbrach. Die Erschütterung der alten Ordnung ging in Böhmen sehr viel weiter als bei ver ← 12 | 13 → gleichbaren Bewegungen in der lateinischen Christenheit. In der Folge entstand ein breites Spektrum neuer religiöser Strömungen – und damit die fortwährende Herausforderung, nicht nur zu einem Ausgleich zwischen den einzelnen Gruppen und zu öffentlicher Toleranz, sondern auch zu Selbstvergewisserung, Identitätsbildung und Abgrenzung durch eigene historiographische Verortungen zu kommen.19 Von großer Vielfalt geprägt war ebenso das gesamte politische System, dessen Unionsstrukturen bis in die Neuzeit Bestand hatten und die nationalpolitischen Diskurse bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts nachhaltig beeinflussten.20 Dass darüber hinaus das allmähliche Entstehen zweier Parallelgesellschaften in den böhmischen Ländern die Ausarbeitung unterschiedlicher Geschichtsentwürfe beförderte, zeigt bereits das einleitend vorgestellte Beispiel.

Historiographische Untersuchungen zu zusammengesetzten Staaten – und eine solche „monarchische Union“ von Ständestaaten war nicht nur die Habsburgermonarchie, sondern bei Lichte besehen auch die böhmische Ländergruppe selbst21 – sind freilich ein schwieriges Metier.22 Es scheint das Schicksal von Vielvölkerstaaten zu sein, dass sie von den modernen, in Konkurrenz zueinander entwickelten Nationalhistoriographien der sogenannten Nachfolgestaaten nur bruchstückhaft wahrgenommen werden.23 Das Geschichtsbild der ← 13 | 14 → Habsburgermonarchie besteht letztlich „aus miteinander konkurrierenden Teilerzählungen, die sich seit dem 19. Jahrhundert innerhalb des Rahmens unterschiedlich konzipierter Großerzählungen formierten, und zwar zum Teil als eine Leidens- und Verlustgeschichte, [...] zum Teil als eine Erfolgsgeschichte“. Aus diesem Grund sei es auch problematisch, von einer „Geschichtsschreibung der Habsburgermonarchie“ zu sprechen, so Petr Maťa und Thomas Winkelbauer, „denn diese konstituiert sich erst in den letzten Jahren aufgrund des Konzepts eines zusammengesetzten frühmodernen Staates aus der Gemengelage der bis heute nachwirkenden imperialen, nationalen und regionalen Traditionen der Gechichtsschreibung“.24

Ganz ähnlich ließe sich der Befund für das historiographische Gesamtbild der böhmischen Ländergruppe beschreiben, das vielfältige Segmentierungen der Vergangenheit aufweist und sich lange nur aus den Partikulargeschichten tschechischer, polnischer und deutscher Historiker additiv zusammensetzen ließ. Gleichsam als Türöffner für einen neuen Blick auf den alten Länderverband, die hier praktizierte Mehrfachherrschaft und die daraus resultierenden Erinnerungskonkurrenzen erwiesen sich die Forschungen von Jaroslav Pánek seit den 1980er Jahren.25 Sie wurden in den letzten zwei Jahrzehnten thematisch wie methodisch weiter ausgebaut. Die Tatsache, dass einzelne Territorien der Krone im 17. und 18. Jahrhundert verloren gingen und unter eine andere Oberherrschaft gerieten, spielt für das Fortwirken erinnerungskultureller Rivalitäten im Grundsatz keine Rolle – auch dafür bieten die hier versammelten Studien anschauliche Beispiele. ← 14 | 15 → Am deutlichsten wird dies bei dem Wissenschaft wie Öffentlichkeit gleichermaßen beschäftigenden Diskurs um das „Böhmische Staatsrecht“ (české státní právo) im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, hinter dem zwar konkrete politische Forderungen der Gegenwart standen, der aber in hohem Maße mit historischen Darlegungen geführt wurde und damit noch einmal die alten Gräben, vertieft durch neue nationalpolitische Antagonismen, aufriss.26

III.

Die für die vorliegende Aufsatzsammlung ausgewählten Fallstudien wurden idealtypisch den drei genannten Varianten von Erinnerungskonkurrenz, die wir im östlichen Mitteleuropa und speziell in der böhmischen Ländergruppe vorfinden, zugeordnet. Überschneidungen liegen dabei in der Natur der Sache, denn Erinnerungsgemeinschaften nutzen naheliegenderweise alle Abgrenzungsmerkmale gegenüber konkurrierenden Gruppen, um den Argumenten der eigenen Geschichtsdeutung zusätzliches Gewicht zu verleihen und so ein Höchstmaß an Überzeugungskraft zu erzielen. In einer Großregion wie Ostmitteleuropa, wo es nirgendwo eine Kongruenz zwischen politischen und sprachlich-ethnischen Grenzen gab, ist dies vielerorts zu beobachten.27 Augenfällig ist beispielsweise die Gruppenkonfessionalisierung entlang der Sprachgrenzen, die zur Folge hatte, dass religiöse und sprachlich-ethnische Gruppenmerkmale annähernd zusammenfielen. Die sich daraus ergebenden „konfessionsnationalen“ Identitätsbildungen zogen dann ihrerseits entsprechende Vergangenheitskonzeptionen nach sich.28 ← 15 | 16 →

Der erste thematische Schwerpunkt („Geschichtsdeutungen in religiös-konfessioneller Konkurrenz“) wird mit einer Studie eingeleitet, die den wechselvollen Umgang der jüngeren tschechischen und slowakischen Geschichtsschreibung mit Fragen der religiösen Entwicklung vom 15. bis zum 18. Jahrhundert nachzeichnet. Die „gespaltene Geschichtsforschung“,29 der von Wissenschaftlern im Land geführte offizielle Diskurs und der unabhängige Beitrag von Experten im Exil, spielte dabei ebenso eine Rolle wie die unterschiedliche institutionelle und thematische Ausrichtung der Kirchenhistoriker in den beiden Staatshälften nach Ende des Zweiten Weltkriegs bzw. nach der Auflösung der Tschechoslowakei zum 1. Januar 1993 in deren beiden Nachfolgerepubliken. Es folgt ein Blick auf eines der erfolgreichsten Projekte der tschechischen Geschichts- und Archivwissenschaft, die sich seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts in einem beachtlichen Professionalisierungsprozess befand: die Edition der böhmischen Landtagsakten. Das Prestigeunternehmen verdankte sich der historischen Rückbesinnung auf die ständepolitische – und damit eng verbunden auf die konfessionelle – Eigenständigkeit der böhmischen Länder vor 1620, an die es seit der nationalen Wiedergeburtsbewegung zu erinnern galt. Ständische und evangelische Interessen waren in der doba předbělohorská, in der das Königreich Böhmen als Paradefeld politisch-religiöser Freiheiten galt, nahezu deckungsgleich. Auch der anschließende Beitrag gilt den Ständen, die historiographisch freilich, wie der Blick auf das Oderland beweist, von polnischen, tschechischen und preußisch-deutschen Historikern gänzlich unterschiedlich beschrieben und bewertet werden konnten. Bemerkenswert ist, dass der Blick der Historiker in Schlesien noch im 19. Jahrhundert nach Prag gerichtet war: Das alte Zentrum verlor auch nach der Zäsur von 1740/42 nicht völlig seine Strahlkraft und seinen Vorbildcharakter. Welchen historiographischen Schwankungen ein einzelner Akteur des konfessionellen Zeitalters im mitteleuropäischen Kontext unterliegen konnte, wird abschließend am Beispiel des tschechischen Theologen und Philosophen Johann Amos Comenius verdeutlicht.

Der mit „Geschichtsdeutungen in räumlich-regionaler Konkurrenz“ überschriebene zweite Themenschwerpunkt widmet sich zum einen den binnenter ← 16 | 17 → ritorialen Erinnerungskonflikten, die sich in Spätmittelalter und Früher Neuzeit aus den realpolitischen Spannungen zwischen Hauptland (Böhmen) und Nebenländern (Mähren, Schlesien, Ober- und Niederlausitz) ergaben, zum anderen den räumlichen und konzeptionellen Verortungen der böhmischen Länder, und zwar sowohl aus der Perspektive der deutschen reichsgeschichtlichen Tradition als auch aus dem Blickwinkel der habsburgisch-österreichischen Gesamtstaatsgeschichte.

Aus der einleitenden Fallstudie zur tschechischen Geschichtsschreibung über Schlesien im 19. und 20. Jahrhundert wird deutlich, wie unterschiedlich die historiographische Zuwendung zu einer Nachbarregion – trotz der an sich stets gleichbleibenden räumlichen Nähe – letztlich motiviert sein konnte. Dass dabei der Blick vom Zentrum in die Peripherie ein völlig anderer ist als umgekehrt der vom historischen Nebenland zum Hauptland, zeigt die Studie zu den Entwicklungsphasen und Problemen der oberlausitzischen Historiographie vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Indizien für die räumlich-regionale Konkurrenz lassen sich in großer Zahl finden, auch nach dem Ausscheiden des Sechsstädtelandes aus dem böhmischen Länderverband, aber sie bedürfen eines genauen Hinsehens. Dann erscheint – um nur ein Beispiel zu nennen – die von Nicklas Sigismund von Redern besorgte, 1724 im schlesischen Hirschberg veröffentlichte und dem böhmischen Oberstkanzler gewidmete Urkundensammlung zur Geschichte der Oberlausitz plötzlich in anderem Licht,30 wurde durch sie doch gezielt an die Zeit der böhmischen Herrschaft und deren libertäre Verfassung erinnert, um Angriffe des sächsischen Landesherrn auf die Autonomie des heimischen Adels abzuwehren. Dass sich die böhmischen Länder freilich räumlich und konzeptionell auch gänzlich anders verorten lassen, wird aus der anschließenden Abhandlung zu dem von deutschen Historikern in den 1980er Jahren initiierten Projekt „Deutsche Geschichte im Osten Europas“ deutlich. Hier wie auch bei der folgenden Studie über das Historische Seminar der Universität Breslau von 1811 bis 1945 ist zu sehen, in welchem Maße der eigene geographische Standort den Blick auf die Vergangenheit und räumliche Zuordnungen präfiguriert, sah sich doch nicht nur Gustav Adolf Harald Stenzel, der ← 17 | 18 → 1820 als Privatdozent von Berlin nach Breslau gekommen war, in Schlesien gleich „auf drei Seiten von slavischen Volksstämmen“ umgeben und von dem aus seiner Sicht eigentlichen – dem deutschen – Kulturleben abgeschnitten.31 Im letzten Beitrag schließlich, der sich am Beispiel der Habsburgermonarchie mit prinzipiellen Problemen mehrgliedriger Länderkomplexe und der Hierarchisierung territorialer Subsysteme auseinandersetzt, wird ebenfalls das Verhältnis der böhmischen Länder zum römisch-deutschen Reich bzw. zu einem deutschen Nationalstaat thematisiert; im Mittelpunkt aber steht die Frage, welche Auswirkungen der Erfahrungsraum eines Historikers auf Erinnerungsformen und Raumkonzepte generell besitzt.

Unter „Geschichtsdeutungen in sprachlich-ethnischer Konkurrenz“, der übergeordneten Fragestellung des dritten Themenblocks, werden verschiedene Vergangenheitskonstruktionen an biographischen Fallstudien des 19. und 20. Jahrhunderts erläutert. Alle hier näher vorgestellten Historiker – Jan Kapras, Josef Pekař, Kamil Krofta und Wilhelm Weizsäcker – hatten zu bestimmten Zeiten ihrer wissenschaftlichen Karriere ein ausgesprochenes Nahverhältnis zur Politik, sei es durch staatliche Ämter oder Beauftragungen, sei es durch eigenes parteipolitisches oder publizistisches Engagement. Im Prozess der Nationalisierung und Ideologisierung von Geschichte waren sie alle auf ihre Weise Nation Builders32 – für die tschechische Nation, für eine tschechoslowakische Staatsnation oder für eine „sudetendeutsche Nation“,33 von der nach dem Ersten Weltkrieg immer häufiger die Rede war. Die hier vorgestellten Geschichtsdeutungen finden sich durchaus in akademisch-wissenschaftlichen Schriften, nicht minder häufig aber auch in Tages- und Wochenzeitungen, Broschüren und populären Darstellungen. Wie wichtig es ist, neben den fachlichen Diskursen zugleich Geschichtsbilder außerhalb der gelehrten Welt ins Auge zu fassen, zeigt schließlich die Studie über Preußen als Thema der tschechischen Geschichtswissenschaft im 19. und frühen 20. Jahrhundert. ← 18 | 19 →

IV.

Die Historiographiegeschichte der böhmischen Länder hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten, in denen die hier zum Abdruck kommenden Beiträge entstanden sind, ebenso rapide weiterentwickelt wie andere Richtungen und Betrachtungen der tschechischen, polnischen und deutschen Geschichtswissenschaft. Die einstige Überschaubarkeit der historischen Produktion speziell in Tschechien ist längst einer Unübersichtlichkeit gewichen, die sich generell der Pluralisierung der Zugänge zur Vergangenheit, der Aufarbeitung jahrzehntelang marginalisierter oder tabuisierter Themen und Autoren, aber auch schlicht den Veränderungen des tschechischen Buchmarkts verdankt. Es wäre insofern nicht nur unmöglich gewesen, die Fallstudien dieser Aufsatzsammlung konsequent zu überarbeiten und um neuere Studien zu ergänzen, es wäre auch dem Gegenstand nicht angemessen gewesen. Denn Historiographiegeschichte lebt davon, dass sie bestimmte Deutungsmuster und Positionen konkreten Zeitpunkten, Phasen und Wissenshorizonten zuordnen kann, um die Bedingtheit und Veränderung historischer Urteile (und Vorurteile) aufzeigen zu können. Das gilt auch für die hier vorgelegten Beiträge, die Zeugnis ablegen von ihrer jeweiligen Entstehungszeit. Sie wurden daher in ihrer Ausgangsform belassen und lediglich sprachlich-stilistisch überarbeitet und vereinheitlicht.

Für die fachliche wie finanzielle Unterstützung bei der Drucklegung dieses Buches und dessen Aufnahme in die Schriftenreihe „Forschungen zu Geschichte und Kultur der böhmischen Länder“ bin ich der Historischen Kommission für die böhmischen Länder und ihrem Obmann, Robert Luft (München), zu besonderem Dank verpflichtet. Von den Vorstandsmitgliedern danke ich ferner Thomas Winkelbauer (Wien), der das Manuskript vollständig las und für die Texteinrichtung wichtige Anregungen gab. Bei der mitunter schwierigen Bildbeschaffung waren Urszula Bończuk-Dawidziuk (Breslau/Wrocław), Jan Chodějovský (Prag/Praha), Marhata Deleńkowa (Bautzen), Mona Garloff (Stuttgart), Jiří Just (Prag/Praha), Christian Lotz (Marburg an der Lahn), Wojciech Mrozowicz (Breslau/Wrocław) und Petr Zemek (Ungarisch Brod/Uherský Brod) eine große Unterstützung. Mehrere Aufsätze stehen in enger Beziehung zu Lehrveranstaltungen an der Universität Stuttgart; die dort geführten Diskussionen kamen diesem Buch ebenso zugute wie die reichen Bestände der Institutsbibliothek, die einen großen Fundus an Altdrucken zur frühneuzeitlichen Geschichte Ostmitteleuropas besitzt. Dem Verein der Freunde des Historischen ← 19 | 20 → Instituts der Universität Stuttgart ist es seit langen Jahren ein Anliegen, die Verbindung von Forschung und Lehre zu unterstützen und die Ausstattung der Bibliothek zu verbessern. Für diese wichtige Arbeit im Allgemeinen und die großzügige Förderung dieses Buches im Besonderen sei dem Verein und vor allem seinem Vorsitzenden, meinem Stuttgarter Kollegen Eckart Olshausen, mein aufrichtiger Dank ausgesprochen. Ein letzter Dank gilt Oliver Rösch (Würzburg), der die Entstehung des Buches und dessen Herstellung wie stets mit großer Souveränität und Sachkenntnis begleitet hat.

Die einzelnen Studien entstanden an verschiedenen Orten, in Berlin, Leipzig, Erfurt und Stuttgart, und entsprechend groß ist der Kreis derer, denen im Grunde zu danken wäre für all die Diskussionen und Gespräche, die einem jedem Beitrag – der am Ende nur einen Autor nennt – vorausgehen und ohne die vieles nicht die Gestalt angenommen hätte, die es schließlich annahm. Das ist an dieser Stelle nicht möglich. Ein Kollege und langjähriger Freund aber, der zum Gegenstand dieses Buches selbst seit Jahrzehnten forscht und entsprechend große Bedeutung hat als Gedankengeber und Ansprechpartner, soll namentlich genannt werden: Jaroslav Pánek (Prag/Praha). Unsere Wege kreuzten sich erstmals noch vor der politischen Wende von 1989/90 während meines Studiums in Freiburg im Breisgau, als er dort für ein Semester am Lehrstuhl für Neuere und Osteuropäische Geschichte unterrichtete. Während eines eigenen einjährigen Forschungsaufenthalts an der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften in Prag sahen wir uns regelmäßig, wenn es sein musste, auch nach Mitternacht. Ohne seine Hilfestellung – und seinen sanften, aber unmissverständlichen Druck – wäre ich vor allem mit der Arbeit in den Archiven heillos überfordert gewesen. Dass er mich „väterlich betreute“, wie ich im Vorwort meiner Dissertation 1994 schrieb, hat Pánek, Jahrgang 1947, nur kurz irritiert. Es folgten in den beiden folgenden Jahrzehnten unzählige weitere Unternehmungen – von gemeinsamen Tagungen, Publikationen und Ausstellungsprojekten bis hin zu persönlichen Besuchen, auch im größeren Familienkreis. Alle diese Begegnungen waren fachlich anregend und menschlich bereichernd. Jaroslav Pánek, dem vorzüglichen Kenner der ostmitteleuropäischen Geschichte und Freund, sei dieses Buch gewidmet.

Kirchheim unter Teck, im Juli 2016Joachim Bahlcke
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1      DAVIES, Steffan: The Wallenstein Figure in German Literature and Historiography 1790–1920. Leeds/London 2010 (Modern Humanities Research Association: Texts and Dissertations 76), 100f., 109f.

2      POHL, Josef: Die Wallenstein-Festspiele in Eger im Jahre 1908. In: Jahresbericht über das k. k. Staatsgymnasium in Eger (Böhmen) für das Schuljahr 1908–1909. Eger 1909, 3–12, hier 3, 11f. Zum Hintergrund vgl. BOHÁČ, Jaromír/JANÁČEK, Josef/KUBŮ, František: Albrecht z Valdštejna a Cheb – Albrecht von Wallenstein und Eger. ChebEger 22005; FENDL, Elisabeth: Das Museum als Brennpunkt. Deutsche Bewegung in Stadt und Land Eger. In: KAISEROVÁ, Kristina/KUNŠTÁT, Miroslav (Hg.): Die Suche nach dem Zentrum. Wissenschaftliche Institute und Bildungseinrichtungen der Deutschen in Böhmen (1800–1945). Münster/New York 2014 (Schriftenreihe der Kommission für Deutsche und Osteuropäische Volkskunde in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde 96), 455–488.

3      MELLINGHOFF, Frieder (Hg.): Plakatanschlag für Friedrich Schiller. Theaterplakate deutschsprachiger Bühnen. Dortmund 1980, 36f., Abb. 8. Zu Teschner vgl. DENSCHER, Bernhard: Österreichische Plakatkunst 1898–1938. Wien 1992, 203.

4      KRZOSKA, Markus: Brückenlandschaft oder Ende der Welt? Das Egerland als Grenzgebiet im langen 19. Jahrhundert. In: DUHAMELLE, Christophe/KOSSERT, Andreas/STRUCK, Bernhard (Hg.): Grenzregionen. Ein europäischer Vergleich vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Frankfurt/New York 2007, 247–270.

5      ERGERT, Rudolf: Die Egerer Wallensteinfestspiele 1934. Rückblick auf ein stolzes Ereignis Egerer Geschichte. In: DERS. (Hg.): Sudetendeutsche Schiller-Festspiele 1938, 57–61, hier 57, 59.

6      MODES, Th[eodor]: Von Wallenstein-Festspielen zum Schiller-Bayreuth. In: Stifter-Jahrbuch 6 (1959) 191–199, hier 198f.

7      KUTNAR, František/MAREK, Jaroslav: Přehledné dějiny českého a slovenského dějepisectví. Od počátků národní kultury až do sklonku třícátých let 20. století. Praha 1997, 489–512.

8      KOŘALKA, Jiří: František Palacký (1798–1876). Životopis. Praha 1998, 121, 128, 561f.

9      Für eine solche Erinnerungskonkurrenz war die historische Figur Wallenstein geradezu prädestiniert. Vgl. KASTEN, Tilman: Historismuskritik versus Heilsgeschichte. Die Wallenstein-Romane von Alfred Döblin und Jaroslav Durych. Köln/Weimar/Wien 2016 (Intellektuelles Prag im 19. und 20. Jahrhundert 11); BAHLCKE, Joachim/KAMPMANN, Christoph (Hg.): Wallensteinbilder im Widerstreit. Eine historische Symbolfigur in Geschichtsschreibung und Literatur vom 17. bis zum 20. Jahrhundert. Köln/Weimar/Wien 2011 (Stuttgarter Historische Forschungen 12); MANNIGEL, Holger: Wallenstein in Weimar, Wien und Berlin. Das Urteil über Albrecht von Wallenstein in der deutschen Historiographie von Friedrich Schiller bis Leopold von Ranke. Husum 2003 (Historische Studien 474).

10    AUST, Martin/RUCHNIEWICZ, Krzysztof/TROEBST, Stefan (Hg.): Verflochtene Erinnerungen. Polen und seine Nachbarn im 19. und 20. Jahrhundert. Köln/Weimar/Wien 2009 (Visuelle Geschichtskultur 3); HADLER, Frank/MIDDELL, Matthias: Auf dem Weg zu einer transnationalen Geschichte Ostmitteleuropas. In: Comparativ. Zeitschrift für Globalgeschichte und vergleichende Gesellschaftsforschung 20/1–2 (2010) 8–29; KOCKA, Jürgen: Das östliche Mitteleuropa als Herausforderung für eine vergleichende Geschichte Europas. In: Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung 49/2 (2000) 159–174.

11    OESTERLE, Günter: Einleitung. In: DERS. (Hg.): Erinnerung, Gedächtnis, Wissen. Studien zur kulturwissenschaftlchen Gedächtnisforschung. Göttingen 2005 (Formen der Erinnerung 26), 11–23, hier 13. Die zuvor genannten Begriffe finden sich in einem Beitrag dieses Sammelwerks. Vgl. LOTTES, Günther: Erinnerungskulturen zwischen Psychologie und Kulturwissenschaft. Ebd., 163–184, hier 172. Vgl. ferner den konzisen Forschungsbericht von LANGTHALER, Ernst: Gedächtnisgeschichte: Positionen, Probleme, Perspektiven. In: Beiträge zur historischen Sozialkunde [Sondernummer] (1999) 30–46.

12    ASSMANN, Aleida: Erinnerungskonkurrenzen. In: FEICHTINGER, Johannes/UHL, Heidemarie (Hg.): Habsburg neu denken. Vielfalt und Ambivalenz in Zentraleuropa. 30 kulturwissenschaftliche Stichworte. Wien/Köln/Weimar 2016, 52–58, hier 52.

Details

Seiten
443
ISBN (ePUB)
9783631698327
ISBN (PDF)
9783653053333
ISBN (MOBI)
9783631698334
ISBN (Hardcover)
9783631660416
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2016 (September)
Schlagworte
Böhmische Länder Historiographiegeschichte Bildung und Wissenschaft Staats- und Nationsbildung Böhmen, Mähren, Schlesien, Oberlausitz, Niederlausitz Historiker
Erschienen
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2016, 443 S., 47 s/w Abb.

Biographische Angaben

Joachim Bahlcke (Autor:in)

Joachim Bahlcke ist ordentlicher Professor und Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Stuttgart. Seine wichtigsten Veröffentlichungen gelten der Religions-, Sozial- und Verfassungsgeschichte Mittel- und Ostmitteleuropas vom 16. bis zum 20. Jahrhundert.

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Titel: Erinnerungskonkurrenz