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Untersuchungen zum Urslavischen: Appendix zur Morphematik

von Helmut Weinberger (Autor:in)
©2023 Monographie 220 Seiten

Zusammenfassung

Vorliegendes Werk ist ein Ergänzungs- und Registerband zu den von Georg Holzer im Jahre 2020 publizierten Untersuchungen zum Urslavischen: Einleitende Kapitel, Lautlehre, Morphematik. Die dort von Holzer im Morphematik-Kapitel angeführten urslavischen Beispiele werden hier einer kritischen Betrachtung unterzogen und über verschiedene Register erschlossen. Darüberhinaus wird für jedes Beispiel seine Transformationsreihe, also der Weg von der morphematischen „Tiefe" (morphematischer Ansatz) zur phonetischen „Oberfläche" (Reallautung), angeführt.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Vorwort
  • Inhalt
  • Zur Notation
  • I. Anmerkungen zur Morphematik
  • II. Register
  • 1. Register der morphematischen Ansätze
  • 2. Register der Reallautungen
  • 3. Rückläufiges Register der morphematischen Ansätze
  • 4. Nach Hauptmorphemen angeordnetes Register der morphematischen Ansätze
  • 5. Nach Transformationen angeordnetes Register der morphematischen Ansätze
  • III. Transformationsreihen
  • Literatur
  • Tabelle der Transformationen (nach der Lautmaschine)
  • Reihenübersicht

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ZUR NOTATION

Ich halte mich an die Notation, die Georg Holzer in UzU verwendet: Urslavische Reallautungen werden durch Asteriskus und kursiven Fettdruck gekennzeichnet (z. B. *wermēn), urslavische Morpheme (morphematische Notation) werden durch Circellus und Kursivdruck gekennzeichnet (z. B. °wert|men|), urslavische Nennlautungen („klassisches“, vorholzersches Urslavisch, spielt hier nur in Kapitel III eine Rolle) werden durch Guillemets gekennzeichnet (z. B. «vermę»). Inkorrekte (zu korrigierende) Formen sind durch ein Doppelkreuz gekennzeichnet (z. B. #°čejt|ø|hī˙w|a, #*sa̱npar˙sinā˙).

Die Abkürzung Tf. steht für Transformation. Stehen nach dem Kürzel Tf. zwei Zahlen, die zweite davon in Klammern, so bezieht sich die erste Zahl auf die Nummer der Transformation in UzU, die zweite, in Klammern stehende, auf die Nummer der Transformation in der Lautmaschine. Falls nach Tf. nur eine Nummer steht (dies betrifft nur die Transformationen 1-4), hat die entsprechende Transformation sowohl in UzU also auch in der Lautmaschine dieselbe Nummer.4

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4 Diese Inkongruenz zwischen UzU und Lautmaschine ergab sich aus der sich im Zuge der Diskussion gewisser Beispiele herauskristallisierenden Notwendigkeit, Transformationen umzustellen, insbesondere aber durch die Ergänzung der Transformation zum Nasalinfix (s. u. Kap. I, 3).

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I. ANMERKUNGEN ZUR MORPHEMATIK

§ 1. Nachdem die Morphematik-Lautmaschine programmiert war, machte ich mich daran, die insgesamt 842 Beispielwörter aus dem Morphematikkapitel von UzU mit Hilfe der Maschine zu überprüfen. Dabei stellte sich heraus, dass 804 der 842 Beispielwörter auf Anhieb das richtige Ergebnis lieferten. Von den 38 abweichenden Wörtern waren 5 auf Programmierfehler meinerseits zurückzuführen; nach deren Ausmerzung bedurften schlussendlich lediglich 33 Wörter einer weiteren Klärung.

Ich nahm in Folge Kontakt mit Georg Holzer auf. Die im Folgenden angeführten Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge ergaben sich aus der E-Mail-Korrespondenz zwischen Georg Holzer und mir im Zeitraum von Jänner bis März 2022. Im Zuge dieser Korrespondenz konnten alle fraglichen Beispiele geklärt werden, wobei verschiedene Wege zur Lösung führten. So war es bei manchen Beispielen notwendig, das phonetische Output (die Reallautung) zu korrigieren, bei anderen bedurfte der morphematische Ansatz einer Korrektur, manchmal war es notwendig, eine Transformation zu präzisieren bzw. um eine Bedingung zu erweitern. Die Ergänzung der Transformation zum Nasalinfix hatte die weitreichendsten Folgen, denn dadurch erhöhte sich die Zahl der Transformationen und es wurden gewisse Umstellungen notwendig. Nun funktioniert die Lautmaschine mit allen Beispielen einwandfrei.

§ 2. Ich behandle nun jene Beispielwörter, die Anlass zur Diskussion gaben, und führe die jeweiligen Lösungen an, wobei ich die Fälle nach der jeweils gefundenen Lösung klassifiziere.

§ 2.1. Beispielwörter, die eine Korrektur der Reallautung verlangen.

§ 2.1.1. °le˙j|ì|ā̱˙|tē̱j [135 (2)]. Das Wort kommt auf Seite 135 zwei Mal vor. Beim ersten Vorkommen (Zeile 13 von unten) ist das phonetische Output korrekt angeführt: *lī˙jā̱˙tēj. Beim zweiten Vorkommen (Zeile 7 von unten) ist die erste Silbe anstatt der zweiten betont, (#*lı̱̄˙jā˙tēj). Diese Form ist zu *lī˙jā̱˙tēj zu korrigieren.

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§ 2.1.2. °san|è̱é˙|bē̱l|ā̱˙ [196], °san|è̱é˙|pars|in|ā̱˙, [195], °san|è̱é˙|pars| in|ā̱˙~j|ā̱˙~è̱ [195, 200], °san|q|pars|in|ā̱˙~j|ā̱˙~è̱ [155, 156, 199, 200], °san|q|pēs|ü̱k|u [199, 200], °san|q|bal|est|in|u [199, 215], °san|q|bal| est|in|ā̱˙ [146, 199, 215]. Bei diesen Beispielen wurde Tf. 18 (19), in concreto die Assimilation °nb, °np zu *mb, *mp, nicht durchgeführt, sodass sich die falschen Reallautungen #*sa̱nbē˙lā˙, #*sa̱npar˙sinā˙ etc. ergaben. Diese sind zu *sa̱mbē˙lā˙, *sa̱mpar˙sinā˙ etc. zu korrigieren.

§ 2.1.3. °per|per|è̱˙ük|ā̱˙ [211] und °per˙|per˙|è̱˙ük|ā̱˙ [211]. Bei den in UzU angegebenen Reallautungen #*perpe̱ruka und #*per˙pe̱ruka fehlen jeweils Makron und Akut am Ende. Die Formen sind daher zu *perpe̱rukā˙ und *per˙pe̱rukā˙ zu korrigieren.

§ 2.1.4. °zwin˙g|ḕ̱ā˙|tē̱j [143]. Hier ist die Reallautung #*zwi̱n˙gā˙tē̱j zu *zwi̱n˙gā˙tēj zu korrigieren, also das Betonungszeichen in der Ultima zu tilgen.5

§ 2.2. Beispielwörter, die eine Korrektur des morphematischen Ansatzes verlangen.

§ 2.2.1. #°brews|ø|è̱˙ā̱˙|tē̱j [198]. Die Lautmaschine generiert falsches #*bru̱sā˙tēj, da der Akut nicht auf das durch das Wirken von Tf. 2 entstandene silbische w vorverlegt werden kann. Die Lösung liegt im Ansatz eines morphematischen Akuts, der korrekte morphematische Ansatz lautet also °brew˙s|ø|è̱˙ā̱˙|tē̱j. Dieser führt dann zu dem erwarteten *brū̱˙sā˙tēj. Aus Gründen der Konsistenz ist auch in den Beispielen #°brews|à|in|ı̱̄˙k|ā̱˙ [198] und #°aw|è̱é˙|brews|à|u [198] die Wurzel mit demselben morphematischen Akut anzusetzen, so dass die korrekten morphematischen Formen dieser Wörter °brew˙s|à|in|ı̱̄˙k|ā̱˙ und °aw| è̱é˙|brew˙s|à|u lauten, was an der phonetischen Oberfläche *braw˙sinı̱̄˙kā˙ (statt #*brawsinı̱̄˙kā˙) und (nach wie vor) *a̱wbraw˙su6 ergibt.

§ 2.2.2. #°čejt|ø|hī˙w|a [180], #°ger|à|hī˙w|a [190], #°se˙k|hī˙w|a [189], #°wer|à|ḕ|hī˙w|a [189], #°winz|hī˙w|a [189]. Die Maschine generiert die falschen Formen #*čitı̱̄˙wa, #*garı̱̄˙wa, #*sē˙čı̱̄˙wa, #*wārı̱̄˙wa, ←12 | 13→#*winzı̱̄˙wa, also mit falscher Betonung auf der Pänultima. Diese ist durch das Wirken von Tf. 5 (6), Hirts Gesetz, entstanden. Die Lösung des Problems liegt in dem Ansatz der Endung °hī˙w|h|a, also im Einschub des flüchtigen Elements °h vor der Ultima, wodurch alle vorangehenden Betonungen getilgt werden und sich die korrekten Formen *čitī˙wa, *garī˙wa, *sē˙čī˙wa, *wārī˙wa, *winzī˙wa ergeben. Die korrekten morphematischen Ansätze der fünf Beispielwörter lauten also: °čejt|ø|hī˙w| h|a, °ger|à|hī˙w|h|a, °se˙k|hī˙w|h|a, °wer|à|ḕ|hī˙w|h|a, °winz|hī˙w|h|a.

§ 2.2.3. #°dam|ew|è̱|u̱u [142] und #°rā̱˙k|u̱u [164] (Gen. Pl. der u-Stämme). Hier generiert die Maschine nach Tf. 16 (17) falsches #*dama̱wuwu bzw. #*rā̱˙kuwu. Die Lösung ergibt sich durch den Ansatz der Genitiv-Plural-Endung als °uʔu. Ich zitiere Georg Holzer aus unserer Korrespondenz: „ʔ ist ein außerordentliches flüchtiges Segment, das ansonsten im Zuge der Transformation 2 entsteht und der Wiederherstellung eines Hiatus dient. Siehe H20c [=UzU, Anm. H.W.]: 134-135. °ʔ geht erst durch die Tf. 23 verloren, die Tf. 23 counterfeedet also die Tf. 16. Siehe H20c: 154. Jetzt gibt es °ʔ also auch auf der untersten morphematischen Ebene.“ Die korrekten morphematischen Ansätze der beiden Wörter lauten demnach °dam|ew|è̱|u̱ʔu und °rā̱˙k|u̱ʔu.

§ 2.2.4. #°dā˙|n|u [207], #°krū˙|ā˙w|u [219], #°dū˙m|ā˙w|u [128]. Die Maschine lässt Hirts Gesetz, Tf. 5 (6), wirken und generiert falsches #*dā̱˙nu, #*kruwā̱˙wu, #*dū˙mā̱˙wu. Der Einschub eines flüchtigen Segments h bringt die Lösung. Der morphematische Ansatz dieser drei Beispiele lautet also korrekt °dā˙|nh|u, °krū˙|ā˙wh|u, °dū˙m|ā˙wh|u. Dies führt dann auch zu den korrekten Reallautungen *dā˙nu, *kruwā˙wu, *dū˙mā˙wu.

§ 2.3. Beispielwörter, die eine Korrektur (Umformulierung und/oder Ergänzung) einer Transformation verlangen.

§ 2.3.1. °dam|ew|ø˙ [157], °tr|ej|˙ø [177]. Bei diesen beiden Beispielen wird Tf. 10 (11), Dehnung durch Akut, nicht durchgeführt, die Maschine generiert falsches #*damu˙ und #*tri˙. Die Beispiele werden richtig gelöst (*damū˙, *trī˙), wenn man die Dehnung durch Akut auch am Wortende zulässt und bei der Definition von Tf. 10 (11) auf [144] nach „[…] neben einem Konsonanten“ die Wortfolge „oder am Wortende“ einfügt.

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 14→

§ 2.3.2. °dam|ew|øḕ|n˙ [158]. Die Maschine lässt in der Gruppe *°Cwn die Tf . 7 (6) gemäß der Definition auf [142] am zweiten Sonanten wirken und löst sie zu #Cwin auf. Tf. 9 (10) wirft dann folgerichtig die Länge auf das a in der ersten Silbe. Es ergibt sich somit die falsche Form #*dāmwin˙. Die Form wird richtig, wenn Tf. 7 (6) [142] um folgende Bedingung erweitert wird: „Steht zwischen den beiden Sonanten ein (oder ḕ˙ oder oder ḕ˙), greift Tf. 7 nur am ersten Sonanten.“ (Georg Holzer, Zitat aus Korrespondenz)

§ 2.3.3. °swekr|ū˙|e [148]. Hier lässt die Lautmaschine Hirts Gesetz, Tf. 6 (5) wirken und generiert #*swekru̱we. Als Lösung ist Tf. 6 (5) wie folgt zu ergänzen: „Hirts Gesetz (Tf. 6) soll nicht gelten, wenn zwischen den Vokalen von Pänultima und Ultima als einziger Konsonant ein Akut steht.“ (Georg Holzer, Zitat aus Korrespondenz) Nach der Programmierung dieser Ergänzung generiert die Lautmaschine nun korrektes *swekruwe.

§ 2.3.4. °su|è̱é˙|mer|ø|t|ej|ø [196]. Hier generiert die Lautmaschine falsches #*su̱mirti, der Akut in Tf. 3 wird nicht auf das in Tf. 2 entstandene silbische r übertragen, denn in der Definition von Tf. 3 heißt es: „Von einem è˙ kopiert die nächstvorangehende und von einem é˙ die nächstfolgende Silbe, wenn sie zweimorig ist und noch keinen Akut hat, den Akut.“ [136] Zur Lösung des Problems sollte diese Bedingung dahingehend erweitert werden, dass auch silbische Liquiden akutfähig sind. Die neue Definition könnte also lauten: „Von einem è˙ kopiert die nächstvorangehende und von einem é˙ die nächstfolgende Silbe, wenn sie zweimorig ist oder eine silbische Liquida enthält und noch keinen Akut hat, den Akut.“7

§ 2.4. Beispielwörter, die eine Korrektur des morphematischen Ansatzes und eine Korrektur einer Transformation verlangen.

§ 2.4.1. #°bātā̱wj|hjā̱˙n|e [153, 225], #°palj|hjā̱˙n|e [154, 225]. Hier interpretiert die Lautmaschine das jeweils erste j als silbisch und generiert folglich falsches #*bātāwijā̱˙ne und #*palijā̱˙ne. Die Lösung ←14 | 15→liegt im Ansatz der Endung °-ohjā̱˙n|e, also im Einschub des flüchtigen Segments o. Die korrekten morphematischen Ansätze der beiden Beispiele lauten daher °bātā̱wj|ohjā̱˙n|e und °palj|ohjā̱˙n|e. Außerdem muss die Regel betreffend das flüchtige Segment o dahingehend erweitert werden, dass dieses Element generell berücksichtigt wird, nicht nur in Tf. 6 (5), Hirts Gesetz, wo es dazu dient, diese Tf. ins Leere laufen zu lassen. Ich schlage daher vor, die Erklärung des flüchtigen Segments o ([131], Ende des ersten Absatzes) um den folgenden Passus zu erweitern: „[…] oder die Vokalisierung eines zwischen zwei Konsonanten stehenden Sonanten zu verhindern (z. B. °palj|ohjā̱˙n|e14 22 23 *paljā̱˙ne «pol´ane»).“

§ 3. Die Nasalinfigierung8

Es gibt im Slavischen vier Fälle mit Nasalinfix. Diese betreffen die Verben aksl. sěsti, lešti, obrěsti und byti, bei welchen der Präsensstamm mit Nasalinfix gebildet wird. Die Formen der 1. Person Präsens dieser Verben lauten aksl. sędǫ, lęgǫ, obręštǫ und bǫdǫ mit Nasalvokal in der Wurzel als Reflex des Nasalinfixes. Die urslavischen Reallautungen sind als *se̱n˙dān, *le̱n˙gān, *abrē̱n˙tjān und *bu̱n˙dān anzusetzen, das Nasalinfix erscheint also in der Form *. (Zum Akut vgl. Klotz 2017, 34.)

Die Nasalinfigierung fehlt in UzU. Da sie – wie etwa auch der Ablaut – Allomorphe bildet, wäre sie aber als eigene Transformation mit einem eigenen flüchtigen Segment, welches die Nasalinfigierung auslöst, anzusetzen. Ich schlage °ǹ˙ als flüchtiges Segment vor und für die Transformation folgende Definition: „Das flüchtige Segment °ǹ˙ generiert das Nasalinfix; es bewirkt den Einschub von nach dem nächstvorangehenden beständigen Vokal: °le̱g|ǹ˙|ān ≥ *le̱n˙gān «lęgǫ», °se̱d|ǹ˙|ān ≥ *se̱n˙dān «sędǫ», °ab|rē˙t|ǹ˙|j|ān / °ab|rē̱˙t|ǹ˙|j|ān9 ≥ *abrē̱n˙tjān ←15 | 16→«obręt´ǫ», °bew˙|øǹ˙|d|ān ≥ *bu̱n˙dān «bǫdǫ».“ Die Nasalinfigierung muss vor dem Schwund von Akuten und nach Hirts Gesetz stattfinden, was eine Umstellung gewisser Transformationen notwendig machte. Dass diese Umstellung keine negativen Auswirkungen auf die anderen Beispielwörter hat, wurde mit Hilfe der Lautmaschine überprüft.

§ 4. Zusammenfassung der Verbesserungsvorschläge

Im Folgenden werden die Ergebnisse aus dem oben Erörterten tabellarisch zusammengefasst.

§ 4.1. Einzelwörter

←16 |
 17→

§ 4.2. Transformationen

In folgender Tabelle sind alle Transformationen in der Reihenfolge angeführt, in der sie in der Lautmaschine umgesetzt sind (Zahlen in Klammern). Abweichungen zu UzU in der Reihenfolge sind in Spalte 1 angegeben (die Zahlen außerhalb der Klammern bezeichnen die Reihenfolge der Transformationen in UzU), Zusätze zu den Definitionen, die in UzU noch nicht vorhanden, in der Lautmaschine hingegen umgesetzt sind, sind in Spalte 2 angeführt.

Tf.

Bezeichnung der Tf. und evtl. Zusätze

1

Transformation ˙jà ≥ jà

2

Ablaut: Die Wirkung der flüchtigen Elemente à, ø, ì, ù

3

Die Wirkung der flüchtigen Vokale è̱, é̱, è˙, é˙, è̱˙, é̱˙

Zusatz: Auch die silbischen Liquiden müssen akutfähig sein.←17 | 18→

4

Tautosyllabisches ew ≥ jaw

6 (5)

Hirts Gesetz und das flüchtige Segment o Zusatz 1: Das flüchtige Segment o muss generell berücksichtigt werden, nicht nur in Tf. 6 (5).

Zusatz 2: Hirts Gesetz soll nicht gelten, wenn zwischen den Vokalen von Pänultima und Ultima als einziger Konsonant ein Akut steht.

7 (6)

Auflösung sonantischer Monophthonge

Zusatz: Steht zwischen zwei Sonanten ein (oder ḕ˙ oder oder ˙), greift Tf. 7 (6) nur am ersten Sonanten.

- (7)

Das flüchtige Segment ǹ˙ (Nasalinfix)

Zusatz: Diese Tf. ist neu hinzugekommen, s. o. Punkt 3.

5 (8)

Schwund von Akuten

8 (9)

Transformation ew ≥ aw und ej ≥ ij

9 (10)

Dehnstufe: Die Wirkung der flüchtigen Vokale ḕ, , ḕ˙, ˙

10 (11)

Dehnung durch Akut

Zusatz: Die Dehnung durch Akut muss auch am Wortende stattfinden.

11 (12)

Transformation r˙j ≥ rj und l˙j ≥ lj

12 (13)

Transformation des segmentalen Akuts in einen prosodischen

13 (14)

Die Wirkung der flüchtigen Segmente h, q, ḥ

14 (15)

Schwund der „ordentlichen“ flüchtigen Segmente

15 (16)

Schwund der hinteren Betonungen

16 (17)

Transformation u, u˙, ū, ū˙ ≥ uw; i, i˙, ī, ī˙ ≥ ij

17 (18)

Erste Palatalisierung←18 | 19→

18 (19)

Assimilationen und Dissimilationen

19 (20)

Konsonantenausfälle

20 (21)

Transformation ü ≥ ju/u, ǟ ≥ jā/ā

21 (22)

Transformation gn ≥ gń

22 (23)

Transformation jj, j˙j ≥ j

23 (24)

Schwund der „außerordentlichen“ flüchtigen Segmente

←19 |
 20→

5 Das Beispielwort kommt nochmals auf [218] vor, wo alles korrekt ist.

6 Bei °aw|è̱é˙|brew˙s|à|u führt wegen é˙ auch #°aw|è̱é˙|brews|à|u zu demselben Ergebnis, d.h., es macht in diesem Fall keinen Unterschied, ob die Form mit morphematischem Akut angesetzt wird oder nicht.

7 Die Idee, gleich alle silbischen Sonanten (also neben r, l auch m, n, j, w) akutfähig zu machen, scheidet wegen des Gegenbeispiels °pra|è̱é˙|kwejt|ø|u, welches dann zu falschem #*pra̱kwī˙tu würde, aus.

8 Ich danke meinem Kollegen Emanuel Klotz für seine wertvollen Hinweise im Zusammenhang mit der Nasalinfigierung.

Details

Seiten
220
Jahr
2023
ISBN (PDF)
9783631899304
ISBN (ePUB)
9783631899311
ISBN (Paperback)
9783631899298
DOI
10.3726/b20781
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2023 (April)
Erschienen
Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2023. 220 S.

Biographische Angaben

Helmut Weinberger (Autor:in)

Helmut Weinberger, Jahrgang 1964, studierte in Innsbruck Slavistik, Klassische Philologie und Sprachwissenschaft. Im Jahre 2000 wurde er zum Dr. phil. promoviert, 2009 folgte die Habilitation. Seitdem ist er als außerordentlicher Universitätsprofessor am Institut für Slawistik der Universität Innsbruck in den Forschungs- und Lehrbetrieb eingebunden. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Diachrone Sprachwissenschaft, Südslavistik, Phraseologie und Computerlinguistik.

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