Show Less
Restricted access

Überzeugungen zu frühkindlichen Bildungs- und Lernprozessen und die damit implizierten Aufgaben

Eine qualitative Studie in Kindertageseinrichtungen der deutschsprachigen Schweiz

Katrin Schaerer-Surbeck

Der Bedarf an frühkindlichen Betreuungseinrichtungen ist unbestritten und ihnen werden neue Funktionen zugeschrieben: Individuelles Begleiten und Unterstützen von frühkindlichen Bildungs- und Lernprozessen. Damit steht das Personal vor neuen Herausforderungen.

Wenn ein Paradigmenwechsel hin zu einem «Bildungsauftrag» angestrebt wird, lässt sich dies nicht über die Köpfe des frühpädagogischen Fachpersonals hinweg realisieren. Deren Verständnis und Überzeugungen beeinflussen zentral die Umsetzung der neuen Anforderungen.

In der vorliegenden Untersuchung wird der Frage nachgegangen, wie die Fachpersonen ihre Aufgaben in Bezug auf das Begleiten von frühkindlichen Bildungs- und Lernprozessen beschreiben. Dabei sollen, und so ist die qualitative Studie angelegt, die Protagonisten und mehr noch die Protagonistinnen selber zu Wort kommen. Ihre Überzeugungen werden in ihrer Komplexität aufgefächert und dargestellt. Die Studie leistet einen Beitrag zur aktuellen Bildungs-, Qualitäts- und Professionalisierungsdebatte im Frühbereich.

Show Summary Details
Restricted access

4. Forschungsdesign und Methode

Extract

4.    Forschungsdesign und Methode

In diesem Kapitel wird vorerst auf die Ausgangslage und den konzeptuellen Kontext der Untersuchung eingegangen. Anschliessend werden das Forschungsziel und die Forschungsfragen dargestellt. Es folgt die Methodenbegründung und die Darstellung des Erhebungsinstrumentes. Nach der Datenerhebung wird schliesslich die Datenaufbereitung und -auswertung Thema der Erörterung sein.

4.1    Ausgangslage und konzeptueller Kontext der Untersuchung

Zusammenfassend sei hier noch einmal festgehalten, dass vor allem durch den gesellschaftlichen, demografischen und wirtschaftlichen Wandel und, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen, die Nachfrage nach familienergänzenden Angeboten in den letzten 20 Jahren auch in der Schweiz massiv gestiegen ist (vgl. BFS 2010; SKBF 2014).1 Parallel dazu haben die Säuglings- und Kleinkindforschung (vgl. z. B. Gopnik et al. 2001; Wicki et al. 2002; Dornes 2009) sowie neurologische Untersuchungen (vgl. z. B. Hüther 2004; Singer 2006) dem Frühbereich zu neuem Aufschwung verholfen. Diese Untersuchungen weisen darauf hin, dass wichtige Meilensteine für Lern- und Entwicklungsprozesse bereits in der frühen Kindheit gelegt werden (vgl. Gopnik et al. 2001; Wicki et al. 2002; Dornes 2009). Damit rückten auch Qualitätsfragen ins Blickfeld des frühpädagogischen Diskurses. Eine Folge dieser Erkenntnisse und Diskussionen ist, dass das frühpädagogische Fachpersonal mit neuen Anforderungen bzw. mit neuen Aufgaben konfrontiert wird. Bisher zuständig für die Bereiche Erziehung und Betreuung, kommt nun ein neuer Bereich ← 103 | 104 → dazu: Bildungs- und Lernprozesse junger Kinder individuell und gezielt zu begleiten, zu...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.