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Überzeugungen zu frühkindlichen Bildungs- und Lernprozessen und die damit implizierten Aufgaben

Eine qualitative Studie in Kindertageseinrichtungen der deutschsprachigen Schweiz

Katrin Schaerer-Surbeck

Der Bedarf an frühkindlichen Betreuungseinrichtungen ist unbestritten und ihnen werden neue Funktionen zugeschrieben: Individuelles Begleiten und Unterstützen von frühkindlichen Bildungs- und Lernprozessen. Damit steht das Personal vor neuen Herausforderungen.

Wenn ein Paradigmenwechsel hin zu einem «Bildungsauftrag» angestrebt wird, lässt sich dies nicht über die Köpfe des frühpädagogischen Fachpersonals hinweg realisieren. Deren Verständnis und Überzeugungen beeinflussen zentral die Umsetzung der neuen Anforderungen.

In der vorliegenden Untersuchung wird der Frage nachgegangen, wie die Fachpersonen ihre Aufgaben in Bezug auf das Begleiten von frühkindlichen Bildungs- und Lernprozessen beschreiben. Dabei sollen, und so ist die qualitative Studie angelegt, die Protagonisten und mehr noch die Protagonistinnen selber zu Wort kommen. Ihre Überzeugungen werden in ihrer Komplexität aufgefächert und dargestellt. Die Studie leistet einen Beitrag zur aktuellen Bildungs-, Qualitäts- und Professionalisierungsdebatte im Frühbereich.

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3. Theoretischer Hintergrund II: Überzeugungen

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3.    Theoretischer Hintergrund II: Überzeugungen

In diesem Kapitel werden die Überzeugungen im Fokus des Interesses stehen, wie sie definiert werden und welche Funktionen und Merkmale ihnen zugeschrieben werden, auch im Professionalisierungsdiskurs. Es folgen relevante Forschungsuntersuchungen, die sich im Frühbereich mit Einstellungen des Fachpersonals befasst haben.

3.1    Überzeugungen zu Bildungs- und Lernprozessen

Es ist davon auszugehen, dass frühpädagogische Fachpersonen, deren ursprüngliche Aufgabenbereiche die Betreuung und Erziehung umfasste, individuelle Ansichten und Überzeugungen zum (neuen) „Bildungsauftrag“ haben und diese ihre Handlungen im pädagogischen Alltag massgeblich beeinflussen. Gerade in komplexen, wissenschaftlich erst ansatzweise erschlossenen Arbeitsbereichen, wie dies auf den Kontext der Kindertageseinrichtungen zutrifft (vgl. Viernickel & Simoni 2008; Stamm et al. 2009), leiten diese Auffassungs- und Überzeugungssysteme das Handeln meist sehr viel stärker als fachspezifisches Berufswissen und wissenschaftliche Theorien (vgl. Bromme, Rheinberg, Minsel, Winteler & Weidenmann, 2006; Wahl, 2001, 2002 in Helmke 2009).

Wenn nun in der Elementarpädagogik ein Paradigmenwechsel hin zu einer „Reform des Bildungsauftrages“ (vgl. Fthenakis 2003, S. 10) angestrebt wird, lässt sich dies deshalb nicht über die Köpfe der pädagogischen Mitarbeitenden hinweg realisieren. Deren Verständnis und Einstellung gegenüber der frühkindlichen Bildung und deren Annahmen über das Lernen von kleinen Kindern beeinflussen zentral die Umsetzung der neuen Anforderungen im pädagogischen Alltag (in Anlehnung an Rank 2008).

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