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Der Münzmeister, Stempelschneider und Medailleur Hans Jacob I. Gessner (1677-1737)

Zum Münz- und Medaillenwesen im Zürich des 18. Jahrhunderts. Band 2

von Marie-Alix Roesle (Autor:in)
©2020 Dissertation 430 Seiten

Zusammenfassung

Ab 1707 verändert sich das Münz- und Medaillenbild von Zürich augenfällig. Mit Hans Jacob I. Gessner hatte ein junger Goldschmiedemeister ab 1706 als gewählter Münzmeister die Bühne für die Münz- und Medaillenherstellung in Zürich betreten. In talentierter, technisch geschickter und feiner Kunstfertigkeit veränderte er das Münz- und Medaillenbild, er erweiterte dessen ikonographischen Kanon und inszenierte unter dem Einfluss des in Zürich sich ausbreitenden Gedankengutes der Aufklärung im Auftrag der Stadt Zürich deren Selbstwahrnehmung im Münz- und Medaillenbild. Nach seinem Ableben 1737 überstrahlte sein Vermächtnis bis zum Ende des alten Stadtstaates 1798 die Münzprägung von Zürich, die Medaillenprägung nahm nach ihm ein abruptes Ende.
Der vorliegende Band 18/2 beinhaltet den Oeuvrekatalog und der gleichzeitig erscheinende Band 18/1 enthält den Textteil.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titelseite
  • Impressum
  • About the author
  • About the book
  • Gesamtinhaltsverzeichnis
  • Katalog I: Die Münzen
  • 1. Vorbemerkungen
  • 2. Katalog
  • Doppeldukaten Katalog 10.1 -10.21
  • Dukaten Katalog 11.1 - 11.28
  • Halbdukaten Katalog 12.1 -12.21
  • Vierteldukaten Katalog 13.1 - 13.23
  • Taler Katalog 14.1 - 14. 33
  • Halbtaler Katalog 15.1. -15.38
  • 20 Schilling Katalog 16.1 - 20.33
  • 10 Schilling Katalog 17.1 -17.30
  • Schilling Katalog 18.1 -18.7
  • Rappen Katalog 19.1. -19.5
  • Katalog II: Die Medaillen
  • 1. Vorbemerkungen
  • 2. Katalog
  • Bündnismedaillen: Katalog 20.1.1 - 20.1.4; 20.2.1; 20.3.1; 20.4.1; 20.5.1
  • Medaille zu Geburt und Patenschaft Katalog: 21.1

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KATALOG I

Die Münzen

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Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkungen

1.1. Öffentliche Münz- und Medaillensammlungen

1.2. Private Münz- und Medaillensammlungen

1.3. Münz- und Medailleninventare im Schweizerischen Nationalmuseum

1.4. Münz- und Medailleninventare im Münzkabinett und der Antikensammlung in Winterthur

1.5. Weitere öffentliche Sammlungen in der Schweiz und im Ausland

1.6. Fachliteratur und Auktionskataloge

1.6.1. Fachliteratur

1.6.2. Auktionskataloge

1.7. Zusammenfassung

2. Katalog

Doppeldukaten Katalog 10.1 - 10.21

Dukaten Katalog 11.1 - 11.28

Halbdukaten Katalog 12.1 - 12.21

Vierteldukaten Katalog 13.1 - 13.23

Taler Katalog 14.1 - 14. 33

Halbtaler Katalog 15.1. - 15.38

20 Schilling Katalog 16.1-20.33

10 Schilling Katalog 17.1 - 17.30

Schilling Katalog 18.1 - 18.7

Rappen Katalog 19.1. - 19.5

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1. Vorbemerkungen

Um die Gepräge, für die Hans Jacob I. Gessner die Stempel schnitt, möglichst vollständig zu erfassen, wurden Belegstücke aus den im Folgenden aufgeführten Institutionen in den Katalog aufgenommen.1

1.1. Öffentliche Münz- und Medaillensammlungen

Schweiz

Schweizerisches Nationalmuseum, Zürich (SNM).

Münzkabinett und Antikensammlung, Winterthur (MK).

Bernisches Historisches Museum, Bern (BHM).

Historisches Museum Basel, Basel (HMB).

Musée monétaire cantonal, Lausanne (MMC).

Musées d'art et d'histoire, Genf (MAH).

Rätisches Museum, Chur (RM).

Bundesrepublik Deutschland

Bode-Museum, Berlin (Bode-Museum).

Staatliche Münzsammlung München (SMM).

Österreich

Kunsthistorisches Museum, Wien (KHM).

Grossbritannien

British Museum, London (BM).

Frankreich

Bibliothèque nationale de France, Paris (BNF).

Finnland

Suomen Kansallismuseo (Finnisches Nationalmuseum), Helsinki.

Russland

Eremitage, Sankt Petersburg.

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1.2. Private Münz- und Medaillensammlungen

Zürich

Privatsammlung Pozzi, Zürich.

1.3. Münz- und Medailleninventare im Schweizerischen Nationalmuseum2

Im Münzkabinett des Schweizerischen Nationalmuseums (SNM) in Zürich liegt eine Referenzsammlung von Münzen und Medaillen, für die Hans Jacob I. Gessner die Stempel herstellte. Nur 26 Münzen und Medaillen aus seinem Œuvre sind nicht im SNM zu finden. Diese sind aber durch Erwähnung in Auktionskatalogen3 oder anderweitig in der Literatur4 belegt.

Die umfassenden Bestände des SNM kamen bereits bei der Gründung im Jahre 1892 aus mehreren bedeutenden Sammlungen von Münzen und Medaillen ins Münzkabinett des heutigen Nationalmuseum. Die einzelnen Sammlungen des SNM sind heute noch an den verschiedenen Inventarkennzeichen ablesbar:

Inventarkennzeichen AZ (= Archiv Zürich)

Die ursprünglich im Staatsarchiv Zürich beheimatete, ehemalige Kantonale Münzen- und Medaillensammlung. Dieses Inventarkennzeichen tragen 206 Münzen5 und 20 Medaillen (inkl. 9 Zunftpfennige) von Hans Jacob I. Gessner.

Inventarkennzeichen BZ (= Bibliothek Zürich)

Ehemalige Sammlung der Stadtbibliothek Zürich, ab 1911 Zentralbibliothek. Dieses Inventarkennzeichen tragen 74 Münzen und 84 Medaillen (inkl. 7 Militärische Prämien, 12 Schulprämien bis 1750, 2 Wahlpfennige der Zünfte und 1 Wahlpfennig des Stifts zum Grossmünster) von Hans Jacob I. Gessner.6

Inventarkennzeichen +A (oder EA)

Ehemalige Eidgenössische Sammlung des Bundesarchivs; diese Sammlung wurde ab 1850 im Zuge des Münzumtauschs 1850-1852 angelegt und später vor allem durch Legate ergänzt.7

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Dieses Inventarkennzeichen tragen 22 Münzen8 und 16 Medaillen (inkl. 1 Schulpfennig) von Hans Jacob I. Gessner.

Inventarkennzeichen AG (Antiquarische Gesellschaft in Zürich)

Die Stücke mit diesem Inventarkennzeichen wurden 1892 als langfristiges Depositum dem neu gegründeten Museum übergeben. Mit diesem Inventarkennzeichen finden sich keine Münzen oder Medaillen, die Hans Jacob I. Gessner zugeschrieben werden können.

Inventarkennzeichen AB

Inventar der Schweizerischen Münzsammlung, die Arthur Bally-Herzog in Sehönenwerd dem damaligen Schweizerischen Landesmuseum vermachte. Übergabe der Sammlung am 23. und 24. April 1913. Dieses Inventarkennzeichen tragen 2 Münzen9 und 14 Medaillen von Hans Jacob I. Gessner.

Inventarkennzeichen LM GU

Inventar einer Sammlung schweizerischer Münzen und Medaillen, die dem damaligen Schweizerischen Landesmuseum in Zürich am 17. August 1916 von ungenannt bleiben wollenden Gebern geschenkt wurde. Dieses Inventarkennzeichen tragen 24 Münzen10 und 52 Medaillen (inkl. 9 Wahlpfennige der Zünfte) von Hans Jacob I. Gessner.

Inventarkennzeichen LM

Inventar des Schweizerischen Landesmuseums (heute Schweizerisches Nationalmuseum). Hauptinventarnummer des Museums, wurde bis Ende 1943 auch für numismatische Objekte vergeben, bevor für das Münzkabinett eine eigene Inventarnummer eingeführt wurde. Dieses Inventarkennzeichen tragen 41 Münzen11 und 18 Medaillen (inkl. 1 Wahlpfennig der Gesellschaft zur Constaffel und 2 Schulprämien) von Hans Jacob I. Gessner.

Inventarkennzeichen LM IM

Inventar der Medaillen-Sammlung von Prof. Dr. Gerold Meyer von Knonau, die er 1919 testamentarisch dem Schweizerischen Landesmuseum (heute Schweizerisches Nationalmuseum) vermachte. Meyer von Knonau hatte diese Medaillensammlung 1853 von seinem Vater geerbt, der die Sammlung seinerseits 1852 von Prof. David Rudolf Isenschmid ←15 | 16→in Bern angekauft hatte.12 Dieses Inventarkennzeichen tragen 47 Medaillen (inkl. 4 Militärische Prämien und 3 Schulprämien) von Hans Jacob I. Gessner.

Inventarkennzeichen M

Eingangsbuch nach dem Prinzip numerus currens der Erwerbungen des Schweizerischen Nationalmuseums seit dem 1.1.1944, beginnend mit der Nummer M 8000 (die Nummern 1–7999 dagegen gehören zur Inventarnummer-Serie LM und LM A). Dieses Inventarkennzeichen tragen 11 Münzen13, 1 Medaille und 1 Dose von Hans Jacob I. Gessner.

Inventarkennzeichen Δ I

Dieses Inventarkennzeichen steht für eine – vermutlich Zürcher – Privatsammlung, die heute nicht mehr näher identifizierbar ist.14 122 Münzen15 und 16 Medaillen von Hans Jacob I. Gessner tragen dieses Inventarkennzeichen.

Sammlung Hürlimann-Huber (oder HR)

Diese Sammlung ist nur in der Kartei des Schweizerischen Nationalmuseums aufgeführt. Es handelt sich um eine Privatsammlung (oder einen Teil davon), deren Standort zurzeit nicht bekannt ist. Dieses Inventarkennzeichen tragen 15 Münzen16 von Hans Jacob I. Gessner.

Im Münzkabinett des Bernischen Historischen Museums17 (Inventarkennzeichen Bern BHM S und BHM MS)18 liegt mit 153 Münzen und 39 Medaillen ebenfalls ein beachtlicher Bestand an Prägungen vor, für die Hans Jacob I. Gessner die Stempel schnitt. Alle Objekte sind mit ihrer Provenienz in einer digitalen Datenbank registriert.

55 Münzen (15 in Gold, 40 in Silber) und 13 Medaillen stammen aus der Sammlung des Berner Historikers Gottlieb Emmanuel von Haller (1735–1786), der das zweibändige Schweizerisches Münz- und Medaillenkabinett verfasste, das 1780/81 herausgegeben wurde. Die Berner Bibliothek erwarb diese Sammlung 1784.19

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Anlässlich der Neugründung des Bernischen Historischen Museums 1894 kam die Sammlung der Burgergemeinde Bern mit 23 Silbermünzen und 2 Medaillen neu hinzu. Ein Lot von 10 Zehnschilling-Münzen aus der Zeit von 1712–1736 wurde 1910 in Frankfurt a. M. ersteigert.20 11 weitere Objekte stammen aus unterschiedlichen Auktionen (besonders Anfang des 20. Jahrhunderts),21 mehrere Einzelstücke haben verschiedene Donatoren, oder es besteht kein Hinweis auf deren Herkunft.

1.4. Münz- und Medailleninventare im Münzkabinett und der Antikensammlung in Winterthur

Im Münzkabinett Winterthur (Inventarkennzeichen „MK S" und „MK Md")22 liegen insgesamt 156 Münzen und 71 Medaillen, die mit Stempeln von Hans Jacob I. Gessner geprägt wurden.23 Die Bestände sind in einer Datenbank digital erfasst und stammen aus zwei Quellen.24 25

Ein Teil geht auf die Sammlung des Geschichtsforschers und Politikers Carl Lohner (1786–1863) zurück,26 die Friedrich Imhoof-Blumer (1838–1920) im Jahr 1866 erwarb und mit seiner eigenen Sammlung sowie der Bibliothekssammlung zusammenführte. Dabei kam es zu Austausch, Ergänzungen und Abstossungen, die sich nicht immer im Detail belegen lassen. Lagen mehrere Exemplare eines Untertyps (Stempelvariante) vor, behielt Imhoof-Blumer häufig nur eines der Exemplare. Andererseits ergänzte er zwischen 1866 und 1871 die Bestände durch Ankäufe. 1871 schenkte Imhoof-Blumer seine Sammlung Schweizer Münzen dem Winterthurer Münzkabinett.27

Die andere Quelle betrifft den umfangreichen Bestand an Zürcher Münzen aus der Sammlung von Carl Hüni, die dem MK 1941 als Legat geschenkt wurden.

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Neuere Ankäufe stammen vor allem aus den Auktionen Leu Numismatik 88, 200328 und LHS Numismatik 94 200529. An diesen beiden Auktionen bot sich die seltene Gelegenheit, die Winterthurer Bestände an Zürcher Kleinmünzen (insbesondere der seltenen Rappenstücke) zu ergänzen.

1.5. Weitere öffentliche Sammlungen in der Schweiz und im Ausland

In den meisten Münzkabinetten der Schweiz liegen kleinere Serien von Münzen und Medaillen, für die Hans Jacob I. Gessner die Stempel schnitt. Schwerpunkte lassen sich aber nicht ausmachen.

Die Bestände im Musée monétaire cantonal von Lausanne (Inventarkennzeichen „MMC") lassen keinen systematischen Aufbau von Geprägen aus Zürich erkennen.30 Bei den 50 Stücken handelt sich um vereinzelte kleinere Schenkungen. Diese betreffen 17 Medaillen, 3 Zunftpfennige und 1 Militärische Prämie. Ebenso wenig geben die Inventarnummern der Bestände im Münzkabinett des Historischen Museums Basel (Inventarkennzeichen „HMB") Auskunft über den Sammlungshintergrund der 36 Münzen und Medaillen aus der Schaffenszeit von Gessner I. (5 Gold-, 2 Silber- und 5 Billonmünzen sowie 24 Medaillen).31 Auch die Inventarkennzeichen der 43 Münzen aus dem Cabinet de Numismatiques des Musées d'art et d'histoire in Genf32 (Inventarkennzeichen „CDN") sind bezüglich deren Provenienz nicht aussagekräftig (7 Goldmünzen, 32 Silbermünzen, 4 Billonmünzen), die Bestände der Medaillensammlung waren zum Zeitpunkt der Inventaraufnahme nicht zugänglich. Die wenigen Gepräge im Rätischen Museum in Chur (RM),33 die einen Bezug zu Zürich aufweisen, gehen auf Schenkungen von Einzelstücken zurück. Darunter sind auch die Medaillen von Hans Jacob I. Gessner, die mit Graubünden in Zusammenhang stehen.34

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In der Eremitage in Sankt Petersburg (Inventarkennzeichen Eremitage) liegen 100 Münzen und 6 Medaillen aus der Schaffenszeit Hans Jacob I. Gessners.35 Der Bestand an Goldprägungen ist beachtlich: 43 Münzen (8 Doppel- und 12 einfache Dukaten, 8 Halbdukaten, 15 Vierteldukaten) sowie alle 6 Medaillen. 53 weitere Münzen sind aus Silber, 4 aus Billon. Den Hintergrund aller Bestände der Eremitage bildet die Sammlung der Zaren und verschiedene Adelssammlungen wie z. B. die Sammlung Stroganov. Ein spezieller Bezug zur Schweiz kann nicht festgestellt werden.

Die Münzkabinette von München und Wien übermittelten auf Anfrage Informationen zu den dortigen Beständen aus dem Schaffen von Hans Jacob I. Gessner sowie einen Auszug aus den elektronischen Datenbanken.36 37 In der Staatlichen Münzsammlung München (Inventarkennzeichen „SMM") liegen 12 Objekte, die mit Stempeln von Hans Jacob I. Gessner gefertigt wurden: 7 Münzen (2 in Gold, 2 in Silber, 3 in Billon) und 5 Medaillen (1 in Gold und 4 in Silber). Es handelt sich um einzelne, private Schenkungen. Im Kunsthistorischen Museum in Wien (Inventarkennzeichen „KHM" Inv. Nr. aα und bα) liegen 15 Münzen (3 in Gold, 10 in Silber und 2 in Billon).

Im British Museum in London (BM) konnten insgesamt 96 Gepräge, für welche Gessner die Stempel schnitt, ausgemacht werden. Davon sind 69 Münzen und 27 Medaillen. 21 Medaillen und 25 Münzen von Hans Jacob I. Gessner stammen aus der Sammlung von Reverend Chauncy Hare Townshend. Diese Sammlung ist mit dem Inventarkennzeichen „BM Townshend" gekennzeichnet. Es handelt sich um eine Sammlung Schweizer Münzen und Medaillen, die Reverend Chauncy Hare Townshend zusammentrug und dem 1852 gegründeten South Kensington Museum in London testamentarisch vermachte. Der die Münzen und Medaillen aus dem Gebiet der Schweiz betreffende Teil der Sammlung wurde von Reginald Stuart Poole bearbeitet und 1878 unter dem Titel A descriptive Catalogue of the Swiss Coins in the South Kensington Museum publiziert. 22 weitere Gepräge tragen die Inventarnummer „1935 T. B. Clarke-Tornhill Bequest". Sie stammen aus den Beständen an 13'000 Münzen und Medaillen, welche der Diplomat und Sammler Thomas Bryan Clarke-Thornhill (1857–1934) dem British Museum vermachte.38 Die restlichen 29 Stück stammen aus kleinen Vermächtnissen. Zusammenfassend lassen die Inventarkennzeichen im British

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Museum erkennen, dass von den dortigen 95 Gessner-Geprägen 68 aus zwei gezielt aufgebauten Sammlungen stammen.39

Die Bestände an Schweizer Münzen in der Bibliothèque nationale de France in Paris (BNF) wurden von Jean-Paul Divo inventarisiert und von ihm 2007 in der Schweizerischen Numismatischen Rundschau publiziert.40 Im Katalog der vorliegenden Arbeit sind sämtliche Stücke unter „Belege Museen und Privatsammlungen" mit dem Inventarkennzeichen „Paris: Divo SNR 86, 2007" aufgenommen. Bei Divo sind 8 Münzen und 5 Medaillen aus der Zeit von Gessners Tätigkeit aufgelistet. Bei einer eigenen Kontrolldurchsicht der BNF-Bestände konnten zudem 2 weitere Medaillen gefunden und zusätzlich in den Katalog aufgenommen werden.41 42 Die Bestände der BNF zeigen, dass kein systematischen Aufbau einer numismatischen Sammlung von Schweizer Münzen und Medaillen gepflegt wurde.

Auch die Sammlung Simolin von Schweizer Münzen im Finnischen Nationalmuseum in Helsinki (Inventarkennzeichen „FNMH") ist in Form einer Liste publiziert.43 Aus ihr wird ersichtlich, dass dort 5 Stück aus der Zeit Hans Jacob I. Gessners aufbewahrt werden.44

Im Münzkabinett des Bode-Museums in Berlin konnten 42 Gepräge von Hans Jacob I. Gessner ausgemacht werden45 (Inventarkennzeichen „Bode-Museum"). Von den 25 Münzen sind 8 aus Gold und 17 aus Silber. Unter den 17 vorgefundenen Medaillen fallen 10 Porträtmedaillen mit Gessners Stempelschnitt auf. Während bei den Münzen kein systematischer Sammlungsaufbau erkennbar ist, scheinen Gessners Bildnismedaillen besondere Aufmerksamkeit auf sich gezogen zu haben. Von den Inventarnummern im Bode-Museum kann aber nicht auf klar abgegrenzte Sammlungen geschlossen werden.

Ähnliche Grössenordnungen bei der Zahl Zürcher Münzen und Medaillen dürften auch in den anderen wichtigen deutschen Münzsammlungen liegen, so z. B. in Dresden, Frankfurt a. M. und Stuttgart.

Die Einsicht in die umfassende Privatsammlung Pozzi, die Zürcher Medaillen, aber auch Münzen beherbergt, war ein besonderes Privileg. Die Hans Jacob I. Gessner betreffenden

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Bestände, die zum Teil selten und durchweg in hervorragendem Zustand erhalten sind, wurden in den Katalog aufgenommen (Inventarkennzeichen Privatsammlung Pozzi, Zürich).

1.6. Fachliteratur und Auktionskataloge

Für das Zitieren von Belegen aus gedruckten Quellen wurden die im Folgende aufgeführten numismatischen Werke und Auktionskataloge in der entsprechenden Rubrik (Belege Literatur und Auktionskataloge) herangezogen.

1.6.1. Fachliteratur

Medaillen

Das Wiener Münzkabinett verdankt seinen Weltrang bis heute der Sammelleidenschaft der beiden Kaiser Karl IV. (Regierungszeit 1711–1740) und Franz I. Stephan (Regierungszeit 1745–1765). Im 18. Jahrhundert wurde das Münzkabinett auch zur Geburtsstätte der Numismatik als moderner wissenschaftlicher Disziplin. Seine Kustoden zeichneten für die ersten gedruckten Münzkataloge verantwortlich,46 wobei sie Systematisierungen entwickelten, die bis heute ihre Gültigkeit haben (Inventarkennzeichen „Monnoies en or et en Argent ...").

Die beiden ältesten Katalogwerke über die Medaillen der Schweiz sind Gottlieb Emanuel von Hallers zweibändiges Schweizerisches Münz- und Medaillenkabinett (Bern 1780–1781)47, das als erstes Übersichtswerk zur schweizerischen Medaillen- und Münzgeschichte gelten kann (Belege Literatur: „H."), sowie Wilhelm Tobler-Meyers Die Münz- und Medaillen-Sammlung des Herrn Hans Wunderly v. Muralt in Zürich (Zürich 1896–1898)48 (Belege Literatur: „W ..."). Diese beiden Kataloge erfuhren mit der Publikation Schweizer Medaillen aus altem Privatbesitz durch die Bank Leu AG im Jahr 1989 eine von Ueli Friedländer verfasste Neuauflage (Kürzel „SM"). Mit reichem Abbildungsmaterial und in der zweiten Auflage mit Generalindex, Künstler- und Legendenregister sowie Konkordanztabellen zu den alten Sammlungskatalogen (u. a. von Haller und Wunderly) wurde ein zeitgemässes und übersichtliches Standardwerk zur Schweizer Medaillenliteratur veröffentlicht (Belege Literatur: „SM").

Münzen

Was die Münzen von Zürich betrifft, so listet Gottlieb Emanuel von Haller nur die Nominale in Gold und in Silber aus Gessners Arbeitszeit auf.49 Die Scheidemünzen wie Zehnschilling-←21 | 22→Stücke, Schillinge und Rappen fanden in dieser Sammlung keine Berücksichtigung. Die Signatur „HIG" ist bei den Talern nur zum Teil erwähnt.

Der detaillierte Katalog von Wilhelm Tobler-Meyer (1896–1898)50 zur Sammlung Wunderly von Muralt war somit die erste mehr oder weniger umfassende Auflistung aller zürcherischen Münzen. Die Stücke aus Gessners Schaffenszeit sind darin in allen Nominalen aufgeführt, bei den Stücken mit der Signatur „HIG" ist ein Verweis auf Gessner als Stempelschneider beigefügt (Belege Literatur: für Hallers Schweizerisches Münz- und Medaillenkabinett „H.", für Tobler-Meyers Katalog zur Sammlung Wunderly „W.").

Ein wahres Referenzwerk für die Münzprägung in Zürich publizierte 1966 Hans Hürlimann mit dem Katalog seiner Zürcher Münzgeschichte .51 Nachdem im Rahmen der vorliegenden Arbeit alle Belegexemplare in der Referenzsammlung des SNM aufgenommen wurden, stellte sich heraus, dass in Hürlimanns Katalog nur wenige Stempelkombinationen keine Berücksichtigung finden. Was die mit Stempeln von Hans Jacob I. Gessner geprägten Münzen betrifft, ist Hürlimanns Aufstellung folglich als gutes Referenzwerk zu betrachten.

Jean-Paul Divos und Edwin Toblers gemeinsam verfassten Publikationen Die Münzen der Schweiz im 17. Jahrhundert (1987)52, Die Münzen der Schweiz im 18. Jahrhundert (1974)53 und Die Münzen der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert (1969)54 zählen bis heute zu den Standardwerken der schweizerischen Numismatik (Belege Literatur: „D.-T."). Es handelt sich dabei um Typenkataloge mit jeweils einer Abbildung pro ausgeprägtem Typ, wobei Varianten teilweise summarisch erwähnt sind. Typenmässig sind alle Münzen aus Gessners Schaffenszeit erfasst.

Auch beim Neuen HMZ-Katalog. Band 2. Die Münzen der Schweiz und Lichtensteins 15./16. Jahrhundert bis Gegenwart (Kunzmann / Richter 2011)55 (Inventarkennzeichen „HMZ II.") handelt es sich nur um einen Typenkatalog; Varianten oder Stempelkombinationen sind nicht berücksichtigt. Auch in diesem Katalog sind typenmässig alle Münzen aus Gessners Schaffenszeit erfasst.

Details

Seiten
430
Jahr
2020
ISBN (PDF)
9783034341516
ISBN (ePUB)
9783034341523
ISBN (MOBI)
9783034341530
ISBN (Paperback)
9783034340984
DOI
10.3726/b17311
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2020 (Juli)
Schlagworte
Hans Jacob I. Gessner Münzmeister Stempelschneider Münzmeister von Zürich Medaillenherstellung Zürich Münzherstellung Zürich Medailleur
Erschienen
Bern, Berlin, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2020, 430 S.

Biographische Angaben

Marie-Alix Roesle (Autor:in)

Marie-Alix Roesle kam zum Fachgebiet der Numismatik nach dem Abschluss ihres Studiums in Kunstgeschichte und Geschichte der Neuzeit an der Universität Zürich dank einer Anstellung in der Numismatischen Abteilung der Bank Leu AG, damals geleitet vom bedeutenden Numismatiker Dr. Dr. hc Leo Mildenberg. Er hatte bereits das Thema zu ihrer Lizenziatsarbeit über Hans Jacob I. Gessner angeregt. Später baute die Autorin mit dessen Beratung die Münzensammlung des Moneymuseums Zürich zur Dokumentation der Geschichte des Geldes auf und sie war bis zu ihrer Pensionierung die Kuratorin der Sammlung.

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Titel: Der Münzmeister, Stempelschneider und Medailleur Hans Jacob I. Gessner (1677-1737)