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Handwörterbuch des Sportmanagements

von Thomas Bezold (Band-Herausgeber:in) Lutz Thieme (Band-Herausgeber:in) Gerhard Trosien (Band-Herausgeber:in) Ronald Wadsack (Band-Herausgeber:in)
Andere 620 Seiten

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Vorwort zur 3. Auflage
  • Vorwort zur 2. Auflage
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Competitive Balance
  • Controlling im Sport
  • Corporate Fitness
  • Corporate Social Responsibility im Sport
  • CRM im Sport(verein)
  • Datenschutz im Sport
  • Dienstleistungsprozesse im Sport
  • Digitalisierung im Sport (Sportvereine/ -verbände)
  • Doping
  • E-Commerce
  • Ehrenamtliche Mitarbeit / Freiwillige Mitarbeit
  • E-Sport
  • Eventmanagement/-marketing
  • Finanzmanagement im Sport
  • Förderverein
  • Führung in Sportbetrieben
  • Fundraising
  • Gemeinnützigkeit
  • Geschäftsmodelle
  • Globalisierung und Sport
  • Governance und Compliance
  • Hospitality
  • Internationales Sportmanagement
  • Klub-Lizenzierung – DFL
  • Klub-Lizenzierung – UEFA
  • Klub-Monitoring – UEFA (= Financial-Fairplay-Regelungen der UEFA)
  • Kooperenz
  • Legitimation / Legitimationskapital
  • Ligenmanagement
  • Management des Motorsports
  • Manipulation im Sport
  • Markenmanagement im Sport
  • Markenwertanalyse im Sport
  • Medien und Sport
  • Merchandising
  • Mitarbeitermanagement im Sport
  • Mitgliederentwicklung im Vereins- und Verbandssport
  • Nachhaltigkeit
  • Namingrights
  • Nicht organisierter Sport
  • Ökonomik der Hyperaktivität
  • Online-Marketing
  • Organisationsentwicklung im Sport
  • Organisationswandel im Sport
  • Pferdewirtschaft
  • Produktentwicklung und Innovationsmanagement
  • Qualifikationsprofile im Sportmanagement
  • Qualitätsmanagement im Sport
  • Rechtsformen im Sport
  • Risikomanagement im Sport
  • Social Media im Sport
  • Sozioökonomie des Sports
  • Spieler-Bewertung im Teamsport
  • Sportanbieter
  • Sportartikelindustrie
  • Sport-Betriebswirtschaftslehre
  • Sportbranche
  • Sport(stätten)entwicklungsplanung
  • Sportförderung, öffentliche
  • Sportgroßveranstaltungen, Effekte von
  • Sportmanagement
  • Sportmarketing
  • Sportmessen
  • Sportökonomie
  • Sportrecht
  • Sportregion
  • Sportselbstorganisation
  • Sportsponsoring
  • Sporttourismus
  • Sport und Privatisierung
  • Sportverband
  • Sportverein
  • Sportverwaltung, öffentliche
  • Stiftungen im Sport
  • Subsidiaritätsprinzip
  • Testimonials
  • Ticketing
  • Trägerschaftsmodelle
  • Transferentschädigung
  • Trikot- und Bandenwerbung
  • Volunteering im Sport (Großveranstaltungen)
  • Wirtschaftlichkeitsanalysen im Sport
  • Autorenverzeichnis

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Competitive Balance

Georgios Nalbantis

I. Grundlegende Aspekte; II. Dimensionen; III. Messung; IV. Empirische Befunde; V. Neue Erkenntnisse

I. Grundlegende Aspekte

Nach den richtungsweisenden Arbeiten von Rottenberg (1956) und Neale (1964) wurde häufig argumentiert, dass Sportwettbewerbe ausgeglichen sein müssen, um das größtmögliche Interesse bei den Zuschauern zu generieren. Ein Zusammenhang, der in der sportökonomischen Literatur als Unsicherheitshypothese (Uncertainty of Outcome Hypothesis: UOH) bekannt ist. Die Idee hinter dieser Hypothese ist, dass die Sportler/Mannschaften nicht nur miteinander kooperieren müssen, um ein unteilbares Gemeinschaftsprodukt (ein Wettbewerb) produzieren zu können (Neale 1964). Ebenso sollte darauf geachtet werden, dass ihre Qualitätsunterschiede nicht zu groß sind (Rottenberg 1956), um die Fan-Wohlfahrt (fan welfare) zu maximieren. Diese wirtschaftliche Interdependenz (oder peculiarity wie sie von Neale [1964] genannt wird) legt nahe, dass, im Gegensatz zu jeder anderen herkömmlichen Branche, ein Sportler oder eine Mannschaft in einem Sportwettbewerb von einer fehlenden oder schwachen Konkurrenz nicht profitieren kann. Darüber hinaus, und im Gegensatz zu herkömmlichen Unternehmen, die nach Stabilität und Vorhersagbarkeit streben, können Mannschaften und Sportler nur dann ihre Einnahmen maximieren, wenn das Ergebnis ihrer Bemühungen unvorhersehbar/unsicher ist. Dieses Phänomen wird von Neale (1964) als das Louis-Schmeling-Paradox beschrieben. Ungeachtet der Tatsache, dass die empirischen Befunde zur Bedeutung der Unsicherheitshypothese widersprüchlich sind, dient sie bis heute als Rechtfertigungsgrund für diverse Regulierungsmaßnahmen im Profitsport. Diese Regulierungsmaßnahmen haben als Ziel die Sicherstellung eines ausgeglichenen Wettbewerbs mit hoher Wettbewerbsintensität (Competitive Balance: CB).

II. Dimensionen

Angesichts der Vielfalt der Terminologie in Bezug auf Spannungsdimensionen stützt sich dieses Kapitel auf die von Cairns, Jennett & Sloane (1986) vorgeschlagene Unterteilung. Demzufolge wird die Wettbewerbsintensität in drei verschiedene Spannungsdimensionen unterteilt:←25 | 26→

Die kurzfristige Dimension bezieht sich auf die Unsicherheit des Ausgangs eines einzelnen Spiels/Wettkampfs.

Die mittelfristige Dimension befasst sich mit der Unvorhersehbarkeit und Spannung von Sub-Wettbewerben (z. B. Kampf um die Meisterschaft oder gegen den Abstieg).

Die langfristige Dimension unterteilt sich in statische und dynamische Komponenten und fokussiert sich auf deren Entwicklung im Zeitverlauf.

Bei der statischen Komponente geht es um die Leistungsunterschiede zwischen Sportlern/Mannschaften innerhalb einer Saison.

Bei der dynamischen Komponente geht es um den Grad der Dominanz von einigen Sportlern/Mannschaften im Laufe der Zeit.

III. Messung

Kurzfristige Dimension: Um die kurzfristige Dimension zu messen, verlassen sich Wissenschaftler häufig auf die ex-ante Siegwahrscheinlichkeit, die aus Wettquoten abgeleitet wird (Peel & Thomas 1988). Der Vorteil von Wettquoten ist, dass diese zahlreiche (kaum oder schwer messbare) Faktoren (z. B. Form der Sportler/Mannschaften, Spielerausfälle, Head-to-Head Vergleich, Witterungsverhältnisse, Heimvorteil) berücksichtigen und daher relativ genau die ex-ante Wahrscheinlichkeit eines Spielausgangs abbilden können. Basierend auf diesen Informationen neigen Wissenschaftler dazu, die Heimsiegwahrscheinlichkeit und ihren quadrierten Term zu verwenden, um zu testen, ob es zu einem konkaven Zusammenhang zwischen Heimsiegwahrscheinlichkeit und der Nachfrage kommt. Mit anderen Worten, sie testen, ob das Interesse der Fans (und folglich die Nachfrage) maximiert wird, wenn die Heim- und Auswärtsmannschaften vor dem Anpfiff ausgeglichene Siegwahrscheinlichkeiten haben. Ein weiterer beliebter Indikator zur Messung der kurzfristigen Dimension ist das Theil-Maß (siehe Pawlowski 2016).

Mittelfristige Dimension: Anhand von Informationen zu der erreichbaren Anzahl an Punkten und/oder Rangplätzen, versucht die mittelfristige Dimension, die Unvorhersehbarkeit und Spannung von Sub-Wettbewerben darzustellen. Diese Sub-Wettbewerbe, die innerhalb einer Liga und während einer regulären Saison stattfinden, betreffen den Kampf um die Meisterschaft, um einen Play-off-Platz, um einen Platz in kontinentalen Klubwettbewerben (z. B. UEFA Champions League, UEFA Europa League) sowie den Kampf gegen den Abstieg. In dieser Hinsicht kann ein einzelnes Spiel nicht nur durch die Unsicherheit seines Ausgangs gekennzeichnet sein, sondern auch dadurch, wie relevant oder entscheidend das ←26 | 27→Ergebnis dieses Spiels für den Ausgang der oben genannten Sub-Wettbewerbe ist. Zur Erfassung der mittelfristigen Dimension gibt es mehrere Indikatoren. Beispielweise das Uncertainty of Championship Outcome (UCS)-Maß von Janssens & Késenne (1987), das von Pawlowski & Anders (2012) sowie von Pawlowski & Nalbantis (2015) modifiziert wurde. Dieser ex-ante Indikator ist positiv, wenn die Differenz zwischen den Punkten, die zum Gewinn der Meisterschaft in einer bestimmten Saison erforderlich sind, und die Anzahl der Punkte, die eine Mannschaft bis zu dem betrachteten Spieltag bereits gesammelt hat, kleiner ist als die Differenz zwischen der maximal erreichbaren Anzahl an Punkten in einer Saison und der bis zu dem betrachteten Spieltag durch eine Mannschaft maximal erreichbaren Anzahl an Punkten (Pawlowski, 2016). Je größer das UCS-Maß, desto größer auch die Unsicherheit über den Ausgang des Meisterschaftskampfs.

Zusammenfassung

Es gibt in Deutschland eine große Anzahl von Organisationen, deren zentrale Aufgabe mit dem Management von Sport verbunden ist. Dazu zählen u. a. Sportvereine, Sportverbände, Profiunternehmen, kommerzielle Sportanbieter wie Fitnessstudios oder Marketingagenturen, die sich schwerpunktmäßig der Vermarktung von Sport verschrieben haben. Das gemeinsame Thema ist, die Umfeldbedingungen sowie die Durchführung von Sportangeboten und -veranstaltungen zielführend unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu gestalten. In der dritten Auflage dieses Handwörterbuchs haben Fachleute aus verschiedenen Themenbereichen des Sportmanagements mehr als 80 zentrale Begriffe aufgenommen und kompakt dargestellt. Die Stichworte der ersten beiden Auflagen wurden durchgehend überarbeitet und aktualisiert. Alle Beiträge sind um eine reichhaltige Literaturliste ergänzt, so dass Studierende und Praktiker aus einschlägigen Arbeitsbereichen hier fundierte Informationen zu dem Thema und der möglichen Vertiefung erhalten.

Biographische Angaben

Thomas Bezold (Band-Herausgeber:in) Lutz Thieme (Band-Herausgeber:in) Gerhard Trosien (Band-Herausgeber:in) Ronald Wadsack (Band-Herausgeber:in)

Thomas Bezold, seit 2002 Professor für Sportmanagement an der Reinhold-Würth-Hochschule der Hochschule Heilbronn in Künzelsau. Lutz Thieme, seit 2001 Professor für Sportmanagement an der Fachhochschule Koblenz/RheinAhrCampus Remagen. Gerhard Trosien, von 2001 bis 2011 Professor für Sportmanagement an der SRH Hochschule Heidelberg. Ronald Wadsack, seit 2000 Professor für Sportmanagement an der Ostfalia Hochschule (Campus Salzgitter).

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