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Inklings-Jahrbuch für Literatur und Ästhetik

Die Phantastik und die Musik / Music and the Fantastic

von Maria Fleischhack (Band-Herausgeber:in) Patrick Schmitz (Band-Herausgeber:in) Christine Vogt-William (Band-Herausgeber:in)
Dissertation 176 Seiten
Reihe: inklings, Band 38

Zusammenfassung

„Inklings" nannte sich eine Gruppe von Schriftstellern und Geisteswissenschaftlern in Oxford, deren bekannteste Mitglieder J.R.R. Tolkien und C.S. Lewis waren. Die Inklings-Gesellschaft e.V. widmet sich seit 1983 dem Studium und der Verbreitung der Werke dieser und ihnen nahestehender Autoren sowie der Analyse des Phantastischen in Literatur, Film und Kunst allgemein. Ihre Jahrestagungen werden in Jahrbüchern dokumentiert. Dieser Band enthält Beiträge zum Thema „Die Musik und die Phantastik" sowie mehrere Rezensionen aktueller, relevanter Sekundärliteratur.
"Inklings" was the name of a group of Oxford scholars and writers; its best-known members were J.R.R. Tolkien and C.S. Lewis. The German Inklings-Gesellschaft, founded in 1983, is dedicated to the discussion and dissemination of the works of these authors and of writers commonly associated with them and to the study of the fantastic in literature, film and the arts in general. The proceedings of the annual Inklings conferences are published in yearbooks. This volume contains papers discussing the role of music in fantasy as well as several reviews of recent relevant publications.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhalt
  • Abbildungsverzeichnis
  • Vorwort
  • Danksagung
  • Beiträge zu „Die Phantastik und die Musik“/“Music and the Fantastic”
  • Von der heiseren Stimme des Todes und vom klappernden Räderwerk der Mühle,von den klagenden Blutstropfen der Mutter und vom ‚Kiwitt‘ des Seelenvogels:: Stimmen der Märchen in den Gedichten Thomas Klings (Werner Bies)
  • Mittelalterliche Liedformen in der Phantastik – von Minnesang bis Meistersang (Friedhelm Schneidewind)
  • Der Zauberer von Oz – Das Buch und eine neue Oper (Josef Schreier)
  • Interview mit Komponist und Librettist der Oper Der Zauberer von Oz (Josef Schreier)
  • Magic and musica mundana.: The Function of Music in Greg Bear’s Songs of Earth and Power (Joanna Kokot)
  • Melodies of Madness:: Music as Weird Mediation in H. P. Lovecraft’s “The Music of Erich Zann” (Max Jokschus)
  • Fan Fiction Clad in Music – How Tolkien and Pratchett Inspire(d) Music (Marthe-Siobhán Hecke)
  • “Sing now, ye people” – Celebratory Songs of Victory in The Lord of the Rings (Imke Lichterfeld)
  • Besprechungen
  • Roberto Arduini, Giampaolo Canzonieri und Claudio A. Testi, eds. Tolkien and the Classics. Cormarë Series 42. Zurich/Jena: Walking Tree Publishers, 2019. Pb., xx + 245 S. 29,20 €
  • Michael D. C. Drout, Verlyn Flieger, und David Bratman, eds. Tolkien Studies: Volume XVI. Morgantown: West Virginia UP, 2019. Pb., vi + 277 S. 60.00 $.
  • Dimitra Fimi and Thomas Honegger, eds. Sub-creating Arda. World-building in J. R. R. Tolkien’s Work, its Precursors, and its Legacies. Cormarë Series 40. Zurich/Jena: Walking Tree Publishers, 2019. Pb., vi + 464 S. 40,90 €
  • Christian Hatzenbichler. J. R. R. Tolkien und sein Christentum. Eine religionswissenschaftliche Auseinandersetzung mit Tolkiens Werk und seiner Rezeptionsgeschichte. Baden-Baden: Tectum, 2019. Pb., 246 S. 34 €
  • Stefan Lampadius. The Human Future? Artificial Humans and Evolution in Anglophone Science Fiction of the 20th Century. Winter 2020. Hc./PDF, 354 S. 56 €.
  • Sloterdijk, Peter. Den Himmel zum Sprechen bringen. Über Theopoesie. Berlin, Suhrkamp, 2020. Hc., 344 S. 26 €.
  • BeiträgerInnen
  • Reihenübersicht

Vorwort

Das Thema des diesjährigen Inklings-Symposions lautete „Die Phantastik und die Musik.“ Die Tagung war für den März 2020 in Aachen geplant und sollte auch an die am Theater Aachen uraufgeführte Familienoper Der Zauberer von Oz anknüpfen. Doch schnell wurde klar, dass aufgrund der Corona-Pandemie eine Tagung in Präsenz nicht möglich sein würde. Zunächst wurde dann das Symposion verschoben, doch letzten Endes mussten wir es ganz ausfallen lassen. Es ist das erste Jahr seit der Gründung der Inklings-Gesellschaft, dass kein Symposion stattfand. Aber das Jahr 2020 machte vielen Plänen einen Strich durch die Rechnung. Um den eingereichten Vorschlägen trotzdem ihren gebührenden Raum zu geben, erscheinen nun hier im 38. Jahrbuch Beiträge zum Thema Phantastik und Musik.

Phantastische Literatur ist voll von Musik: Tolkiens Arda entsteht durch Gesang, Aslan singt Narnia ins Dasein, und die Macht der wundersamen, namengebenden Trompete in Barfields The Silver Trumpet, dem ersten Fantasy-Roman der Oxforder Inklings, erweckt das Gute im Menschen. Immer wieder werden Lieder gesungen, Instrumente gespielt und Melodien sorgen für übernatürliche Erfahrungen. Doch ist Musik nicht nur als textimmanente Instanz in vielerlei Werken der Phantastik zu finden. In multimedialen Adaptionen kommen häufig Vertonungen von Gedichten und Liedern aus den Werken selbst vor, Soundtracks reflektieren Themen der Erzählungen und versuchen, die Atmosphäre der Geschichten zu übersetzen. Des Weiteren werden in diversen Musik-Genres immer wieder intertextuelle Bezüge zu Werken der literarischen Phantastik gezogen.

In den letzten Jahren erschienen mehrere Publikationen zum Thema, welche sich zwar insbesondere auf Tolkien beziehen, aber doch auch auf andere Werke der Phantastik eingehen. Unter anderem sind die folgenden Artikel und Sammlungen allen Interessierten wärmstens zu empfehlen: Music in Middle-earth (2010), herausgegeben von Heidi Steimel und Friedhelm Schneidewind (Cormarë Series No. 20), der 2014 auf Deutsch als Musik in Mittelerde in der Edition Stein und Baum des Verlags der Villa Fledermaus erschien. Im Oktober 2021 erscheint dann der Nachfolgeband, Musik in Tolkiens Werk und darüber hinaus, beim Verwunderwelt-Verlag. ←9 | 10→Der Band wird von Julian Eilmann und Friedhelm Schneidewind herausgegeben und ist bereits bei Walking Tree Publishers unter dem Titel Music in Tolkien’s Work and Beyond (2019), Julian Eilmann und Friedhelm Schneidewind (Cormarë Series No. 39) auf Englisch erschienen.

Isabella van Elferens sehr empfehlenswerter Artikel „Fantasy Music: Epic Soundtracks, Magical Instruments, Musical Metaphysics“, erschien 2013 im Journal of the Fantastic in the Arts und wurde für die Zeitschrift für Fantastikforschung (2/2013) auch ins Deutsche übersetzt. Der Beitrag gibt einen guten Überblick zum Thema und bezieht insbesondere auch neuere Werke mit ein. 2010 gab Bradford Lee Eden den Sammelband Middle-earth Minstrel: Essays on Music in Tolkien heraus, dessen Beiträge sich mit Tolkiens Interesse an Musik befassen. Des Weiteren ist John Garths Artikel „Ilu’s Music: The Creation of Tolkien’s Creation Myth“ (2019) zu nennen, der in Band 40 der Cormarë-Serie, Sub-creating Arda: World-building in J. R. R. Tolkien’s Works, its Precursors and ist Legacies, (herausgegeben von Dimitra Fimi und Thomas Honegger) erschien. Die Bibliothèque Nationale de France widmet dem Thema einen eigenen ausführlichen Artikel auf ihrer Website (https://fantasy.bnf.fr/en/understand/music-and-fantasy-perfect-harmony/).

Doch auch im Inklings-Jahrbuch erschienen gelegentlich Beiträge zum Thema, so zum Beispiel „Malerei und Musik im Werk von C. S. Lewis“ von Gisbert Kranz (Jahrbuch 4), mehrere Beiträge von Josef Schreier, wie „Orpheus im Kontext: Owen Barfields ,poetic drama‘ im Zusammenhang der literarischen und musikalischen Gestaltungen des Orpheus-Motivs“ (Jahrbuch 24) oder „Lust und Dämonie: Der Vampir auf der Opernbühne“ (Jahrbuch 27). Werner Bies schrieb im Jahrbuch 33 den Beitrag „‚Twas in the darkest depths of Mordor …‘: Phantastisches Erzählen in der Rockmusik.“

Nun widmet sich dieser Band ganz explizit der Phantastik in Verbindung mit Musik. Den Anfang macht Werner Bies, der über die musikalische Sprache und Stimmen von Märchen in den Gedichten von Thomas Kling schreibt. In „Mittelalterliche Liedformen in der Phantastik – von Minnesang bis Meistersang“ bringt Friedhelm Schneidewind Gedichte und Lieder in phantastischer Literatur mit Melodien des Spät- und Hochmittelalters in Kontakt und zeigt, wie gut viele Gedichte und Lieder in der Phantastik eins zu eins auf Melodien dieser Zeit gesungen und gespielt werden ←10 | 11→können. Im dritten Beitrag geht Josef Schreier dann auf die Familienoper Der Zauberer von Oz ein, wobei er sowohl auf Baums Text als auch auf die musikalische Umsetzung in der Oper unter Bezugnahme von sprachlichen und strukturellen Besonderheiten des Romans referiert. Im Anschluss folgt ein Interview mit dem Komponisten und dem Librettisten der Oper, Anno Schreier und Alexander Jansen.

Biographische Angaben

Maria Fleischhack (Band-Herausgeber:in) Patrick Schmitz (Band-Herausgeber:in) Christine Vogt-William (Band-Herausgeber:in)

Maria Fleischhack studierte Ägyptologie und Anglistik in Leipzig, wurde in der Anglistik promoviert und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Englische Literaturwissenschaft an der Universität Leipzig. Patrick Schmitz studierte Geschichte und Anglistik an der RWTH Aachen und arbeitet als Lehrer an der Sekundarschule Kreuzau-Nideggen. Christine Vogt-William studierte Englisch, Deutsch und Psychologie an der Universität Essen, wurde in York (UK) promoviert und leitet das Gender- und Diversity-Office im Africa Multiple: reconfiguring African Studies-Cluster an der Universität Bayreuth.

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Titel: Inklings-Jahrbuch für Literatur und Ästhetik