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Ausführliche Darlegung und Diskussion der Prinzipien der Prosodie

Basṭ al-maqbūḍ fī mabādiʾ ʿilm al-ʿarūḍ Maḥammad b. ʿAbd al-Maǧīd b. b. Kīrān (Mit einem zusätzlichen Kurztraktat des Verfassers zur balāġa)

von Habib El Mallouki (Autor:in)
Monographie 220 Seiten

Zusammenfassung

In der islamischen Geschichte stand die Poesie im Mittelpunkt des kulturellen und wissenschaftlichen Lebens. In diesem Zusammenhang zählt die Abhandlung Basṭ al-maqbūḍ fī mabādiʾ ʿilm al-ʿarūḍ von Maḥammad b. ʿAbd al-Maǧīd b. ʿAbd as-Salām b. Kīrān (gest. 1214 n. Hiǧra / 1799 n. Chr.) zu den seltenen Manuskripten im Bereich der Erforschung früherer arabischer Gedichte sowie deren Metrik (ʿilm al-ʿarūḍ). Nach einer inhaltlichen Darstellung der Abhandlung erläutert der Verfasser die Grundprinzipien der Metrik (ʿilm al-ʿarūḍ) und ordnet sie in stringenter Reihenfolge. In dieser Edition wird der Abhandlung Basṭ al-maqbūḍ fī mabādiʾ ʿilm al-ʿarūḍ ein Kurztraktat desselben Verfassers beigefügt, in dem eine Auseinandersetzung mit den drei Zweigen der arabischen Rhetorik (balāġa) vorgenommen wird.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • 1. Einleitung
  • 2. Leben und Werke von Maḥ ammad b. ʿAbd al-Maǧīd b. ʿAbd as-Salām b. Kīrān
  • 2.1 Name, Herkunft und Bildung Ibn Kīrāns
  • 2.2 Das Verhältnis Ibn Kīrāns zu den damaligen Gelehrten
  • 2.3 Das Haus Ibn Kīrān in Fās
  • 2.4 Das Ableben Ibn Kīrāns
  • 2.5 Die Schriften Ibn Kīrāns
  • 2.5.1 Ar-Risālā fī l-balāġa
  • 2.5.2 Taqyīd fī aqsām al-iktifā
  • 2.5.3 Überlieferte Gedichte von Maḥ ammad b. Kīrān
  • 3. Basṭ al-maqbūḍ fī mabādiʾ ʿilm al-ʿarūḍ
  • 3.1 Zuschreibung der Autorschaft
  • 3.2 Authentifizierung des Manuskripttitels
  • 3.3 Inhalt und Methodik des Manuskriptes
  • 3.3.1 Disziplinäre Grenze von ʿilm al-ʿarūḍ (Prosodie)
  • 3.3.2 Gegenstandsbereich von ʿilm al-ʿarūḍ
  • 3.3.3 Urheber von ʿilm al-ʿarūḍ
  • 3.3.4 Die Bezeichnung ʿilm al-ʿarūḍ
  • 3.3.5 Epistemologische Quellen von ʿilm al-ʿarūḍ
  • 3.3.6 Normative Subsumtion von ʿilm al-ʿarūḍ
  • 3.3.7 Fragestellungen von ʿilm al-ʿarūḍ
  • 3.3.8 Stellung von ʿilm al-ʿarūḍ für die Araber
  • 3.3.9 Verhältnis von ʿilm al-ʿarūḍ zu anderen Disziplinen
  • 3.3.10 Bedeutung von ʿilm al-ʿarūḍ
  • 3.4 Die verschiedenen wissenschaftlichen Themen des Manuskriptes
  • 3.4.1 Logische Aspekte
  • 3.4.2 Linguistische Aspekte
  • 3.4.3 Syntaktisch-grammatische Aspekte
  • 3.4.4 Historische Aspekte
  • 3.5 Entwurf des Editionstextes Basṭ al-maqbūḍ fī mabādiʾ ʿilm al-ʿarūḍ
  • 3.6 Beschreibung und Einordnung der vorliegenden Handschriften von Basṭ al-maqbūḍ fī mabādiʾ ʿilm al-ʿarūḍ
  • 3.6.1 Die Handschrift mit der Registrierungsnummer 1948
  • Seitenexemplare aus der Handschrift mit der Registrierungsnummer 1948
  • 3.6.2 Die Handschrift mit der Registrierungsnummer 1390
  • Seitenexemplare aus der Handschrift mit der Registrierungsnummer 1390
  • 3.6.3 Die Handschrift mit der Registrierungsnummer 7086
  • Seitenexemplare aus der Handschrift mit der Registrierungsnummer 7086
  • 3.6.4 Die Handschrift mit der Registrierungsnummer 12175
  • Seitenexemplare aus der Handschrift mit der Registrierungsnummer 12175
  • 3.6.5 Die Handschrift mit der Registrierungsnummer 10124
  • Seitenexemplare aus der Handschrift mit der Registrierungsnummer 10124
  • 3.6.6 Die Handschrift mit der Registrierungsnummer 12080
  • Seitenexemplare aus der Handschrift mit der Registrierungsnummer 12080
  • 4. Muqaddimat at-taḥ qīq
  • أولا: حياة المؤلف وآثاره العلمية
  • 1 ــ اسمه ونسبه ونشأته وثقافته:
  • 2 ـــ ثناء العلماء عليه:
  • 3 ـــ بيت ابن كيران في فاس:
  • 4 ــ وفاته:
  • 5 ــ مؤلفاته:
  • نموذج من النسخة الخطية:
  • انتهى بحمد الله وحسن عونه
  • ثانيا: كتاب „بسط المقبوض في مبادئ علم العروض“:
  • ـ خامسا استمداد علم العروض:
  • ثَلَاثٌ كُلُّهُنَّ قَتَلَتْ عَمْرًا فَأَخْزَى اللهُ رَابِعَةَ تَعُود.
  • خطة العمل في الكتاب:
  • دراسة ووصف النسخ الخطية للكتاب:
  • 5. Al-matn al-muḥ aqqaq (edierter Text) des Manuskriptes Basṭ al-maqbūḍ fī mabādiʾ ʿilm al-ʿarūḍ
  • لَوْ كُنْتَ تَعْلَمُ مَا أَقُولُ عَذَرْتَنِي
  • „مِنْ سُيُوفِ الْـهِنْدِ“
  • 6. Edition des angehängten Traktates des Verfassers bezüglich der arabischen Rhetorik
  • علم البيان:
  • علم البديع:
  • 7. Verzeichnis der Koranverse
  • 8. Verzeichnis der Ḥ adīṯ e
  • 9. Verzeichnis der Dichtungsverse
  • 10. Verzeichnis der Versteile
  • 11. Verzeichnis der arabischen Sprichwörter und Aphorismen
  • 12. Verzeichnis der Begriffe der arabischen Metrik
  • 13. Verzeichnis der Personen
  • 14. Verzeichnis der arabischen Stämme
  • 15. Verzeichnis der Orte
  • 16. Verzeichnis der zitierten Quellen im Editionstext
  • فهرس الكتب الواردة في متن الكتاب.
  • 17. Verzeichnis der allgemeinen Quellen der Edition
  • قائمة المصادر والمراجع
  • Series index

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1. Einleitung

Im frühen Arabien galt die Poesie als eine Kunstform, die Inspirationen und Lebensweisheiten vermittelte sowie Empfindungen und Sehnsüchte der Menschen offenbarte. Wie ein Paradiesvogel schillerte sie in vielfältiger Farbenpracht, faszinierte und verzauberte die Menschen. Dementsprechend genoss das Wirken der Dichter bei den arabischen Stämmen hohes Ansehen. Sofern unter den verschiedenen Stämmen der Name eines Dichters hervorstach, war es Tradition, seinem Stamm Glückwünsche auszusprechen. Dieser Brauch ist darauf zurückzuführen, dass der Poesie – und dem Wort allgemein – in dieser Zeit große Bedeutung beigemessen wurde. Der Araber sprach mit der „Flamme des Wortes wie mit dem Blitz seines Schwertes, mit Pfeilen des Scharfsinns wie seines Köchers und Bogens.“1 Diesem Zitat entsprechend entfaltet sich das immense Potential der arabischen Sprache vor allem in der sich artikulierenden Poesie. Denn die poetische Sprache verleiht den Worten durch ihre Ästhetik und innewohnende Melodie zusätzliche schöpferische Strahlkraft. So bringt die Poesie die arabische Sprache auf den höchsten Gipfel ihrer Ausdrucksfähigkeit. Aus diesem Grund hat Herder die klassisch-arabische Poesie wie folgt beschrieben:

„[Die arabische Poesie ist] der reine Ausdruck des Volkes, das sie erfand, seiner Sprache, Lebensart, Religion und Empfindungsweise. Fast ein Jahrtausend hat sie, und zwar eine Zeitlang unter den glücklichsten Umständen, geblühet, ja ihre Wurzeln sind noch nicht ausgestorben, sondern der Sprache nach noch jetzt über zwei große Weltteile lebendig verbreitet. […] Das Volk der Wüste, nachher Überwinder und Besitzer der Welt, war auch in seinen Bildern stolz, reich und heftig, ihre Beschreibungen sind prachtvoll und glänzend, ihre Sentenzen gedrängt, künstlich und, dem Islamismus [Islam] zufolge, andächtig und erhaben. Oft war ein Scharfsinn an den anderen gepfropft und aus einer feinen eine feinere Wendung derart sublimiert, dass für uns eben der Geist ihrer weisen Sprüche und Reden, auf den sie es am künstlichsten anlegten, gewöhnlich zuerst verrauchet.“2

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Außerdem transzendiert die Poesie die gegenwärtige Zeit, indem sie historische Ereignisse für die Nachwelt festhält, Nachrichten und Biografien dokumentiert und Kultur tradiert. Des Weiteren wird der arabischen Dichtung im Laufe der islamischen Geschichte die Ermittlung der sprachlichen Bedeutung von Lexemen und Wendungen zugewiesen. Aus diesem Grund verkörpert sie eine unerlässliche Sprachquelle hinsichtlich der Interpretation des Korans und der Sunna (prophetische Tradition). Die sprachliche Ästhetik kam zugleich im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Islam zum Tragen. Da Sprache und Dichtkunst zur Zeit des Propheten hoch geschätzt wurden, galt die unübertrefflich schöne Rhetorik des Koran nach islamischer Tradition als Beglaubigungswunder des Propheten Muammad. Diesbezüglich merkt Herder an: „Weil er [Muammad] sie in der Poesie überwand, ward er auch in der Religion ihr Sieger. So stark war in ihnen der Glaube an das Göttliche der Dichtkunst.“3

Angesichts ihres hohen Stellenwerts steht die Poesie seit langer Zeit im Mittelpunkt der Forschung der arabischen Literaturwissenschaft. Die wissenschaftlichen Abhandlungen thematisieren die Geschichte und die Definition der Poesie, differente Gattungen der arabischen Dichtung, die klassischen lyrischen Strukturen, den Aufbau und die Eigenschaften der Kasside4, die Urheber:innen und Wegbereiter:innen der Wissenschaft der arabischen Metrik sowie die musikalischen Rhythmen von Gedichten, die sich aus Metren und Reimformen ergeben.

Die Abhandlung Bas al-maqbū fī mabādiʾ ʿilm al-ʿarū von Abū ʿAbdallāh Maammad b. ʿAbd al-Maǧīd b. ʿAbd as-Salām b. Kīrān al-Fāsī (gest. 1214 n. Hiǧra/1799 n. Chr.)5, welche mit der vorliegenden Ausgabe als Edition erscheint, zählt zu den seltenen Manuskripten im Bereich der Erforschung früherer arabischer Gedichte sowie deren Metrik (ʿilm al-ʿarū). Der Verfasser beginnt die obige Abhandlung mit einer prägnanten Einführung. Nach einleitenden religiösen Worten (Lobpreis und Anbetung) erwähnt er seinen vollständigen persönlichen Namen und präsentiert die eigentliche ←10 | 11→Überschrift dieser Abhandlung, indem er schreibt: „Durch Gottes Beistand ist das [die Abhandlung] Bas al-maqbū fī mabādiʾ ʿilm al-ʿarū“.

Nach einer inhaltlichen Darstellung der Abhandlung erläutert der Verfasser die zehn Grundprinzipien der Metrik (ʿilm al-ʿarū) und ordnet sie in stringenter Reihenfolge: Die Definition der Metrik (ʿilm al-ʿarū), der Gegenstandsbereich dieser Wissenschaft, die sprachliche und terminologische Begriffsbestimmung der Bezeichnung ʿilm al-ʿarū, die Bestimmung der Urheber:innen sowie die Quellen, aus denen die Wahrheit und Gültigkeit dieser Wissenschaft abgeleitet und begründet werden, die islamisch-normative Beurteilung dieser Disziplin sowie die Darstellung ihrer Themen, die Darlegung des Stellenwertes der Metrik und deren Verhältnis zu anderen Wissenschaften und schließlich die Bestimmung der Nutzen dieser Disziplin. Dabei führt er eine Reihe von Überlieferungen und Zitaten in Form von Koranversen, Prophetenüberlieferungen, Dichtungsversen, prosaischen Texten sowie einschlägigen Gelehrtenaussagen an. Hierbei lässt sich ein konkreter Adressatenbezug erkennen. Der Verfasser geht von einer fachkundigen Leserschaft aus, da er nur bedingt Erklärungen bezüglich einiger Subthemen der arabischen Metrik bietet. So werden die Bezeichnungen der verschiedenen Metren, die Formen der metrischen Abweichungen (ʿilal/ziāfāt), die prosodischen Kreise (dawāʾir ʿarūīya) und ihre Regeln sowie die zulässigen syntaktisch-morphologischen Abweichungen im Rahmen der rhythmischen Notwendigkeit kaum erwähnt.

In dieser Edition wird der Abhandlung Bas al-maqbū fī mabādiʾ ʿilm al-ʿarū ein Kurztraktat desselben Verfassers beigefügt, in dem eine Auseinandersetzung mit den drei Zweigen der arabischen Rhetorik (balāġa) vorgenommen wird:

Die vorliegende Edition vollzieht sich in zwei Etappen: Für den ersten Schritt ist eine wissenschaftliche Einleitung vorgesehen, welche die Editionsrichtlinien illustriert und ausführlich über Werk und Arbeitsprozesse informiert. In der Einleitung wird außerdem die Biografie des Verfassers Maammad b. ʿAbd al-Maǧīd b. ʿAbd as-Salām b. Kīrān al-Fāsī (gest. 1214 n. Hiǧra/1799 n. Chr.) vorgestellt. Hierfür dienen sowohl klassische als auch moderne biografische Werke als Grundlage, in denen biographische und berufsbiographische Informationen hinsichtlich des Schriftstellers zu finden sind. Die Werke thematisieren einerseits den Namen, die Herkunft, die Jugend und die Umstände des Todes des Verfassers und andererseits seine Lehrer, seine Schüler, die Abfolge seiner Schriften sowie die Aussagen der Gelehrten über seine wissenschaftlichen Arbeiten. Im zweiten Schritt wird der Editionstext mit einem kritischen Apparat herausgegeben. Zu Beginn wird eine Niederschrift des Textes von Ibn Kīrān al-Fāsī erstellt – entsprechend der modernen Schreibweise arabischer Buchstaben sowie der Rechtschreibregeln, welche für den heutigen Standarddruck von Büchern gelten. Bei der Abschrift des Textes wurde großer Wert auf Genauigkeit und Korrektheit gelegt. Des Weiteren ist der Text vollständig vokalisiert sowie in Abschnitte unterteilt worden, wobei die Grundsätze der Nummerierung in all ihren Formen eingehalten wurden. Innerhalb des Textes sind sämtliche Stellen, die einen Beleg oder eine Erläuterung erfordern, mit einem Kommentar ergänzt. Hierbei wurden sämtliche Zitate, Implikationen und übernommene Auszüge kenntlich gemacht sowie auf ihre ursprünglichen Quellen zurückgeführt. Bei der Berücksichtigung all dieser Aspekte wurden die Prinzipien der kritisch-wissenschaftlichen Edition eingehalten. Zusätzlich wurde eine allgemeine Erläuterung zu den Handschriften beigefügt, welche als Grundlage für die vorliegende Edition gilt. Zu jeder Handschrift ist im Anhang eine entsprechende Kopie zu finden. Am Schluss dieser Edition befinden sich mehrere Verzeichnisse, welche dem Rezipienten die Suche innerhalb des Textes erleichtern sollen.

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2. Leben und Werke von Maammad b. ʿAbd al-Maǧīd b. ʿAbd as-Salām b. Kīrān

Eingangs ist darauf hinzuweisen, dass sowohl die klassischen als auch die modernen biografischen Werke keine ausführlichen Informationen über das Leben des Verfassers Maammad b. ʿAbd al-Maǧīd b. ʿAbd as-Salām b. Kīrān al-Fāsī liefern. Über sein Leben sind lediglich fragmentarische Informationen vorzufinden, welche nicht für die Nachzeichnung einer umfassenden Biografie Ibn Kīrāns ausreichen. Möglicherweise ist dieser Umstand mitunter auf folgende Ursachen zurückzuführen:

man rāma taʾwīla l-kitābi wa-lam yakun

  yadrī l-bayāna fa-āka min taswīlihi

inna l-bayāna huwa l-bayānu li-lafihi

  fa-ia ǧahilta fa-kuffa ʿan taʾwīlihi9

Des Weiteren erfolgt in den biografischen Quellen keine Erwähnung von Schülern, die beispielsweise an seinen Lehrzirkeln teilnahmen oder von ihm gelernt haben. Da es zu jener Zeit die Aufgabe von Schülern war, die Lehrmeinungen ihrer Lehrenden zu Lebzeiten und nach deren Tod zu tradieren, kommt ihnen auch aus historischer Perspektive eine tragende Rolle zu.←14 | 15→

Vor dem Hintergrund dieser einleitenden Feststellungen werden zu Beginn dieser Edition biografische Informationen über Abū ʿAbdallāh Maammad b. ʿAbd al-Maǧīd b. ʿAbd as-Salām b. Kīrān zusammengetragen. Die nachgezeichnete Biografie strebt danach, auf Grundlage der vorliegenden, wenigen Informationen über ihn sowie ergänzenden Hinweisen, die aus der Lektüre seiner Schriften und weiterführender Quellen entnommen werden können, ein höchstmögliches Maß an Ausführlichkeit zu erreichen.

2.1 Name, Herkunft und Bildung Ibn Kīrāns

Abū ʿAbdallāh Maammad b. ʿAbd al-Maǧīd b. ʿAbd as-Salām b. Kīrān stammt aus der Stadt Fās in Marokko, in der er zeit seines Lebens wohnte und auch beigesetzt wurde.10 Sein Bruder, der Großgelehrte Muammad a-ayyib b. ʿAbd al-Maǧīd b. ʿAbd as-Salām b. Kīrān, erreichte mit dem Verfassen weitverbreiteter Werke große Popularität. Abū ʿAbdallāh Maammad b. ʿAbd al-Maǧīd b. ʿAbd as-Salām b. Kīrān orientierte sich in seinem wissenschaftlichen Werdegang an seinem Bruder, indem er sich durch gezielte und sukzessive Wissensaufnahme einen großen Wissensschatz aneignete und sich als Gelehrter, Literat, Sprachwissenschaftler und hervorragender Dichter etablierte.

Maammad b. ʿAbd al-Maǧīd b. ʿAbd as-Salām b. Kīrān wuchs mit seinem Bruder Muammad a-ayyib in Fās in einer Gelehrtenfamilie auf. Es besteht kein Zweifel daran, dass er die theologischen Disziplinen sowie die Kurztraktate namhafter Gelehrter, welche zahlreich in der Stadt Fās zugegen ←15 | 16→waren, wie etwa in der Qarawīyīn- und Andalus-Moschee, studierte und auswendig lernte. Als er fundierte Kenntnisse in den rationalen und theologischen Wissenschaften erworben hatte und sich in den instrumentalen Wissenschaften wie der Syntax (naw), Rhetorik (balāġa) und Metrik (ʿarū), spezialisiert hatte, widmete er sich seiner Tätigkeit als Schriftsteller. Die Schriften, die aus dieser Periode seines Wirkens stammen, zeugen von einem außergewöhnlichen Maß an Genauigkeit und einer besonderen Fähigkeit im Umgang mit der arabischen Sprache. Darüber hinaus sind einige Entwürfe und Kurztraktate zu erwähnen, deren Nutzen für die arabische Poesie nicht zu unterschätzen sind.

2.2 Das Verhältnis Ibn Kīrāns zu den damaligen Gelehrten

Besonders die anerkennenden Bemerkungen damaliger Gelehrter geben Aufschluss über die schöpferische Strahlkraft Maammad b. Kīrāns. Der Gelehrte ʿUmar b. al-ʿArabī l-asanī, Zeitgenosse und Studienkollege des Verfassers, offenbart wertvolle Informationen zur Stellung und Wirkung von Maammad b. Kīrān. Die Anerkennung al-asanīs zeigt sich in der rühmenden Würdigung (taqrī) einer Kasside, welche Maammad b. Kīrān für den Sultan Sulaymān b. Muammad zum Anlass seines Amtsantrittes als Sultan (18. Raǧab 1206 n. Hiǧra/12. März 1792 n. Chr.)11 geschrieben hatte. In dieser Würdigung von al-asanī heißt es: „Der ehrenwerte Rechtsgelehrte Abū ʿAbdallāh Sīdī Maammad b. Kīrān – möge Gott seinen Stellenwert emporheben –, welcher die verschiedenen vortrefflichen Eigenschaften eint, von sicherem Urteil und kritischem Verstand zeugt sowie die unterschiedlichen Formen des Ausdrucks nach eigenem Belieben verwenden kann […]“12. Nachdem Maammad b. Kīrān seinem Kollegen ʿUmar b. al-ʿArabī l-asanī Einblick in die Kasside gewährte, lobt dieser die Fülle an Ausdrücken, die geistvollen Hinweise sowie den hervorragenden, unaffektierten poetischen Stil des Schriftstückes. Al-asanī berichtet: „[Der Verfasser] setzte mich über seine schöne Kasside in Kenntnis, wo er unseren Regenten und Oberhaupt der Gläubigen Abū r-Rabīʿ Mawlānā Sulaymān – möge ←16 | 17→Gott ihn für die Gläubigen als generöses Meer erhalten und durch ihn die Augen sehen lassen – lobt […].13

Auch Maammad b. Kīrān selbst würdigte seinerseits einige zeitgenössische Gefährten. Er zitierte beispielsweise einige Verse eines Gedichts des Gelehrten Muammad al-ʿArabī b. Amad Bannīs (1214 n. Hiǧra/1799 n. Chr.)14, in denen er den besonderen Stellenwert der Wissenschaften ʿilm al-maʿānī und ʿilm al-bayān hervorhebt. Ibn Kīrān wählt zu Beginn des genannten Schriftstückes respektvolle Ausdrücke gegenüber Bannīs: „Unser Gefährte, der scharfsinnige Geist und feingebildete Rechtsgelehrte […] Muammad al-ʿArabī b. Amad Bannīs sagte:

ʿilmu l-bayāni aǧallu ʿilmin yuqtanā

  wa-huwa s-sabīlu li-kulli fahmin yuǧtanā

in kunta bi-t-tafsīri ā šaġafin

  fa-lā taʿdil bihi ġayran wuqīta l-ʿanā

īyāka ġawan ʿan farāʾidihi

  ia kunta anā ʿani l-bayāni fa-tuġbanā15

2.3 Das Haus Ibn Kīrān in Fās

Das Haus Ibn Kīrān zählte zu den berühmten, alteingesessenen und ehrwürdigen Häusern in Fās. Die Angehörigen der Großfamilie Ibn Kīrān bewohnten die Gebiete ʿAdwat al-Andalus sowie ʿAdwat al-Qarawīyīn innerhalb der Stadt. ʿAbd al-Kabīr al-Kattānī geht in seinem Werk Zahr al-ās fī buyūtāt ahl Fās davon aus, dass die große Familie Ibn Kīrān aus einzelnen Familienzweigen bestand, deren Herkunft jeweils auf einen bestimmten Gelehrten oder eine bekannte Persönlichkeit zurückzuführen ist.16 Zu diesen Gruppen gehören:

Ein Großteil dieser Gruppen wanderte mit der Zeit nach Regionen inner- und außerhalb Marokkos aus – beispielsweise nach Melilla (Milīlya), Tanger ←18 | 19→(anǧa), Larache (al-ʿArāʾiš), Meknes (Maknās), Casablanca (ad-Dār al-Bayāʾ), El-Jadida (al-Ǧadīda) und Marrakesch (Murrākuš). In ihrer neuen Heimat übten sie verschiedene Berufe aus und bekleideten gesellschaftlich und sozial hoch angesehene Positionen. So gab es unter ihnen Händler, Gelehrte, Richter, Politiker und auch Angehörige, die sich der Wohltätigkeit widmeten. Besonders im theologischen Bereich profilierte sich die Familie Ibn Kīrān. Nachfolgend werden die einflussreichsten Religionsgelehrten der Familie genannt:

  • ʿAbd al-Maǧīd b. ʿAbd as-Salām b. Kīrān,21 der Vater von Maammad b. ʿAbd al-Maǧīd b. ʿAbd as-Salām b. Kīrān und des Großgelehrten Muammad a-ayyib, galt als aktiver, wohltätiger und frommer Gelehrter sowie praktizierender Sufi. Am Dienstag, den 20. Muarram 1105 n. Hiǧra, verstarb er in Fās. Dort wurde er im Mausoleum des Walīy Sīdī Qāsim b. Muammad b. Ramūn al-usaynī (gest. 1022 n. Hiǧra/1613 n. Chr.)22 am äußersten Rand des Pfades der Vertrauenswürdigen (Darb al-Umanāʾ) im Stadtviertel der Tischler (awmat an-Naǧǧārīn) beigesetzt.
  • Abū ʿAbdallāh Muammad a-ayyib b. ʿAbd al-Maǧīd b. ʿAbd as-Salām b. Kīrān (gest. 1227 n. Hiǧra/1812 n. Chr.)23 besaß eine große Autorität in religiösen Fragen und Angelegenheiten der muslimischen Gemeinschaft in Fās. Er beherrschte die meisten theologischen Disziplinen und ←19 | 20→war für die Gelehrsamkeit seiner Zeit eine bedeutende Persönlichkeit. Er zählte zu den profiliertesten Gelehrten und Beratern des marokkanischen Sultans Sulaymān b. Muammad (gest. 1238 n. Hiǧra/1822 n. Chr.).24
  • Abū ʿAbdallāh Maammad b. ʿAbd al-Maǧīd b. ʿAbd as-Salām b. Kīrān (gest. 1214 n. Hiǧra/1799 n. Chr.), der Verfasser der hier zu editierenden Abhandlung Bas al-maqbū fī mabādiʾ ʿilm al-ʿarū, galt als kompetenter Gelehrter sowie Dichter und ist der Bruder von Muammad a-ayyib.
  • Abū Bakr b. Muammad a-ayyib b. ʿAbd al-Maǧīd b. ʿAbd as-Salām b. Kīrān (gest. 1267 n. Hiǧra/1850 n. Chr.)25 wurde neben seinem Vater – Muammad a-ayyib – im Garten der Gelehrten (Rawat al-ʿUlamāʾ) bei den Grabkuppeln (qibāb) beigesetzt. Er galt als anerkannter Gelehrter (ʿālim mušārik), der belesen und vor allem in der Syntax (naw) sowie der Literaturwissenschaft (al-adab) bewandert war.
  • Muammad a-ayyib b. Abī Bakr b. ʿAbd al-Maǧīd b. Kīrān26, der Enkel des oben genannten Großgelehrten Muammad a-ayyib, galt als anerkannter Gelehrter im Bereich des Rechts, der stets mit den zeitgenössischen Rechtsfällen vertraut war. Sein religiöses Wissen erwarb er von seinem Vater Abū Bakr sowie Muammad b. amdūn b. al-āǧǧ (gest. 1274 n. Hiǧra/1857 n. Chr.),27 Muammad b. ʿAbd ar-Ramān al-aǧratī l-Fīlālī (gest. 1275 n. Hiǧra/1858 n. Chr.)28 und Amad ←20 | 21→b. Muammad al-Marnīsī aus Fās (gest. 1277 n. Hiǧra/1860 n. Chr.).29 Zu seinen Werken wird die Abhandlung Ar-Rila al-fāsīya al-mamzūǧa bi-l-manāsik al-mālikīya30 gezählt. Am Samstag, den 12. Šaʿbān 1314 n. Hiǧra/Januar 1897 n. Chr., verstarb er in Fās. Dort wurde er neben seinem Vater und Großvater im Garten der Gelehrten (Rawat al-ʿUlamāʾ) bei den Grabkuppeln (qibāb) außerhalb des Futū-Tores beigesetzt.
  • Abū ʿAbdallāh Maammad b. al-ʿAbbās b. Muammad b. Kīrān,31 der damalige Imām (Vorbeter) der Moschee des Sīdī -āfī, erwarb sein Wissen von dem Großgelehrten a-ayyib b. Kīrān, den er stets begleitete und dem er oft seine Kenntnisse vortrug. Er verstarb am 16. ū l-iǧǧa 1271 n. Hiǧra/August 1855 n. Chr. und wurde im Mausoleum des Šay Ibn Ibrāhīm im Pfad der Freien (Darb al-urra) beigesetzt.
  • Al-abīb b. at-Tahāmī b. amdūn b. Kīrān,32 welcher ursprünglich aus Fās stammte, jedoch in Marrakesch wohnhaft war, galt als anerkannter Rechtsgelehrter, der über herausragende Fertigkeiten im Bereich der Rhetorik verfügte. Am Freitag, den 15. Raǧab 1318 n. Hiǧra/1900 n. Chr., verstarb er in Marrakesch, dort wurde er beigesetzt.
  • Muammad b. Muammad b. Kīrān,33 der kundige Rechtsgelehrte, welcher als Beispiel für einen aufrichtigen und tugendhaften Menschen galt, wurde im Jahr 1317 n. Hiǧra/1899 n. Chr. in Fās geboren. Bis zu seinem Ableben am Montag, den 26. ū l-iǧǧa 1398 n. Hiǧra/1979 n. Chr., lehrte er in der Qarawīyūn-Moschee und hatte das Amt eines Richters in Oujda (Waǧda) inne.

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2.4 Das Ableben Ibn Kīrāns

Der Verfasser Maammad b. ʿAbd al-Maǧīd b. ʿAbd as-Salām b. Kīrān verstarb am 2. Muarram 1214 n. Hiǧra/1788 n. Chr. in Fās und wurde im Garten der Gelehrten (Rawat al-ʿUlamāʾ) bei den Grabkuppeln (qibāb) außerhalb des Futū-Tores beigesetzt. Der Autor des erwähnten biografischen Werks Zahr al-ās fī buyūtāt ahl Fās führt allerdings zum genauen Beisetzungsort von Ibn Kīrān an: „Ich konnte nicht erfahren, ob [seine Beisetzung tatsächlich] im erwähnten Garten (Rawat) erfolgte oder nicht.“34

2.5 Die Schriften Ibn Kīrāns

Im Gegensatz zu seinem Bruder, Muammad a-ayyib b. ʿAbd al-Maǧīd b. ʿAbd as-Salām b. Kīrān (gest. 1227 n. Hiǧra/1812 n. Chr.), der zahlreiche und bekannte Schriften zu verschiedenen theologischen Disziplinen verfasste, war die Schreibtätigkeit von Maammad b. Kīrān (gest. 1214 n. Hiǧra/1799 n. Chr.) begrenzt. Seine wenigen Schriften umfassen einige Abhandlungen sowie Gedichte, Notizen und Kommentare. Einige dieser Schriften, welche als Manuskripte erhalten geblieben sind und für die vorliegende Edition untersucht wurden, sollen im Folgenden kurz dargelegt werden.

2.5.1 Ar-Risālā fī l-balāġa35

Hierbei handelt es sich um ein Kurztraktat, in welchem der Verfasser auf originelle und akkurate Weise die drei bekannten Disziplinen der arabischen Rhetorik (balāġa) eingehend erläutert. So thematisiert er die Lehre der Bedeutung (ʿilm al-maʿānī), die sich mit der Relevanz der syntaktischen Strukturen für die Semantik beschäftigt; dann die Lehre der rhetorischen Darstellung (ʿilm al-bayān), die sich mit der Funktion verschiedener rhetorischer Mittel aus der semantischen Perspektive befasst, und schließlich ←22 | 23→widmet er sich der Stilformenlehre (ʿilm al-badīʿ), die sich insbesondere mit den sprachlichen Verschönerungsformen der arabischen Rede beschäftigt.

Bei der Behandlung dieser drei Teilwissenschaften zitierte Maammad b. Kīrān entsprechende Belegstellen aus poetischen und prosaischen Texten und verwies darüber hinaus auf einschlägige Kommentare der Gelehrten. Angesichts der Bedeutung dieses Kurztraktates für die sprachwissenschaftliche Forschung und damit die darin ausgedrückten Ansichten von Maammad b. Kīrān im linguistischen Diskurs Berücksichtigung finden, schien es angebracht zu sein, dieses Kurztraktat der Abhandlung Bas al-maqbū fī mabādiʾ ʿilm al-ʿarū beizufügen. Von diesem Traktat gibt es fünf Handschriften, welche in der Königlichen Manuskripten-Bibliothek al-asanīya in Rabat (Marokko) unter folgenden Nummern aufbewahrt werden:

  • Nr. 12211 innerhalb einer Sammlung von der Seite 81 (b) bis 90 (a).
  • Nr. 11484 innerhalb einer Sammlung von der Seite 155 bis 162.
  • Nr. 12376 innerhalb einer Sammlung von der Seite 166 bis 167.
  • Nr. 13895 innerhalb einer Sammlung von der Seite 387 bis 405.
  • Nr. 14145 innerhalb einer Sammlung von der Seite 113 bis 129.

Eine weitere Handschrift dieses Traktats befindet sich in der Fondation Allal El Fassi in Rabat unter der Nummer ع 393 innerhalb einer Sammlung von der Seite 424 bis 442. Es handelt sich bei diesem Exemplar um eine Abschrift, die von dem aus Fās stammenden ʿUmān b. Muammad al-ibābī ohne Angabe des Schreibdatums angefertigt wurde.

2.5.2 Taqyīd fī aqsām al-iktifā

In dem Manuskript Taqyīd fī aqsām al-iktifāʾ widmet sich der Verfasser der Bedeutung und den Formen des Auslassens (iktifāʾ) im Bereich der Syntax (naw) und differenziert das Phänomen des Auslassens mittels dreier Kategorien:

Von diesem Manuskript ist eine einzige Handschrift erhalten geblieben, welche in der Königlichen Manuskripten-Bibliothek al-asanīya in Rabat unter der Nummer 12080 innerhalb einer Sammlung von der Seite 157 bis 158 aufbewahrt wird. Sie ist in vokalisierter muǧawhar-Schrift marokkanischer Art ohne Kustode (taʿqība) verfasst worden. Das verwendete Papier ist modern. Am Ende der Schrift sind folgende Worte zu lesen: „Hier endet die Niederschrift desjenigen, welcher das Geschriebene desjenigen übernommen hat, welcher das Geschriebene des Verfassers dieser Schrift Maammad b. ʿAbd al-Maǧīd b. ʿAbd as-Salām b. Kīrān – dem Bruder des Großgelehrten und muaqqiq [‚akribischer Gelehrter‘] Šay Sīdī -ayyib, möge das Wohlgefallen Gottes auf ihm sein – übernommen hat. [Die Abschrift] erfolgte gemäß der von mir vorgefundenen Niederschrift unseres Šay und Großgelehrten Abū ʿAbdallāh Muammad b. ʿAlī b. Ǧallūn, möge sich Gott seiner erbarmen.“ Im Folgenden wird eine Kopie der Handschrift präsentiert:←24 | 25→

Die vorliegende Edition sieht es als Ziel, die Relevanz dieser Schrift hervorzuheben, damit sie nicht in Vergessenheit gerät oder verloren geht. Demzufolge wird diese im Folgenden vollständig angeführt.

Der Verfasser schreibt:

„Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen,

der Segen und Frieden sei auf unserem Propheten Muammad sowie auf seiner Familie und seinen Gefährten:←25 | 26→

Das Auslassen (al-iktifāʾ) ist in drei Kategorien zu unterteilen: es kommt entweder durch das Auslassen eines Wortteils oder eines [vollständigen] Wortes oder mehrerer Wörter zustande. Zur ersten Kategorie ist beispielsweise der adī kafā bi-s-sayfi šā – d. h. šāhidan36 anzuführen.

[Als iktifāʾ gilt] ebenfalls die folgende Aussage eines Dichters [im Metrum ar-raǧaz]:

Fa-l-ayru in ayran wa-in šarran fā – d. h. fašarr –

  wa-lā urīdu š-šarra ilā an tā – d. h. tašāʾ –37

In allen drei Kategorien ist mit dem Wort (kalima) das geschriebene Wort gemeint und nicht dessen syntaktische Bedeutung (kalima fī naw). Somit fallen das verwendete fāʾ bei einer Antwort und das tāʾ als Präfix eines Präsenzverbs (tāʾ al-muāraʿa) nicht unter die Bedeutung des Wortes in der arabischen Syntax (naw).

[Als iktifāʾ gilt] ebenfalls die folgende Aussage eines Dichters [im Metrum ar-raǧaz]:

Ǧāriyatun qad waʿadatnī an tā – d. h. taʾtī –

  tadhanu raʾsī wa-tufallinī aw tā – d. h. tamsa38

[Als iktifāʾ gelten] ebenfalls die folgenden Verse [im Metrum muallaʿ al-basī]:

Ilaykum hiǧratī wa-qa

Details

Seiten
220
ISBN (PDF)
9783631858516
ISBN (ePUB)
9783631858523
ISBN (Hardcover)
9783631853825
DOI
10.3726/b18912
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2022 (März)
Schlagworte
Poesie Metrik ʿarūḍ Versfūß Tafʿīla Prosodie Verse qāfiya Ibn Kīrān
Erschienen
Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2022. 220 S., 31 farb. Abb.

Biographische Angaben

Habib El Mallouki (Autor:in)

Habib El Mallouki ist Professor für islamische Literatur und Arabistik am Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück und Studiendekan des Fachbereichs Erziehungs- und Kulturwissenschaften. Er ist Co-Sprecher des Graduiertenkollegs »Religiöse Differenzen gestalten. Pluralismusbildung in Christentum und Islam«.

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Titel: Ausführliche Darlegung und Diskussion der Prinzipien der Prosodie