Goetz irrt nicht.
Oder: Was Zeitschriftenforschung zu leisten hat 2. Lieferung (Schluss)
48 Pages
Open Access
Journal:
Jahrbuch für Internationale Germanistik
Volume 57
Issue 3
Publication Year 2025
pp. 1 - 48
Summary
Epistemisch auf Systematisierung und medial auf monographische Abschließung hinarbeiten zu wollen, setzt eine Beunruhigung voraus, die vom Neuen gleichermaßen als Störung wie als Überwindung des Etablierten bzw. des Vertrauten und Gewissen ausgehen kann. Jeder Versuch, einer solchen Verunsicherung Herr zu werden (und sei es, indem das Neue als ‚Überwindung‘ von Krisen propagiert wird), rechnet immer mit dem vorhandenen ‚System‘ des Wissens, hat also mit ihm zurande zu kommen. Kurz: Das Systematisierungsbegehren zehrt vom Bedürfnis nach Ordnung, egal ob alter oder neuer. Es versucht deshalb zunächst, zu sortieren und in/die Bestände einzugliedern. Wenn aber die Aufmerksamkeit auf die neuen Daten nicht erlischt und ihre Systematisierung auch mit Ad hoc-Abgleichen des Unverträglichen nicht mehr gelingen will, geht die Genese neuer Ordnung mit der Auflösung oder Involution alter Ordnung einher. Um den aufwändigen Schaden am Wissensbestand möglichst gering zu halten, gehört es deshalb auch zum Modus der Verhandlung, schon vorab mögliche Folgen aus Auflösung und Neuordnung abzuschätzen.
Details
- Pages
- 48
- DOI
- 10.3726/JIG573_1
- Open Access
- CC-BY
- Publication date
- 2026 (April)
- Product Safety
- Peter Lang Group AG