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Strukturelle Ungleichgewichtslagen in der internationalen Streitbeilegung

Symposium in Gedenken an Bernd von Hoffmann

von Jens Kleinschmidt (Band-Herausgeber:in) Herbert Kronke (Band-Herausgeber:in) Thomas Raab (Band-Herausgeber:in) Gerhard Robbers (Band-Herausgeber:in) Karsten Thorn (Band-Herausgeber:in)
Sammelband 193 Seiten

Zusammenfassung

Dieser Band fasst die Vorträge der akademischen Gedenkfeier und des Symposiums Strukturelle Ungleichgewichtslagen in der internationalen Streitbeilegung zusammen. Die beiden Veranstaltungen fanden am 28. und 29. November 2014 zu Ehren des am 9. Dezember 2011 verstorbenen Trierer Rechtsprofessors und Gründungsdirektors des Instituts für Rechtspolitik, Bernd von Hoffmann, statt. Sie widmeten sich der Person Bernd von Hoffmanns sowie seinen Forschungsinteressen im Bereich des Internationalen Privatrechts. Ausrichter waren das Institut für Rechtspolitik, die akademischen Schüler sowie der Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Trier im Kurfürstlichen Palais in Trier.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • Vorwort
  • I. Akademische Gedenkfeier
  • Mark A. Zöller - Begrüßung
  • Michael Jäckel - Grußwort
  • Herbert Kronke - Zur Person Bernd von Hoffmann
  • Dieter Henrich - Festvortrag: Privatautonomie, Parteiautonomie, (familienrechtliche) Zukunftsaspekte
  • II. Symposium: Strukturelle Ungleichgewichtslagen in der Internationalen Streitbeilegung
  • Thomas Raab - Begrüßung
  • Gerhard Robbers - Dank an Bernd von Hoffmann
  • Jan von Hein - Der Schutz des Geschädigten bei grenzüberschreitenden Delikten im europäischen Zivilprozessrecht
  • Jens Kleinschmidt - Grenzüberschreitende Rechtsdurchsetzung und Gemeinsames Europäisches Kaufrecht
  • Karsten Thorn - Schiedsvereinbarungen in Fällen struktureller Unterlegenheit.Hinreichende Schutzmechanismen oder Regelungslücken
  • Thomas Rüfner - Kollektiver Rechtsschutz im Schiedsverfahren
  • Liste der Referenten

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Vorwort

Am 9. Dezember 2011 verstarb Professor Dr. Bernd von Hoffmann, bis zu seiner Emeritierung Inhaber des Lehrstuhls für Zivilrecht, insbesondere Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung am Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Trier sowie bis zuletzt Direktor des von ihm mitbegründeten Instituts für Rechtspolitik an der Universität Trier. Der Tod ereilte ihn kurz vor seinem 70. Geburtstag am 28. Dezember 2011 zu einem Zeitpunkt, in dem die Festschrift „Grenzen überwinden – Prinzipien bewahren“ zu seinen Ehren bereits gedruckt und die Planungen für die Feier zur Übergabe abgeschlossen waren. Diese Feier konnte dann nicht mehr stattfinden.

Der Wunsch der akademischen Schüler, die festliche Würdigung der Wissenschaftlerpersönlichkeit Bernd von Hoffmanns, die ursprünglich im Rahmen der Feier zur Übergabe der Festschrift erfolgen sollte, in anderer Weise nachzuholen, konnte nun in zeitlicher Nähe zu seinem dritten Todestag umgesetzt werden: Am 28. und 29. November 2014 fanden eine akademische Gedenkfeier und ein rechtswissenschaftliches Symposium zum Gedenken an Bernd von Hoffmann im Rokokosaal des ehemaligen Kurfürstlichen Palais in Trier statt, zu denen der Fachbereich Rechtswissenschaft, das Institut für Rechtspolitik sowie die akademischen Schüler Bernd von Hoffmanns, Prof. Dr. Dres. h.c. Herbert Kronke und Prof. Dr. Karsten Thorn, eingeladen hatten. Das Symposium war dem internationalen Zivilverfahrensrecht sowie der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit gewidmet, Themenbereiche, die auch im Mittelpunkt der Forschung Bernd von Hoffmanns standen.

Der vorliegende Sammelband dokumentiert die Grußworte und die Vorträge der Gedenkfeier sowie des Symposiums und macht sie damit einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich. Einzig der Beitrag zu Schiedsvereinbarungen im Sport von Dr. Francesca Mazza, Generalsekretärin der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit, wurde mit Blick auf die aktuellen Kontroversen zu diesem Thema auf eigenen Wunsch nicht abgedruckt. Herausgeber dieses Bandes sind neben den Direktoren des Instituts für Rechtspolitik die Personen, die das wissenschaftliche Symposium aus fachlicher Sicht maßgeblich gestaltet haben: die akademischen Schüler sowie Prof. Dr. Jens Kleinschmidt, der Nach-Nachfolger Bernd von Hoffmanns auf seinem Trierer Lehrstuhl.

Die Herausgeber danken an dieser Stelle nochmals allen, die zu dem Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben: Prof. Dr. Michael Jäckel, Präsident der Universität Trier, und Prof. Dr. Mark Zöller, Dekan des Fachbereichs Rechtswissenschaft, ← 7 | 8 → für ihre Grußworte, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Dieter Henrich, Emeritus der Universität Regensburg, für seine Festansprache, den Referenten sowie Dr. Angelika Fuchs, Europäische Rechtsakademie Trier, für die Diskussionsleitung, die alle durch ihre Mitwirkung zugleich ihre besondere fachliche und persönliche Verbundenheit gegenüber Bernd von Hoffmann zum Ausdruck gebracht haben, Frau Dagmar Barzen, Präsidentin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion des Landes Rheinland-Pfalz, für die Bereitstellung der Räumlichkeiten sowie dem gesamten Team des Instituts für Rechtspolitik für die gelungene Organisation.

Hamburg, Heidelberg, Trier, im Juni 2015

Jens Kleinschmidt, Herbert Kronke, Thomas Raab,
Gerhard Robbers, Karsten Thorn

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I. Akademische Gedenkfeier

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Mark A. Zöller

Begrüßung

Sehr geehrter Herr Minister, sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrter Herr Vizepräsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, meine sehr verehrten Damen und Herren und vor allem: sehr geehrte Frau von Hoffmann,

Zur heutigen akademischen Gedenkfeier zu Ehren unseres viel zu früh verstorbenen Kollegen Prof. Dr. Bernd von Hoffmann darf ich Sie im Namen des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Universität Trier ganz herzlich begrüßen. Eine solche Gedenkfeier ist auf den ersten Blick ein Widerspruch in sich. Denn der Anlass dafür, dass wir uns heute und morgen hier in diesen wunderschönen Räumlichkeiten treffen, ist ja eigentlich ein trauriger: der Tod eines Ehemannes, Freundes, akademischen Lehrers, Kollegen und wissenschaftlichen Weggefährten. Andererseits deutet der Wortbestandteil „Feier“ darauf hin, dass es bei einer solchen Veranstaltung, die auch im dicht gedrängten akademischen Veranstaltungskalender eher eine Ausnahmeerscheinung ist, noch um etwas anderes gehen muss, als um die Bewältigung von Trauer und Verlust. Auch der Duden beschreibt eine „Gedenkfeier“ daher als Feier zum Gedenken an eine verstorbene „Persönlichkeit“. Unser Kollege Bernd von Hoffmann war ohne Zweifel eine solche Persönlichkeit. Dies zeigt schon die Tatsache, dass die Frage, ob man zu seinen Ehren eine Gedenkfeier und ein wissenschaftliches Symposium veranstalten soll, in der rund einjährigen Vorbereitungsphase überhaupt nicht gestellt wurde. Das muss Gründe haben. Einen ersten Fingerzeig für die Bedeutung des Wissenschaftlers von Hoffmann erhält man, wenn man die Akten des Dekanats wälzt und dabei einen Blick in die Laudatio von Herrn Kollegen Lindacher anlässlich der Berufung von Herrn von Hoffmann an die Universität Trier wirft. Herr von Hoffmann war damals 36 Jahre alt, Referent am Max-Planck-Institut in Hamburg und stand kurz vor dem Abschluss seines Habilitationsverfahrens an der Universität Regensburg. In diesem akademisch noch zarten Alter bescheinigt ihm der Gutachter, bereits mit seiner Dissertation aus dem Jahr 1970 zur „Internationalen Handelsschiedsgerichtsbarkeit“ nachdrücklich auf sich aufmerksam gemacht zu haben. Die Qualität seiner Veröffentlichungen weise ihn als „souveränen Kenner der Dogmatik des nationalen Rechts“ aus. Bernd von Hoffmann habe sich bereits jetzt einen Namen gemacht. Kenner der Materie und der Person prophezeiten übereinstimmend den Zuwachs an Reputation. Der Juristische Fachbereich der Universität Trier würde mit Bernd von Hoffmann einen jungen, zukunftsträchtigen Wissenschaftler ← 11 | 12 → gewinnen, der nach intimer Kenntnis ausländischer Rechte, Sprachenkenntnis, wichtigen Kontakten, vor allem aber vom Naturell her prädestiniert und in der Lage wäre, internationale Kontakte von Trier aus zu knüpfen.

Diese mehr als nur positive Prognose aus dem Jahr 1979 sollte sich in den kommenden rund dreißig Jahren, in denen Herr von Hoffmann trotz eines zwischenzeitlich an ihn ergangenen Rufes an die Universität Augsburg in Trier lehrte und forschte, mehr als bewahrheiten. Aus Sicht des Fachbereichs sind hier insbesondere die von ihm angestoßenen Partnerschaften mit den juristischen Fakultäten in Budapest, Kattowitz, Lissabon, Maastricht, Norwich, Utrecht und Wuhan zu nennen. Insbesondere für die Einrichtung der fachspezifischen Fremdsprachenausbildung im Jahr 1981, die ein besonderes Aushängeschild einer internationalisierten Juristenausbildung und ein Markenzeichen unserer Universität ist, sind wir ihm bis heute zu großem Dank verpflichtet. Aber auch das postgraduale Studium für ausländische Juristen zum Erwerb des Magistergrades (LL.M) geht auf eine Initiative von Herrn von Hoffmann zurück. Mit seinem wissenschaftlichen Werk und Engagement, das im Rahmen dieser Veranstaltung noch aus sehr viel berufenerem Munde und in der ihm gebührenden Tiefe gewürdigt werden wird, hat er maßgeblich zur Profilbildung der Trierer Juristen im In- und Ausland beigetragen. Zu nennen sind hier etwa seine Mitgliedschaft in einer Vielzahl angesehener Gremien, etwa im Deutschen Rat für Internationales Privatrecht, in der Deutschen Gesellschaft für Völkerrecht, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, im Kuratorium des Institut Universitaire International in Luxemburg oder auch in der Leitung des Trierer Instituts für Rechtspolitik. Zudem war er viel gefragter Referent, akademischer Lehrer, Schiedsrichter und Autor.

Ich selbst habe Herrn Kollegen von Hoffmann, dessen aktive Zeit als Hochschullehrer bei meinem Dienstantritt in Trier bereits vorüber war, aber vor allem auch als menschlich überaus angenehmen Zeitgenossen erlebt. Beeindruckt hat mich seine Freundlichkeit und Offenheit, mit der er, der große und bekannte Ordinarius, mir als jungem, frisch habilitierten Anfänger gegenübergetreten ist. Neben der ein oder anderen gemeinsamen Rigorosumsprüfung ist mir ein gemeinsames Abendessen im Rahmen der von ihm mitveranstalteten Bitburger Gespräche noch gut in Erinnerung. Ganz selbstverständlich rief er mich, der von der Kulisse der Veranstaltung und der Qualität der Honoratioren erkennbar beeindruckt war, zu sich an seinen Tisch. Und als ich mich höflich für die Einladung als Referent bedanken wollte, winkte er nur ab und sagte stattdessen, er müsse sich bedanken. Schließlich müsse man ja zeigen, was man in Trier habe. Das hätte natürlich nicht sein müssen und war ohne Zweifel völlig übertrieben, aber gefreut hat es mich damals doch. Und ein wenig hat es auch geholfen, als ich mich ← 12 | 13 → am nächsten Morgen als Vortragender einer gefühlten Phalanx von mindestens zehn Richtern am Bundesverfassungsgericht in der ersten Reihe stellen musste.

Diese kleine und für sich genommen völlig unbedeutende Begebenheit enthält letztlich eine Erklärung dafür, warum es so wichtig ist, dass wir uns heute zu dieser Gedenkfeier versammelt haben. Natürlich ist es nicht zwingend erforderlich, sich als Fakultät unter Beteiligung geschätzter Gäste bei einer akademischen Feierstunde zu versammeln. Und ich kenne durchaus Kollegen, die sich als Hochschullehrer als Einzelkämpfer verstehen, die das Schicksal mehr oder weniger zufällig an den Strand eines Hochschulstandortes gespült hat und deren Gemeinsamkeit und Wille zur Kooperation mit ihren Kollegen bereits an dieser Stelle endet. Aber das entspricht weder der Trierer Juristentradition, wie ich sie selbst hier kennengelernt habe und wie sie Bernd von Hoffmann mitgeprägt hat, noch ist es menschlich. „Dem Menschen, der der Menschlichkeit entbehrt, helfen keine frommen Gesten“, sagte schon Konfuzius. Menschlich ist es gerade, Dinge zu tun, die sachlich vielleicht nicht zwingend und ganz und gar nicht einfach und bequem, aber moralisch richtig sind. In Zeiten, in denen man bei der morgendlichen Zeitungslektüre oder der abendlichen Nachrichtenschau verstärkt den Eindruck gewinnen kann, dass sich die Menschheit eher wieder zurück- statt fortentwickelt, wir denken nur an den Ukrainekonflikt, den Krieg in Syrien oder Rassenunruhen in den Vereinigten Staaten, scheint mir diese Erkenntnis besonders wichtig zu sein. Auch eine juristische Fakultät ist daher mehr als die Summe ihrer Teile. Das Engagement und die Verdienste des Einzelnen strahlen auf uns alle zurück. Zu diesem Gefühl, dass man stolz sein darf, an unserer Universität lehren und forschen zu können, hat unser Kollege Bernd von Hoffmann in mehr als dreißig Jahren erheblich beigetragen. Es ist uns daher eine Ehre und es fühlt sich auch richtig an, sich in seinem Namen persönlich wie wissenschaftlich auszutauschen. Um das auszudrücken, ist diese Feierstunde aus meiner Sicht so wichtig. Und im Namen des Fachbereichs danke ich seinen Schülern, den Kollegen Kronke und Thorn, dem Institut für Rechtspolitik und hier besonders den Kollegen Raab und Robbers, unseren Referenten und Ihnen allen ganz herzlich dafür, dass Sie diese Veranstaltung mit Ihrem Einsatz und Ihrer Anwesenheit möglich gemacht haben. Natürlich trauern wir, dass Bernd von Hoffmann nicht mehr bei uns ist. Aber vor allem wollen wir feiern und sind auch stolz darauf, nicht nur dass er einer von uns war, sondern dass er nach wie vor einer von uns ist.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Details

Seiten
193
ISBN (PDF)
9783653063523
ISBN (ePUB)
9783653952872
ISBN (MOBI)
9783653952865
ISBN (Hardcover)
9783631670958
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2015 (Dezember)
Erschienen
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2016. 193 S.

Biographische Angaben

Jens Kleinschmidt (Band-Herausgeber:in) Herbert Kronke (Band-Herausgeber:in) Thomas Raab (Band-Herausgeber:in) Gerhard Robbers (Band-Herausgeber:in) Karsten Thorn (Band-Herausgeber:in)

Jens Kleinschmidt ist Professor für Zivilrecht, insbesondere Internationales Privat- und Verfahrensrecht sowie Rechtsvergleichung an der Universität Trier. Herbert Kronke ist Professor für Bürgerliches Recht, Handelsrecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung sowie Direktor des Instituts für ausländisches und internationales Privat- und Wirtschaftsrecht der Universität Heidelberg und Richter am Iran-United States Claims Tribunal in Den Haag. Thomas Raab ist Professor für Bürgerliches Recht und Arbeitsrecht sowie Direktor des Instituts für Rechtspolitik an der Universität Trier. Gerhard Robbers ist Minister der Justiz und für Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz, Mainz. Karsten Thorn ist Professor für Bürgerliches Recht, Internationales Privat- und Handelsrecht und Rechtsvergleichung an der Bucerius Law School in Hamburg.

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Titel: Strukturelle Ungleichgewichtslagen in der internationalen Streitbeilegung