Goethes Philosophie des Geldes und virtuelle Ökonomie der Gegenwart in China: Über Papiergeld in Goethes Faust II
30 Pages
Open Access
Journal:
Jahrbuch für Internationale Germanistik
Volume 58
Issue 1
Publication Year 2026
pp. 117 - 146
Summary
Zu Goethes Zeit existierte bereits das Papiergeld als frühere Form der virtuellen Ökonomie. In poetischer Weise erörterte Goethe in Faust II Entstehungshintergründe, Schaffungstechnik und Ausgabemethode des Papiergeldes, wobei er insbesondere auf dessen positive und negative Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben hinwies. Die Frage, wie das Risiko der wirtschaftlichen Virtualisierung zu vermeiden ist, überließ Goethe der Nachwelt. Nach mehr als zweihundert Jahren hat die Virtualisierung in der Wirtschaft mit der Finanzialisierung und Digitalisierung zwar ein neues Gesicht angenommen, aber ihre Funktionslogik, ihr Vorteil und ihr Risiko stehen noch immer in enger Verwandtschaft mit dem Papiergeld der Goethezeit. Chinas Konzept, durch angemessene Regulierung des Finanzwesens und technologische Verbesserungen des digitalen chinesischen Yuan (e-CNY) den Risiken der virtuellen Wirtschaft zu begegnen, kann als eine Antwort auf die von Goethe hinterlassene Frage gesehen werden. Ferner beweist die vorausschauende Thematisierung der Währungsproblematik in Faust den transkulturellen Wert und die transdisziplinäre Bedeutung der Literatur im Zeitalter der neuen Technologien.
Details
- Pages
- 30
- DOI
- 10.3726/JIG581_117
- Open Access
- CC-BY
- Publication date
- 2026 (May)
- Product Safety
- Peter Lang Group AG