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Bauen und Erhalten in al-Andalus

Bau- und Restaurierungspraxis in der Moschee-Kathedrale von Córdoba

Francine Giese

Die Moschee-Kathedrale von Córdoba zählt zu den Hauptwerken spanisch-islamischer Architektur und markiert als erster Monumentalbau von al-Andalus den Beginn einer der fruchtbarsten Phasen westislamischer Architektur. Welches sind die bautechnologischen Merkmale des Baus und wie ist er innerhalb der islamischen Architektur zu verorten? Welche Veränderungen durchlief die umaiyadische Hauptmoschee von Córdoba nach ihrer Weihung zur Kathedrale im Jahre 1236 und inwiefern beeinflusste diese neue Nutzungsphase die Denkmalpflegestrategien des 19. und 20. Jahrhunderts? Eine kritische Untersuchung der Bau- und Restaurierungspraxis in der einst wichtigsten Moschee des islamischen Westens bietet neue Erkenntnisse zur Architektur von al-Andalus und dem nicht immer einfachen Umgang Spaniens mit seinem islamischen Erbe.

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1 Einleitung

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1 Einleitung

Bauen und Erhalten in al-Andalus – ein weit gefasster Titel, der einiger Präzisierung bedarf. Wie Johannes Cramer im Vorwort zur 1987 erschienenen Publikation Bauforschung und Denkmalpflege. Umgang mit historischer Bausubstanz darlegte, gehen beide im Titel genannten Disziplinen, Bauforschung und Denkmalpflege, die auch im Zentrum der vorliegenden Untersuchung stehen, eine mitunter verhängnisvolle Beziehung ein, bei der die „forschende Zerstörung des Gegenstandes mit dem Ziel des abstrakten Erkenntnisgewinns […] die denkmalpflegerische, auf die Erhaltung der Substanz gerichtete Absicht ad absurdum“ führt1. Dennoch ist Denkmalpflege ohne Bauforschung fast ebenso unsinnig wie Bauforschung ohne Berücksichtigung denkmalpflegerischer Eingriffe. Und diese wurden im 19. und 20. Jh. von unterschiedlichen Normen und Gesetzen geregelt und von ebenso unterschiedlichen Kriterien und Ansätzen bestimmt, wie im zweiten Teil der Untersuchung ausführlich erläutert wird. Dabei lassen sich nicht nur unterschiedliche Methoden, sondern auch unterschiedliche Konzepte nachweisen, die Hannes Eckert, Joachim Kleinmanns und Holger Reimers in ihrer 2000 erschienenen Publikation Denkmalpflege und Bauforschung. Aufgaben, Ziele, Methoden wie folgt definiert haben: so führt die „Anerkennung der geschichtlichen Entwicklung des Bauwerks bis in die Gegenwart“ zu den von den Autoren mit den Begriffen Alternlassen, Pflegen (Instandhalten) und Konservieren (Sichern) erfassten Konzepte, während sie beim „Umformen der geschichtlichen Entwicklung“ zwischen Reparieren (Instandsetzen), Erneuern (Sanieren) und Rekonstruieren (Restaurieren) unterscheiden2. Die im Rahmen der vorliegenden Untersuchung dokumentierten Instandsetzungs- und Wiederherstellungsmassnahmen sind dabei primär der zweiten Kategorie zuzuordnen. Die bei ihrer Erfassung verwendeten Begriffe Intervention und Restaurierung, die den in den spanischen Originaldokumenten prim...

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