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Die Bedeutung der Rezeptionsliteratur für Bildung und Kultur der Frühen Neuzeit (1400–1750) IV

Beiträge zur vierten Arbeitstagung in Palermo (April 2015)

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Edited By Laura Auteri, Alfred Noe and Hans-Gert Roloff

In Fortsetzung des Arbeitsprogramms der Forschungsgruppe widmet sich dieser Band einer ungewohnten Perspektive der Rezeptionsliteratur, nämlich der Aufnahme von historischen Figuren und literarischen Werken der frühen Neuzeit in der deutschen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. Von der Melusinenlegende bis zu den utopischen Entwürfen des 17. Jahrhunderts wird das Fortleben dieser Stoffe an zahlreichen Beispielen illustriert. Dabei stellt sich heraus, dass geeignete Figuren sehr häufig für die nationalistische Propaganda der Moderne instrumentalisiert werden.

Der Festvortrag von P. Andersen über die staufische Literatur enthält eine bemerkenswerte These zur Identität von Hartmann von Aue.

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Plautus im Nonnenkloster (Alfred Noe)

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Plautus im Nonnenkloster

Alfred Noe (Wien)

Zusammenfassung: In der Tradition der deutschen Visionen von Italiens Renaissance projiziert C. F. Meyer in seiner Novelle Plautus im Nonnenkloster seine Vorstellungen von italienischen Intellektuellen und süddeutschen Klosterschwestern in den Rahmen der Handschriftenfunde durch Poggio Bracciolini während des Konzils von Konstanz. Es soll hier gezeigt werden, wie diese Wiederbelebung der Zeit im Inhalt mit dem Versuch verbunden wird, eine exemplarische Novelle nach der aus Italien stammenden Gattungstradition zu schaffen. Formal wird nämlich eine mehrfach gestufte Binnenerzählung (auf erster Ebene von Poggio, auf zweiter Ebene vor allem von Hans und Gertrude) geboten, inhaltlich eine beispielhafte Überlistungsnovelle, in der Erzählstrategie und moralische Botschaft zusammenfallen. Es stellt sich heraus, dass Meyer konfessions- und kulturgeschichtliche Aspekte beispielhaft mit unterhaltsamer Erzählung zu verbinden versteht.

Stichworte: Johann Jakob Wilhelm Heinse; Conrad Ferdinand Meyer; Gian Francesco Poggio Bracciolini, Humanismus, Konzil Konstanz, Novelle.

Die Verherrlichung der italienischen Renaissance und ihrer übermenschlichen Künstlerfiguren beginnt in der deutschsprachigen Literatur mit einem gewaltigen Donnerschlag: Johann Jakob Wilhelm Heinses (1746–1803) Roman Ardinghello und die glückseeligen Inseln. Eine Jtaliänische Geschichte aus dem sechtzehnten Jahrhundert (Lemgo 1787). Der viele körperliche und geistige Vorzüge in sich vereinigende junge Maler Ardinghello durchwandert um die Mitte des 16. Jahrhunderts die großen italienischen Städte, um die bedeutenden Stätten der alten und neuen Kunst zu sehen. Die zahlreichen und detailgenauen Beschreibungen der jeweiligen Kunstwerke werden unterbrochen von den Schilderungen der...

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