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Die Bedeutung der Rezeptionsliteratur für Bildung und Kultur der Frühen Neuzeit (1400–1750) IV

Beiträge zur vierten Arbeitstagung in Palermo (April 2015)

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Edited By Laura Auteri, Alfred Noe and Hans-Gert Roloff

In Fortsetzung des Arbeitsprogramms der Forschungsgruppe widmet sich dieser Band einer ungewohnten Perspektive der Rezeptionsliteratur, nämlich der Aufnahme von historischen Figuren und literarischen Werken der frühen Neuzeit in der deutschen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. Von der Melusinenlegende bis zu den utopischen Entwürfen des 17. Jahrhunderts wird das Fortleben dieser Stoffe an zahlreichen Beispielen illustriert. Dabei stellt sich heraus, dass geeignete Figuren sehr häufig für die nationalistische Propaganda der Moderne instrumentalisiert werden.

Der Festvortrag von P. Andersen über die staufische Literatur enthält eine bemerkenswerte These zur Identität von Hartmann von Aue.

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Historisch bedingt. Zu den verschiedenen Gestaltungen des Stoffes der Jüdin von Toledo (Isabel Hernández)

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Historisch bedingt. Zu den verschiedenen Gestaltungen des Stoffes der Jüdin von Toledo

Isabel Hernández (Madrid)

Zusammenfassung: Aus einem relativ kurzen Zitat in der Chronica general de los reyes de España, die von Alfons X. verfasst wurde, entwickelte sich eine Legende, die sich als ziemlich reizvoll für die Literatur erwies: die Jüdin von Toledo. Nach dem Bericht der Chronica weilte König Alfons VIII. kurz nach seiner Vermählung mit einer englischen Prinzessin in der Stadt Toledo, wo er sich in eine Jüdin verliebte und mit ihr lebte, ohne sich um sein Reich zu kümmern. Die Affäre wurde bald zu einem der beliebtesten Stoffe der spanischen Literatur, der mit den Bearbeitungen Lope de Vegas in der Frühen Neuzeit einen ersten Höhepunkt erreichte, sodass die Geschichte bald auch ihre Stelle in anderen Literaturen fand. Der Vergleich der bekanntesten Versionen des Themas lässt erkennen, dass alle Autoren ein Bild des historischen Spaniens entwerfen, das ihren jeweiligen politischen Idealen entspricht. Und das einzig und allein aus einem gemeinsamen Grund: Indem sie die Geschichte der tragischen Liebesaffäre von Alfons und der Jüdin beschreiben, verfolgen sie nur ein Ziel, nämlich die Darstellung der Gegenwart, was selbstverständlich in direktem Zusammenhang mit der politischen Denkweise und den historischen Geschehnissen der jeweiligen Entstehungszeit der verschiedenen Versionen steht.

Stichworte: Geschichte Spaniens; spanische Chroniken; Alfons VIII. von Kastilien; Legende der Jüdin von Toledo; spanische Literatur; deutsche Literatur.

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