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Krisenmanagement in Sportbetrieben

von Ronald Wadsack (Band-Herausgeber:in) Rainer Tarek Cherkeh (Band-Herausgeber:in)
©2023 Andere 216 Seiten

Zusammenfassung

Im Jahr 2022 befinden wir uns in einer Situation mit vielen Unsicherheiten für das Management von Sportbetrieben, eine Beruhigung ist nicht in Sicht. Der kompetente Umgang mit diesen Entwicklungen ist erforderlich, um frühzeitig Risiken zu erkennen und die Gefahr einer wirtschaftlichen Schieflage zu verhindern. In einem betriebswirtschaftlichen Beitrag wird das Führungshandeln in Krisensituationen mit dem Ziel der Krisenvermeidung dargestellt, auch unter besonderer Betrachtung von Sportevents und Digitalisierung. Dazu tragen auch Compliance-Regeln bei. Rechtliche Fragen zum Umgang mit Krisen und eine spezifische Betrachtung der Pandemie-Situation beleuchten weitere Aspekte des Themas. Eine sachgerechte Krisenkommunikation ist dabei stets unerlässlich.

Inhaltsverzeichnis

  • Couverture
  • Titre
  • Copyright
  • À propos des directeurs de la publication
  • À propos du livre
  • Pour référencer cet eBook
  • Inhaltsverzeichnis
  • Vorwort zur 2. Auflage
  • Vorwort zur 2. Auflage
  • Krisenmanagement für Sportbetriebe – eine betriebswirtschaftliche Einführung (Ronald Wadsack)
  • Die Implementierung von Compliance-Strukturen als Rechtspflicht des Vereinsvorstands (Rainer Tarek Cherkeh)
  • „Krisenrecht“ im Vorfeld der Insolvenz von Sportvereinen und –unternehmen (Rainer Tarek Cherkeh)
  • Krisenkommunikation in Sportbetrieben (Marc Tenbücken)
  • Auswirkungen einer Pandemie auf Sportbetriebe und ihre Rechtsfragen (professioneller Sport/Amateursport) (Jan F. Orth)
  • Krisen- und Risikomanagement bei Sportgroßveranstaltungen (Maria Ratz & Ronald Wadsack)
  • Digitalisierung im Sport – Risiko- und Krisenpotenzial (Ronald Wadsack)
  • Informationen zu den Autoren
  • Titres de la collection

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Vorwort zur 2. Auflage

Keiner hat damit gerechnet: Geisterspiele, Spielabsagen, Ligaabrüche, das Stilllegen des Sportvereinsbetriebs und von Fitness- und anderen Sporteinrichtungen. Corona hat auf einmal auch im Sportbereich Krisenmanagement erforderlich gemacht. Umgehend musste auf behördliche Anordnungen reagiert, Ressourcen gerettet und die Bindung zu Mitgliedern, Fans und Kunden gehalten werden. Dies hat bei verschiedenen Organisationen im Sport zu vielfältigen, teils sehr kreativen und engagierten Lösungen geführt. Aus der Not heraus entstanden. Krisenmanagement pur. Und selbst ein gewieftes Risikomanagement hat eine solche Entwicklung im Vorfeld nicht auf dem Radar gehabt.

Spätestens diese Erfahrungen haben uns bewogen, das 2006 in der ersten Auflage aufgegriffene Thema des „Krisenmanagement in Sportbetrieben“ neu aufzusetzen und auf einen aktuellen Stand zu bringen. Auch wenn Corona kein dominierender Inhalt des Bandes ist, werden die Bezüge immer wieder aufgenommen, dafür ist die Erfahrung zu eindrücklich. Zumal ja nun, Mitte 2022, die weitere Entwicklung auch noch nicht absehbar ist. Allerdings befindet sich das Thema Pandemie nun in dem Betrachtungshorizont des Risikomanagements. Zwei Jahre Erfahrung müssen sich niederschlagen.

In dieser zweiten Auflage findet sich neben der Einführung in Krisen- und Risikomanagement eine Ausarbeitung zu der Implementierung von Compliance Management-Systemen im Hinblick auf die Krisenprävention. Es folgt eine rechtliche Einordnung von Krisensituationen in Sportbetrieben. Eine wichtige Rolle spielt auch in Krisensituationen die Kommunikation gegenüber allen relevanten Akteuren im Umfeld der Krisenorganisation. In einem weiteren Beitrag werden spezifische juristische Auswirkungen der Pandemie auf Sportbetriebe beleuchtet.

Eine Betrachtung der spezifischen Risikoaspekte bei Sportevents und Besonderheiten aus der zunehmenden Bedeutung erlangenden Digitalisierung schließen den vorliegenden Band ab.

Für die Koordination bei der Erstellung dieses Bandes danken wir Gabriele Wach, bei ihr liefen alle wichtigen Fäden zusammen.

←7 | 8→Die in diesem Band gewählte männliche Form bezieht sich immer zugleich auf weibliche, männliche und diverse Personen. Auf eine Mehrfachbezeichnung wird in der Regel zugunsten einer besseren Lesbarkeit verzichtet.

Salzgitter/Hannover Mitte 2022

Prof. Dr. Ronald Wadsack

Prof. Dr. Rainer Tarek Cherkeh

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Vorwort 1. Auflage

„Ich kann freilich nicht sagen,
ob es besser werden wird,
wenn es anders wird,
aber so viel kann ich sagen:
Es muß anders werden,
wenn es gut werden soll.“

(Georg Friedrich Lichtenberg)

Krisenmanagement ist auf Sportbetriebe bezogen ein ausgesprochen wenig bearbeitetes Thema. Dies ist ungewöhnlich, spielt doch der finanzielle Bereich schon seit vielen Jahrzehnten eine dominante Rolle in verschiedenen Bereichen des Sports. Jedoch ist in Deutschland spätestens seit den Entwicklungen der Borussia Dortmund GmbH & Co. KG a. A. das Thema einer breiten Masse vor Augen geführt worden. Genauso sind gemeinnützige Vereine und damit auch Verbände nicht vor den Wirkungsweisen des Wirtschaftslebens gefeit.

Der Bezug des Krisenmanagements auf Sportbetriebe im Titel dieses Bandes ist eine Reaktion auf die Ausdifferenzierung der Organisationslandschaft im Sport. Neben die vor einigen Jahrzehnten noch dominierenden Formen der gemeinnützigen Vereine sind mittlerweile verschiedene Formen der Kapitalgesellschaften getreten. Dies gilt insbesondere für Anbieter im Zuschauersport, bei kommerziellen Teilnahmesportangeboten und bei Sportgroßveranstaltungen.

Die Entwicklungen der Notlagen von Sportbetrieben bis hin zur Krise spiegeln sich jedoch bislang so gut wie nicht in der sportspezifischen betriebswirtschaftlichen Bearbeitung wider. Hinzu kommt, dass betriebswirtschaftliche Fragen der Sportorganisationen bislang insgesamt nur eine punktuelle Aufnahme gefunden haben. Dagegen lässt sich in der allgemeinen betriebswirtschaftlichen Literatur eine vielfältige Aufnahme des Themenbereiches ‚Unternehmenskrisen’ und ‚Krisenmanagement’ feststellen. Im Hinblick auf die Fortentwicklung der betriebswirtschaftlichen Betrachtung der Sportorganisationen bietet gerade der Bezug auf den speziellen Fall der krisenhaften Entwicklung eine besondere Möglichkeit, Folgerungen für die Führung von Sportbetrieben abzuleiten.

Verpasste Aufstiege, Verlust von Leistungsträgern oder Verletzungen von Athleten sind auf der sportlichen Ebene möglicherweise Krisenanlässe. Sie müssen ebenfalls bearbeitet werden, sind jedoch ursächlich mit der körperlichen ←9 | 10→Aktivität Sport verbunden. Mit dem Hinzutreten der wirtschaftlichen Bezüge, der Vermarktung von Sport, Profisport, hat sich eine zweite Handlungsebene ergeben. Sie ist nicht unabhängig von der sportlichen, bewirkt aber nochmals eigene Möglichkeiten zu problematischen Entwicklungen bis hin zur Krise bzw. des Untergangs des Sportbetriebes als Gipfelpunkt von Negativentwicklungen.

Um diese wirtschaftlichen Komponenten soll es hier gehen. In insgesamt vier Beiträgen erfolgt eine Annäherung an die Problematik, um betriebswirtschaftliche Aspekte zu beleuchten und die Verbindung zu den juristischen Anforderungen an die Sportbetriebe in einer Krisensituation und der vorherigen Entwicklung. In dem ersten Beitrag von Ronald Wadsack zum „Krisenmanagement in Sportbetrieben“ erfolgt entlang der allgemeinen Krisenliteratur eine erste Bestandaufnahme zu der Situation im Sportbereich. Ein erster Ansatz zu möglichen Lösungen bietet der zweite Beitrag von Wadsack, welcher den Sportbetrieb als lernende Organisation und die Krise als misslungenen bzw. ausgebliebenen Lernprozess deutet.

Rainer Cherkeh geht in seinem Beitrag „Krisenrecht im Vorfeld der Insolvenz von Sportvereinen und –unternehmen“ auf die besonderen Anforderungen gerade auch vor dem Hintergrund der ehrenamtlichen Funktionsträger und Gremien in Sportorganisationen ein, die nicht in der Struktur einer Kapitalgesellschaft organisiert sind. Während bei einem normalen Verlauf des Vereins- und Verbandsgeschehens die juristischen Fragen mehr latent im Hintergrund stehen bzw. bei Satzungsänderungen punktuell ein deutliches Gewicht erlangen, muss die Zusammenarbeit in der Krisenentstehung als immer dichter verwobenes Miteinander gesehen werden. Ziel ist die aus Sicht der Sportorganisation möglichst optimale Lösung der Problematik, um eine Verschärfung des Ungemachs aus der krisenhaften Entwicklung zu vermeiden. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht hierbei die nicht nur betriebswirtschaftlich, sondern – für die verantwortlichen Leitungsorgane – auch rechtlich gebotene Pflicht zur Einführung eines sog. „Frühwarnsystems“.

Da es aber nicht das Ziel sein kann, sich auf die Krise als Eskalationspunkt einer nachteiligen Entwicklung zu konzentrieren, sondern vorsorgliches Handeln gefragt ist, wendet sich der vierte Beitrag dem Risikomanagement im Sport zu. Carolin von Büdingen und Rüdiger Hamel haben im Rahmen ihrer Tätigkeit im Organisationskomitee der Leichtathletik-EM Göteborg 2006 die Möglichkeit gehabt, ein Risikomanagementsystem für Sport-großveranstaltungen zu entwickeln. Zwar betonen viele Veranstalter die Bedeutung von Risikomanagement für ihre Großveranstaltungen, in einem solchen konzeptionellen Rahmen wird dies in Deutschland erstmals vorgestellt.

←10 | 11→Mit diesen vier Beiträgen gehen die Herausgeber davon aus, dass eine gute Grundlage für die weitere Bearbeitung des Themas im Sportbereich vorgelegt wird. Insbesondere die Erarbeitung von weiter gehenden Lösungskonzepten und die Einbindung in die Führungsforschung für Sportbetriebe wird eine Herausforderung sein, welche in den nächsten Jahren anzugehen ist.

Salzgitter/Hannover im Mai 2006

Prof. Dr. Ronald Wadsack

Dr. Rainer Cherkeh

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Ronald Wadsack

Krisenmanagement für Sportbetriebe – eine betriebswirtschaftliche Einführung

Der Oberbegriff „Sportbetriebe“ wird hier für alle Erscheinungen von Profit- und Nonprofit-Organisationen im Sport verwendet. Der Rahmen für das Handeln wird dabei mit der Betriebswirtschaftslehre vorausgesetzt, da letztendlich die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zentral für die Lebensfähigkeit aller Arten von Sportorganisationen ist.

Nach einer kurzen Charakterisierung der Dienstleistungs-Betriebswirt- schaftslehre und der Rolle von Entscheidungen, geht es um die Einordnung von „Krisen“ in das Ereignisspektrum der Organisationsexistenz. Daraus ergibt sich Krisenmanagement als Aufgaben- und Kompetenzbereich. Die Notwendigkeit des Krisenmanagements beruht auf der Realisierung eines Risikos. Risikomanagement bedeutet damit einerseits das Vorbeugen, um einen schädlichen Ereigniseintritt zu vermeiden bzw. die mit dem schädlichen Ereignis verbundenen Folgen aufzufangen bzw. abzumildern. Letztlich erfolgt eine Übersicht zu Krisensituationen im Sport, wie sie auf Basis der gegenwärtigen Materialienlage möglich ist.

1 Betriebswirtschaftliche Entscheidungen für Sportorganisationen

Entscheidungen sind einerseits die Auslöser von Entwicklung in jeglichen Zusammenhängen, so auch in Sportbetrieben. Andererseits beruhen sie auf einer menschlichen Handlung, die mit allen Vor- und Nachteilen menschlichen Lebens verknüpft sind. Gruppeneffekte können hinzutreten.

1.1 Basiskonzept der Betriebswirtschaftslehre für Dienstleistungen

Abbildung 1 zeigt die betriebswirtschaftlichen Grundelemente für die Erstellung von Dienstleistungen. Ausgangspunkt ist die zielorientierte Ressourcenkombination, um die wirtschaftlichen bzw. sachlichen Ziele der Organisation möglichst gut erreichen zu können.1

Abb. 1:Leistungsprozess der Sportbetriebe als Dienstleistung (Quelle: Wadsack 2019b)

Details

Seiten
216
Jahr
2023
ISBN (PDF)
9783631888582
ISBN (ePUB)
9783631888599
ISBN (MOBI)
9783631888605
ISBN (Hardcover)
9783631888445
DOI
10.3726/b20133
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2023 (März)
Erschienen
Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2023. 216 S., Abb., 29 s/w Abb., 9 Tab.

Biographische Angaben

Ronald Wadsack (Band-Herausgeber:in) Rainer Tarek Cherkeh (Band-Herausgeber:in)

Ronald Wadsack ist seit 2000 als Professor für Sportmanagement an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften tätig. Rainer T. Cherkeh ist Fachanwalt für Sportrecht in Hannover sowie Honorarprofessor an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften.

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Titel: Krisenmanagement in Sportbetrieben
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