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Naturally Hypernatural I: Concepts of Nature

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Edited By Suzanne Anker and Sabine Flach

Nature, a topic central to art history, is concurrently a dominant concept in contemporary art, art theory and its related disciplines such as cultural theory, philosophy, aesthetic theory and environmental studies. The project Naturally Hypernatural questions lines of tradition and predetermined categories that coexist with the topic of nature. Currently, nature in art surpasses the simple depiction of art as a material or object. To clarify and analyze the interrelations between nature and art is the aim of the project Naturally Hypernatural. Concepts of Nature – the first volume of this project – argues that contemporary art is predominantly concerned with concepts of nature regarding the depth of their implications in order to reveal and analyze their internal structure.

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Notizen über ein Feld

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LOIS WEINBERGER

Ich möchte über ein Feld reden, das ich beobachte und erlebe, über einen Ort, an dem sich das Lebendige sichtbar über das Ordnende zeigt, wo die Unmöglichkeit einer Vernichtung immer wieder aus ihrem Gegenteil, aus denkbaren Folgen des Nichtsterilen in die gewagte Zukunft erblüht, ein Ruderal als Motor und Inhalt meiner Arbeit. Ruderal kommt vom lateinischen rudis = wild und kunstlos. Die Pflanze steht für die Brisanz von Themen von der Ernährung bis zu den Migrationsprozessen unserer Zeit, für alle uns umgebende Systeme – dies ist so eine Art Leitfaden meiner Arbeit. Seit 1988 arbeite ich im Gebiet – so ohne Hecke – in aller Öffentlichkeit, tausche Böden aus, beobachte Verhältnisse, sehe mich nach Brauchbarem um – ist das nicht politische und angewandte Schönheit – die Weltkarte als Brachland.

Von 1988‐1999 legte ich an der Peripherie von Wien ein Ruderal Gebiet an, das als Saatgut‐Speicher und Verteiler diente für ungeliebte Pflanzen, sogenannte Unkräuter – Underdogs. Ich untersuchte aufgelassene Schotterhalden, Stadtbrachen und ähnliches – brachte die Pflanzen in mein Gebiet ein, vermehrte sie, um sie wiederum an Orten auszusetzen, die nicht als meine ausgewiesen und an denen sie verschwunden waren. Pflanzentransfers im Landschaftsgebiet wie auch im städtischen Raum – in urbanen Zentren wie Berlin, wo ich 1994‐95 ein Jahr mit einem Stipendium am Künstlerhaus Bethanien verbrachte.

Dort entstanden auch auf meinen Forschungsgängen durch die Stadt die kartographischen Arbeiten – Stadtpläne, in denen ich...

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