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Hybridbildungen und ihre Rezeption unter den deutschen Muttersprachlern

von Anna Dargiewicz (Autor:in)
Monographie 136 Seiten

Zusammenfassung

Das Buch ergänzt die Monographie der Autorin über das Phänomen der Hybridbildungen im Gegenwartsdeutschen, in der sie sich dem systematisch-linguistischen Aspekt dieses Phänomens widmete. Hier nun werden die linguistischen Untersuchungen zu sprachlichen Phänomenen aus sozialer Perspektive betrachtet, denn Sprache funktioniert nicht von den Menschen isoliert. Sie wird von ihnen entwickelt und an die bestehenden Verhältnisse angepasst. Die zu diesem Zweck durchgeführte Befragung veranschaulicht, dass die meisten zur Untersuchung ausgewählten deutschen Muttersprachler nicht zu der Gruppe der leidenschaftlichen Sprachpuristen gehören. Vielmehr verstehen sie die Entwicklung der Sprache, die wesentlich vom fremdsprachigen Einfluss angetrieben wird, als einen unaufhaltsamen und kommunikationsfördernden Prozess. Die mit Hilfe des anonymen Fragebogens befragten Personen stehen in überwiegender Zahl den fremden Einflüssen auf die deutsche Sprache offen gegenüber, sofern diese das Verständnis der Äußerung nicht beeinträchtigen.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einleitung
  • 1 Theoretischer Hintergrund der empirischen Analyse
  • 1.1 Fremde Einflüsse auf die deutsche Sprache
  • 1.2 Fremdwort und Lehnwort
  • 1.3 Hybridbildung
  • 1.4 Verdeutschung?
  • 1.5 Englischkenntnisse der Deutschen
  • 2 Einführung in die Analyse der Fragebogenergebnisse
  • 2.1 Untersuchungszeitraum, -ort und Beschreibung der Zielgruppen
  • 2.2 Aufbau des Fragebogens
  • 3 Analyse und Auswertung der gewonnenen Daten
  • 3.1 Methodisches Vorgehen
  • 3.2 Aufstellung von Hypothesen
  • 3.3 Ergebnisse der Auswertung
  • 3.3.1 Analyse der 1. Fragebogenfrage
  • 3.3.2 Analyse der 2. Fragebogenfrage
  • 3.3.3 Analyse der 3. Fragebogenfrage
  • 3.3.4 Analyse der 4. Fragebogenfrage
  • 3.3.5 Analyse der 5. Fragebogenfrage
  • 3.3.6 Analyse der 6. Fragebogenfrage
  • 3.3.7 Analyse der 7. Fragebogenfrage
  • 3.3.8 Analyse der 8. Fragebogenfrage
  • 3.3.9 Analyse der 9. Fragebogenfrage
  • 3.3.10 Analyse der 10. Fragebogenfrage
  • 3.3.11 Analyse der 11. Fragebogenfrage
  • 3.3.12 Analyse der 12. Fragebogenfrage
  • 3.3.13 Analyse der 13. Fragebogenfrage
  • 3.3.14 Analyse der 14. Fragebogenfrage
  • 4 Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse
  • 5 Resümee
  • Literaturverzeichnis
  • Diagramm- und Tabellenverzeichnis
  • Reihenübersicht

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„Die Quelle, aus der jedoch tatsächlich eine neue Haltung zur Welt entstehen kann, ist und bleibt die Sprache.“ Gadamer (1995: 33)

Einleitung

Die in der vorliegenden Studie beschriebenen Untersuchungsergebnisse sind Fortsetzung der Forschung über das Phänomen der Hybridbildungen – auch Mischbindungen genannt – im Deutschen, die mit der Monographie „Fremde Elemente in Wortbildungen des Deutschen: Zu Hybridbildungen in der deutschen Gegenwartssprache am Beispiel einer raumgebundenen Untersuchung in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald“ (Dargiewicz 2013) eingeleitet wurde. Das Ziel dieser Studie bestand darin, das Phänomen der Hybridbildung darzustellen sowie auf die Vielfalt der hybriden Wortbildungen im Gegenwartsdeutschen anhand eines selbständig erstellten Modells hinzuweisen. Die vorliegende Studie ist eine Ergänzungsstudie zu der genannten umfangreichen Monographie. Sie bildet eine ausführliche Beschreibung der Analyse und Auswertung einer Befragung, die das Phänomen der Hybridbildungen in der deutschen Gegenwartssprache zum Inhalt hatte und die unter ausgewählten Gruppen der Einwohner von Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern mithilfe eines Fragbogens durchgeführt wurde.

Das Phänomen der Hybridbildungen kann unter verschiedenen Aspekten untersucht werden. Der systematisch-linguistische Aspekt wurde in der genannten umfangreichen Monographie berücksichtigt, deswegen wird hier – außer einer kurzen theoretischen Einführung in das Untersuchungsproblem im Kapitel 1 – nicht auf die dort präsentierte Systematik sowie andere bereits analysierte Aspekte der Hybridbildungen eingegangen. Ein weiterer Schritt in der Untersuchung, dessen Durchführung und Beschreibung unentbehrlich zur adäquaten und gründlichen Auffassung der Hybridbildungen im Deutschen zu sein scheint, ist die soziale Untersuchung, d. h. die Durchführung einer Befragung unter den Einwohnern des Untersuchungsraumes – in unserem Falle der Stadt Greifswald – mithilfe eines zu diesen Zwecken erstellten Fragebogens. Solch eine Meinungsforschung erlaubt, interessante, informative und beachtenswerte Schlussfolgerungen bezüglich der beschriebenen Erscheinung zu ziehen sowie auch die bereits bestehenden Ansichten und Urteile bezüglich dieses Phänomens zu überprüfen, zu verifizieren und demzufolge zu akzeptieren bzw. zu widerlegen. Die Rezeption der Hybridbildungen bei den Studenten und Einwohnern von Greifswald, ihre Meinung über dieses Sprachphänomen soll zur Klärung der Streitfrage beitragen, die das Problem des Verstehens der thematischen Wortbildungen sowie die Notwendigkeit ← 7 | 8 → ihrer Bildung und ihres Gebrauchs betrifft. Wichtig ist auch die Aufnahme der erörterten Bildungen von den Sprachnutzern.

Im 1. Kapitel der Studie wird, wie bereits angedeutet, der theoretische Hintergrund der empirischen Analyse präsentiert. Es wird hier auf das aktuelle, in verschiedenen Foren diskutierte Thema der Dominanz des Englischen über andere Sprachen Europas eingegangen. Hingewiesen wird dabei sowohl auf die Befürchtungen, die sie impliziert, als auch auf die Perspektiven für die Deutschsprechenden, die mit dieser als Effekt von Globalisierungs- und Internationalisierungsprozessen geltenden Dominanz verbunden sind. Die emotionelle Diskussion, die in Deutschland bezüglich der Mehrsprachigkeit in Europa geführt wird, bei der über „die Bedrohung durch das Englische“ und „die Verlotterung der Sprache“ (vgl. Der Spiegel 10: 2006, zit. nach Probst 2009: 1) gesprochen wird, wird in diesem Kapitel zusammengefasst. Es wird hier auch kurz auf die für die vorliegende Studie relevanten Begriffe: Fremdwort, Lehnwort und Hy­bridbildung eingegangen. Vor allem wird der Begriff der Hybridbildung, die in der sprachwissenschaftlichen Forschung mitunter auch Mischbildung genannt wird, präzise definiert. Ein exaktes Definieren des der empirischen Untersuchung zugrunde liegenden sprachwissenschaftlichen Begriffes ist m. E. unentbehrlich für die korrekte Rezeption der Untersuchungsidee.

Darüber hinaus werden in diesem Kapitel einige Bemerkungen zum Problem der Englischkenntnisse der Deutschen gemacht, die auf konkrete Zahlen bezogen werden, was einen Zusammenhang mit der Aufnahme und dem Verstehen englischer Ausdrücke innerhalb des Deutschen zu haben scheint.

Kapitel 2 bildet eine komprimierte Einführung in die Auswertung des Fragebogens. Eine derartige Einführung in die Analyse der Fragebogenergebnisse ist relevant, damit der Rezipient die Untersuchungsumstände kennen lernt. Es werden hier der Zeitraum und der Ort der Untersuchung, die untersuchten Zielgruppen sowie der Aufbau des zur Untersuchung verwendeten Fragebogens charakterisiert. Die klar umrissene Methode des Vorgehens bei der Datensammlung hat entscheidenden Einfluss auf die Rezeption der Untersuchung sowie der erzielten Forschungsergebnisse. Ein solches Kapitel ist in Bezug auf das untersuchte Pro­blem der Rezeption der Hybridbildungen unter den deutschen Muttersprachlern und indirekt auch der Fremdwörter erforderlich und führt m. E. optimal in die Untersuchungskonzeption ein.

Die Darstellung sämtlicher aus der qualitativ-quantitativen Analyse hervorgehenden und mit Diagrammen veranschaulichten Ergebnisse der Untersuchung, die mit Hilfe eines Fragebogens durchgeführt wurde, erfolgt in Kapitel 3. Hier werden auch die der durchgeführten empirischen Untersuchung zugrunde liegenden Ausgangshypothesen formuliert und charakterisiert. In den folgenden ← 8 | 9 → Unterkapiteln wird ausführlich auf die einzelnen Fragebogenfragen eingegangen. Die Antworten der Probanden werden erörtert, analysiert, mit den aufgestellten Untersuchungshypothesen verglichen und anschließend resümiert.

In Kapitel 4 werden alle Ergebnisse der empirischen Analyse in einer fokussierten Zusammenschau dargestellt, verglichen und anhand der aufgestellten Hypothesen sowie unter Berücksichtigung der übergeordneten Fragestellung der Rezeption der Hybridbildungen unter den deutschen Muttersprachlern diskutiert und zusammengefasst.

In Kapitel 5 – Resümee und Ausblick – werden Relevanz und Anwendbarkeit der gewonnenen Erkenntnisse sowie Möglichkeiten der weiterführenden Forschung des Untersuchungsphänomens hervorgehoben.

Details

Seiten
136
ISBN (PDF)
9783653056631
ISBN (ePUB)
9783653966565
ISBN (MOBI)
9783653966558
ISBN (Hardcover)
9783631661284
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2015 (Mai)
Erschienen
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2015. 136 S., 10 Tab., 38 Graf.

Biographische Angaben

Anna Dargiewicz (Autor:in)

Anna Dargiewicz arbeitet am Lehrstuhl für Germanistik an der Warmia-und-Mazury-Universität in Olsztyn. Sie studierte Germanistik an der Universität Toruń, promovierte und habilitierte an der Universität in Olsztyn. Ihre Hauptforschungsgebiete sind Syntax der deutschen Gegenwartssprache, Valenztheorie, Morphologie, Wortbildung, Fremdwortbildung, Hybridwortbildung, Semantik, Translatorik sowie kontrastive Linguistik.

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