Show Less
Restricted access

Simpliciana XXXVIII (2016)

Series:

Edited By Peter Heßelmann

Dieser Jahrgangsband der Simpliciana enthält 19 Vorträge, die während der interdisziplinären Tagung zum Thema «Schuld und Sühne im Werk Grimmelshausens und in der Literatur der Frühen Neuzeit» vom 23. bis zum 25. Juni 2016 in Oberkirch und Renchen gehalten wurden. Darüber hinaus fanden zehn weitere Beiträge Eingang in das neue Jahrbuch. In der Rubrik «Rezensionen und Hinweise auf Bücher» werden wie gewohnt Besprechungen von Neuerscheinungen zum simplicianischen Erzähler, zu weiteren Autoren und zur Literatur- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit veröffentlicht.

Show Summary Details
Restricted access

Rainer Hillenbrand: Fiktionale Leserlenkung in Grimmelshausens „Ewig-währendem Calender“. (Helga Meise)

Extract

Rainer Hillenbrand: Fiktionale Leserlenkung in Grimmelshausens „Ewig-währendem Calender“. Hamburg: Verlag Dr. Kovač 2016 (Studien zur Germanistik 58). 168 S.

Um die besondere Stellung von Grimmelshausens Ewig-währendem Calender, dessen von Klaus Haberkamm besorgter Faksimile-Druck von 1967 seit langem ebenso schwer zugänglich ist wie die Originalausgabe von 1671, im Blick auf die ihn auszeichnenden Charakteristika und in seiner Bedeutung für das literarische Gesamtwerk des Autors zu bestimmen, bedient sich Rainer Hillenbrand ausschließlich der textimmanenten Interpretation. Darin liegen die Stärken, aber auch die Schwächen der anzuzeigenden Untersuchung.

Die ersten vier der insgesamt acht Kapitel widmen sich Leserlenkung, Fiktionalität, Diskursivität und Konfessionalität. Gleich eingangs bringt Hillenbrand für den Ewig-währenden Calender, der nach Maßgabe der zeitgenössischen Kalenderliteratur in parallel nebeneinander gedruckten Rubriken verschiedene „Materien“ behandelt, von der Darbietung des Jahresverlaufs unter heilsgeschichtlichen und astrologischen Aspekten bis hin zur Diskussion verschiedener Themen, seine Grundannahme in Stellung, die er aus der Continuatio des Simplicissimus Teutsch montiert: „Dieses Prinzip der gezielten Steuerung eines potentiell widerwilligen Lesers im Sinne der Autorintention liegt Grimmelshausens Schreibabsicht immer zugrunde. Sein Hauptmittel ist dabei die exemplarische Vorführung eines vorbildlichen Ich-Erzählers, der missbilligend von seinen eigenen Fehlern berichtet, um zu zeigen, ,daß so ein schlimmer Gesell‘, wie er selbst einer gewesen ist, ,dannoch die Gnad von GOtt gehabt‘ habe, sein Leben zu ändern und womöglich doch noch ,die seelige Ewigkeit‘ zu erlangen.“ (S. 7–8) Auch wenn die Trennung des Kalenderautors Simplicius von...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.