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Gesammelte Werke

Schriften zur politischen Pädagogik. Teil 1: Politische Theorie und Föderalismus Bearbeitet, kommentiert und herausgegeben von Tomasz Stępień

von Anton Hilckman (Autor:in)
©2019 Monographie 398 Seiten

Zusammenfassung

Die Frage nach der politischen Verfassung der Gesellschaft als Leitmotiv der politischen Theorie gehört neben Kulturwissenschaft und Philosophie zu den Hauptthemen im Gesamtwerk von Anton Hilckman. Den Hintergrund dafür bilden die dramatischen Ereignisse in Deutschland und Europa des 20. Jahrhunderts. Anton Hilckman als politisch engagierter Zeitzeuge nahm direkt an diesen Auseinandersetzungen teil. In diesem Zusammenhang entwickelt er die Theorie des politischen Föderalismus als eine Alternative für Deutschland und Europa gegenüber den totalitären Ideologien des Kommunismus und Nationalsozialismus, die er als die eigentlichen politischen Pseudo-Religionen herausstellt. Gleichzeitig plädiert er für eine politische Bildung der Bürgergesellschaft als Grundlage politischer Mündigkeit.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • Politische Pädagogik und Staatstheorie im Gesamtwerk von Anton Hilckman (Tomasz Stępień)
  • Die naturrechtliche Soziologie der französischen Aufklärung.Eine sozialwissenschaftliche Untersuchung
  • Vorwort
  • A. Einleitung. Natur und Naturgemäßes
  • I. Die gemäßigte Naturrechtslehre. Überblick über ihre Geschichte
  • II. Mehrfacher Umschwung im Naturrecht. Ursachen desselben. Geschichtlicher Hintergrund
  • B. Hauptteil: Der Gedanke des naturgemäßen Seinsollens in der französischen Soziallehre des 17. und 18. Jahrhunderts
  • I. Vertreter des naturgemäßen Sozialismus
  • II. Individualismus als das naturgemäße Seinsollen: Brissot de Warville
  • C. Schluss: Der Gedanke des naturgemäßen Werdens als Ergänzung zum Gedanken des naturgemäßen Seinsollens. Nachwirkungen des mechanistisch-optimistischen Naturalismus
  • Kurze Zusammenfassung des Gedankeninhaltes
  • Bemerkung zum Ganzen
  • Verzeichnis der einschlägigen Literatur
  • Studie zum geschichtsphilosophischen Naturalismus des französischen Aufklärungszeitalters
  • Naturrecht in Tradition und Aufklärung. Die Gegensätzlichkeit des griechisch-römisch- christlichen Naturrechtsgedankens und der aufklärerischen Lehre vom naturgemäßen Seinsollen
  • Politische Theorie – Aufsätze.Grundlagen des Föderalismus
  • Neuer Universalismus
  • Nationalismus, Internationalismus, Universalismus. Programmatisches vor allem für die Bewohner Mittelund Südosteuropas
  • Regionalismus und Föderalismus. Politische und kulturelle Gegenwartsaufgaben für Deutschland und das Abendland
  • Nationalismus und Föderalismus
  • Ist der Föderalismus unzeitgemäß und undeutsch?
  • Der Parlamentarismus auf dem Todesbett
  • Die Ideologie des Bolschewismus
  • Phänomenologie des Kryptokommunismus. Methoden kommunistischer Einsickerung und Durchsetzung in den „kapitalistischen“ Ländern
  • Der Ku-Klux-Klan
  • Praesidis Roosevelti eratio de libertate et religione
  • Gedanken und Glossen
  • Thomas von Aquin und die naturrechtliche Staatslehre
  • Wirtschafts- und Sozialordnung als Aufgabe. Zu einem epochemachenden Buch von Prof. Schmittmann
  • Univ.-Prof. B. Schmittmann 60 Jahre alt
  • In memoriam: Benedikt Schmittmann
  • Gemartet in unserer Zeit. Vor 25 Jahren starb Benedikt Schmittmann
  • Dissertation über Benedikt Schmittmann
  • Politische Theorie – Aufsätze.Politische Mündigkeit – Politische Ideologien
  • Rede für die Europa-Union
  • Benelux – erste Etappe auf dem Weg zu Europa
  • „Nervenkrieg“
  • Recht und Freiheit. Betrachtungen über echtes und unechtes, unvergängliches und vergängliches Recht.
  • Der Mensch und seine Freiheit
  • L’Europe, le nazioni ed i nazionalismi
  • Gutenbergs Werk – eine Mahnung zur Freiheit
  • Zum Buch von Max Scheler: „Die Wissensformen und die Gesellschaft“
  • Zum Aufsatz von Eduard Spranger „Wesen und Wert politischer Ideologien“
  • Über politische Bildung und politische Mündigkeit
  • Vom Wesen des Politischen
  • Gerechtigkeit
  • Politische Bildung – Politische Reife – Politische Mündigkeit
  • Friedrich Wilhelm Foerster als politischer Erzieher
  • Ironie und Satire im Dienste politischer Erziehung
  • Politische Ideologien (Pseudo-Religionen)
  • Politische Ideologien
  • F.A. Hayek: „The Constitution of Liberty“
  • Die gespaltene Welt und das Völkerrecht
  • Bibliographie
  • Personenverzeichnis
  • Reihenübersicht

Anton Hilckman

Gesammelte Werke

Schriften zur politischen Pädagogik.
Teil 1: Politische Theorie und Föderalismus
Bearbeitet, kommentiert und herausgegeben
von Tomasz Stępień

Autorenangaben

Anton Hilckman (1900−1970) war ein deutscher Philosoph und während der Nazi-Zeit Gefangener in mehreren Konzentrationslagern. Nach 1945 war er als Professor für Vergleichende Kulturwissenschaft an der Universität Mainz tätig.

Tomasz Stępień (Hrsg.) ist Dozent am Institut für Geisteswissenschaften der Technischen Universität Wrocław in Polen.

Über das Buch

Die Frage nach der politischen Verfassung der Gesellschaft als Leitmotiv der politischen Theorie gehört neben der Kulturwissenschaft und Philosophie zu den Hauptthemen im Gesamtwerk von Anton Hilckman. Den Hintergrund dafür bilden die dramatischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts in Deutschland und Europa. Anton Hilckman nahm als politisch engagierter Zeitzeuge direkt an diesen Auseinandersetzungen teil. In diesem Zusammenhang entwickelt er die Theorie des politischen Föderalismus als eine Alternative für Deutschland und Europa gegenüber den totalitären Ideologien des Kommunismus und Nationalsozialismus, die er als die eigentlichen politischen Pseudo-Religionen herausstellt. Gleichzeitig plädiert er für eine politische Bildung der Bürgergesellschaft als Grundlage politischer Mündigkeit.

Zitierfähigkeit des eBooks

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Inhaltsverzeichnis

Politische Pädagogik und Staatstheorie im Gesamtwerk von Anton Hilckman (Tomasz Stępień)

Die naturrechtliche Soziologie der französischen Aufklärung. Eine sozialwissenschaftliche Untersuchung

Vorwort

A. Einleitung. Natur und Naturgemäßes

I. Die gemäßigte Naturrechtslehre. Überblick über ihre Geschichte

II. Mehrfacher Umschwung im Naturrecht. Ursachen desselben. Geschichtlicher Hintergrund

B. Hauptteil: Der Gedanke des naturgemäßen Seinsollens in der französischen Soziallehre des 17. und 18. Jahrhunderts

I. Vertreter des naturgemäßen Sozialismus

II. Individualismus als das naturgemäße Seinsollen: Brissot de Warville

C. Schluss: Der Gedanke des naturgemäßen Werdens als Ergänzung zum Gedanken des naturgemäßen Seinsollens. Nachwirkungen des mechanistisch-optimistischen Naturalismus

Kurze Zusammenfassung des Gedankeninhaltes

Bemerkung zum Ganzen

Verzeichnis der einschlägigen Literatur←5 | 6→

Studie zum geschichtsphilosophischen Naturalismus des französischen Aufklärungszeitalters

Naturrecht in Tradition und Aufklärung. Die Gegensätzlichkeit des griechisch-römisch-christlichen Naturrechtsgedankens und der aufklärerischen Lehre vom naturgemäßen Seinsollen

Politische Theorie – Aufsätze. Grundlagen des Föderalismus

Neuer Universalismus

Nationalismus, Internationalismus, Universalismus. Programmatisches vor allem für die Bewohner Mittel- und Südosteuropas

Regionalismus und Föderalismus. Politische und kulturelle Gegenwartsaufgaben für Deutschland und das Abendland

Nationalismus und Föderalismus

Ist der Föderalismus unzeitgemäß und undeutsch?

Der Parlamentarismus auf dem Todesbett

Die Ideologie des Bolschewismus

Phänomenologie des Kryptokommunismus. Methoden kommunistischer Einsickerung und Durchsetzung in den „kapitalistischen“ Ländern

Der Ku-Klux-Klan

Praesidis Roosevelti eratio de libertate et religione←6 | 7→

Gedanken und Glossen

Thomas von Aquin und die naturrechtliche Staatslehre

Wirtschafts- und Sozialordnung als Aufgabe. Zu einem epochemachenden Buch von Prof. Schmittmann

Univ.-Prof. B. Schmittmann 60 Jahre alt

In memoriam: Benedikt Schmittmann

Gemartet in unserer Zeit. Vor 25 Jahren starb Benedikt Schmittmann

Dissertation über Benedikt Schmittmann

Politische Theorie – Aufsätze. Politische Mündigkeit – Politische Ideologien

Rede für die Europa-Union

Benelux – erste Etappe auf dem Weg zu Europa

„Nervenkrieg“

Recht und Freiheit. Betrachtungen über echtes und unechtes, unvergängliches und vergängliches Recht.

Der Mensch und seine Freiheit

L’Europe, le nazioni ed i nazionalismi

Gutenbergs Werk – eine Mahnung zur Freiheit

Zum Buch von Max Scheler: „Die Wissensformen und die Gesellschaft“←7 | 8→

Zum Aufsatz von Eduard Spranger „Wesen und Wert politischer Ideologien“

Über politische Bildung und politische Mündigkeit

Vom Wesen des Politischen

Gerechtigkeit

Politische Bildung – Politische Reife – Politische Mündigkeit

Friedrich Wilhelm Foerster als politischer Erzieher

Ironie und Satire im Dienste politischer Erziehung

Politische Ideologien (Pseudo-Religionen)

Politische Ideologien

F.A. Hayek: „The Constitution of Liberty“

Die gespaltene Welt und das Völkerrecht

Bibliographie

Personenverzeichnis←8 | 9→

Politische Pädagogik und Staatstheorie im Gesamtwerk von Anton Hilckman (Tomasz Stępień)

Gerade vor hundert Jahren hat in Deutschland und Europa eine der dramatischsten Zeitperioden in der Geschichte im Hinblick auf den Prozess der politischen Gestaltung des alten Kontinents begonnen. Der erste und der zweite Weltkrieg, dann die ideologisch gefärbte Zwischenkriegszeit, all diese Ereignisse haben Europa und seine Völker tiefgreifend und unumkehrbar verändert. Das Aufeinanderprallen der politischen und gesellschaftlichen Ideologien hat zur Teilung des alten Kontinents und Deutschlands geführt. In dieser Hinsicht kann gerade der Ideologie-Kampf und die darauffolgende politische Gestaltung Europas als das Hauptmarkenzeichen des 20. Jahrhunderts ausgewiesen werden. Es handelt sich vor allem um eine geschichtliche Zeitperiode, die durch zwei in gleichem Maße totalitäre politisch-gesellschaftliche Ideologien – Kommunismus und Nationalsozialismus – gebrandmarkt wurde. Es ist auch das Jahrhundert, in dem im Namen von diesen Ideologien die bis dahin in der Geschichte größten Verbrechen gegen die Menschheit begangen wurden.

Anton Hilckman (1900–1970) war als deutscher Philosoph und Intellektueller nicht nur ein Zeitzeuge, sondern vielmehr nahm er auf vielfacherweise direkt und aktiv in all den maßgebenden Auseinandersetzungen dieser Zeit teil. Er gehörte in der Zwischenkriegszeit zu jenen Kreisen, die sich für das föderalistische Deutschland und den Föderalismus als eine Staatstheorie und politische Bewegung für Deutschland und Europa einsetzten, und persönlich nahm er aktiv an der gegen das Nazi-Regime gerichteten Bewegung teil. Schon nach dem Krieg als Überlebender der Konzentrationslager setzte er sich für den Prozess der europäischen Integration ein. Infolge seines politischen Engagements entwickelte er eine Theorie des Staatswesens, die sich einerseits auf die klassische Theorie des Naturrechts bezieht, andererseits, anknüpfend an das Prinzip der Selbstverwaltung, zu den Theorien des Föderalismus gerechnet werden kann. Die politische Theorie findet auch in seinen unzähligen Polemiken, die er lebenslang mit den ‚Ideologien‘ geführt hat, Ausdruck. In dieser Hinsicht können seine Politische Schriften als Grundlage einer politischen Pädagogik erfasst werden, die über das Theoretische hinaus, zu einer politischen Erziehung von Bürgern in einer demokratischen Gesellschaft führen sollte.

Hilckmans politische Schriften und die darin enthaltene Theorie des Staatswesens bilden dabei eine konsequente Durchführung und Ergänzung seiner Kulturtheorie, die er in der Konzeption der vergleichenden Kulturwissenschaft zum Ausdruck brachte, andererseits die Theorie der Politik ist in seiner Sinnphilosophie mit den Begriffen der Freiheit, Begeisterung und Verantwortung verwurzelt. Gesamt gesehen, seine Theorie der Kultur, dann die Sinnphilosophie und schließlich die←9 | 10→ politische Theorie machen das Hilckmansche Konzept des Menschen, erfasst als homo numine afflatus, aus.1

In seinem Gesamtwerk nehmen die politischen Schriften eine besondere Stelle ein und haben eine spezifische Bedeutung. Gerade in seiner politischen Theorie verbindet sich, oder besser gesagt, wird sowohl das Theoretische des Denkens als auch das Praktische des Handelns integriert. Hilckmans politisches Engagement resultierte aus seiner Philosophie und Kulturtheorie und des darauf basierenden Gerechtigkeitsempfindens, so dass bei ihm keine Umbruchstellen oder Ausweichen in Entscheidungen und Weisen des Handelns vorliegen. In dieser Hinsicht ist Anton Hilckman seinen eigenen Überzeugungen lebenslang treu geblieben. In seinem ganzen Leben wich er niemals von den Prinzipien ab. Ob es sich um die Kritik des Preußentums oder seinen Kampf gegen den Nationalsozialismus und den totalitären Hitler-Staat handelte – er sah sich gezwungen, Stellung zu beziehen, sich eben gegen den Strom der öffentlichen Meinung zu stellen. „Gegen den Strom“ – contra torrentem – wurde zu Hilckmans Lebensmaxime, und in seinem Fall handelt es sich um eine klare Absage an die sogenannte politische Korrektheit. Er konnte eben nicht anders handeln, weil er die Prinzipien der Unantastbarkeit der Menschenwürde und seiner Freiheit als unabdingbare Grundlagen seines Handelns anerkannte. Der Preis, den er dafür zahlte, war eben hoch. In der Zwischenkriegszeit blieb er als Privatgelehrter von den akademischen Kreisen ausgeschlossen und während der Nazi-Zeit als unbelehrbarer Gegner des Nationalsozialismus, wie es im Urteilspruch des Sondergerichts heißt, wurde er in das Konzentrationslager verschleppt.

Die Geschichte seines Lebens ist damit ein Zeugnis, aber es handelt sich dabei nicht um ein bloßes Dagegen-Sein. In gleicher konsequenter Weise setzte sich Hilckman schon in der Zwischenkriegszeit in Deutschland für das vereinigte Europa, für den Föderalismus als politische Staatsform und die einzige Alternative für Deutschland ein; er plädierte für die Völkerversöhnung und Völkerverständigung, wie zum Beispiel in seinen Schriften, die der Geschichte und Kultur Frankreichs und Polens gewidmet sind.

Die politische Theorie bildet dabei den Ausgangspunkt seiner wissenschaftlichen Arbeiten. Mit den der Philosophie der Aufklärung gewidmeten Analysen kommt Hilckman auf das Problem der modernen Kultur und Gesellschaft zu sprechen. In dieser Hinsicht führt ihn die politische Geschichte Deutschlands und Europas zu den philosophischen Fragen nach dem Menschen, der Gesellschaft und der Kultur hin. Insbesondere ist hier seine Dissertationsarbeit – zum ersten Mal in diesem Band publiziert – mit dem Titel Die naturrechtliche Soziologie der französischen Aufklärung. Eine sozialwissenschaftliche Untersuchung zu nennen, die er 1921 in Freiburg im Alter von 21 Jahren verfasste und die sich mit dem politischen Denken im Frankreich der Aufklärungs- und Revolutionszeit auseinandersetzte, und die gleichzeitig←10 | 11→ die Grundlage für Hilckmans spätere Arbeiten ausmacht. Hilckman unternimmt in seiner Dissertation eigentlich den ersten Versuch einer tiefgreifenden Analyse von den politisch-ideologischen Grundlagen der französischen Revolution, die er als die Soziologie des Sozialismus herausstellt. Damit präsentiert Hilckman die erste Monographie, die der gesellschaftspolitischen Theorie des Sozialismus gewidmet ist, den er als die maßgebende politische Ideologie des 20. Jahrhunderts erfasste, und die er schon in der Nachkriegszeit als Pseudo-Religion gebrandmarkt hat.

Seine Ausführungen basieren hierbei vor allem auf den wechselnden Interpretationen des Naturrechts innerhalb der Philosophie der Neuzeit, bis hin zur Pervertierung der Konzeption des Naturrechts in den politischen Ideologien des 20. Jahrhunderts, sowohl im Falle des kommunistischen als auch national-sozialistischen Totalitarismus. In seiner Dissertation stellt er die grundlegende Frage nach den theoretischen, philosophischen Grundlagen des politischen Handels im Hinblick auf den „naturrechtlichen“ Sozialismus der französischen Aufklärung.

Hilckman setzt sich zum Ziel seiner Dissertationsarbeit die Aufdeckung von den eigentlichen Wurzeln der gesellschaftspolitischen Ideologie des Sozialismus, die seiner Meinung nach in der neuzeitlichen Konzeption des Naturrechts liegen, um sie in der sozialen Lehre der französischen Philosophie der Aufklärung, die ihrerseits durch den mechanistischen Naturalismus übertragen auf das Gesellschaftsleben gekennzeichnet ist, zu gründen. Wie er selbst im Vorwort seiner Dissertation feststellt: „Das Ziel (…) ist die möglichst klare und übersichtliche Herausschälung der sozialen Lehren der französischen Aufklärungszeit unter besonderer Berücksichtigung ihrer sozialphilosophischen Grundlage des mechanistisch-optimistischen Naturalismus; weiterhin soll versucht werden, alle geistigen Fäden aufzudecken, die sowohl von den genannten Gedankengebäuden hinüberführen zum Geistesleben der Vorzeit und der damaligen Zeit, als auch die gegenseitige Verwandtschaft gegebenenfalls hervortreten zu lassen“ (Hilckman 1921: Vorwort).

In dieser Hinsicht reicht Hilckmans Untersuchung über die Soziallehre der französischen Aufklärung tiefer ins Philosophische, indem er die Frage nach den festen, unveränderbaren Bezugspunkten von Normen und Werten stellt, die in politischer Hinsicht die gesellschaftliche Ordnung ausmachen könnten, und die als Ausdruck der naturrechtlichen Verfassung des Menschen bezeichnet werden sollten. Nach Hilckmans Auffassung kann das Gerechtigkeitsempfinden, neben der Vernunft, als ein solcher Bezugspunkt angenommen werden, das unabhängig von kulturellen Besonderheiten, Geschichte oder individuellen Gefühlslagen gilt.

Details

Seiten
398
Jahr
2019
ISBN (ePUB)
9783631711804
ISBN (PDF)
9783653049343
ISBN (MOBI)
9783631711811
ISBN (Hardcover)
9783631656990
DOI
10.3726/b15547
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2019 (Mai)
Schlagworte
Föderalismus Politische Ideologien: Nationalsozialismus und Kommunismus Gesellschaftspolitische Utopien Europa-Gedanke Politische Bildung und Bürgergesellschaft Naturrecht
Erschienen
Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2019., 398 S.

Biographische Angaben

Anton Hilckman (Autor:in)

Anton Hilckman (1900-1970) war ein deutscher Philosoph und während der Nazi-Zeit Gefangener in mehreren Konzentrationslagern. Nach 1945 gründete er den Lehrstuhl für Vergleichende Kulturwissenschaft an der Universität Mainz und gehörte zu den Vorkämpfern der Völkerversöhnung und des vereinten Europa. Tomasz Stępień (Hrsg.) ist Dozent am Institut für Geisteswissenschaften der Technischen Universität Wrocław in Polen.

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Titel: Gesammelte Werke