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Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium Cambridge 2017

Natur, Technik und das (Post-)Humane in den Schriften Alfred Döblins

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Edited By Steffan Davies and David Midgley

Das Verhältnis Mensch – Natur und das Leben in einer technisierten Welt sind Themenbereiche, die Alfred Döblin in seinen Erzählwerken und Essays immer wieder – und in mannigfaltigen Beziehungen – erkundet hat. Die hier versammelten Beiträge bieten neue Einsichten in die Entwicklung von Döblins Natur- und Weltauffassung. Sie befassen sich mit seiner Aufarbeitung der mit der Technik verbundenen Wissenskultur und sozialer Praxis, mit den Beziehungen zwischen seiner Thematik und aktuellen Erörterungen des ‚Posthumanen’ sowie mit Aspekten seiner Erzählpraxis und ethischen Orientierung, die mit diesen Themen verbunden sind. Der Band dokumentiert das 21. Internationale Alfred-Döblin-Kolloquium, das 2017 zum Thema „Natur, Technik und das (Post-)Humane in den Schriften Alfred Döblins" in Cambridge, England, tagte.

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„Da sitz ich in mei’m Stübele und spiel mit runde Stein.“ Erkenntnis der Natur bei Döblin und Goethe

„Da sitz ich in mei’m Stübele und spiel mit runde Stein.“ Erkenntnis der Natur bei Döblin und Goethe

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Christina Althen

Abstract: Döblins medizinische und naturwissenschaftliche Ausbildung war von Anfang an auch auf Naturphilosophie ausgerichtet. Als er dieses Interesse um 1920 vertieft, beginnt seine Wertschätzung für Goethe, er bemerkt die Nähe ihrer beider Art des Sehens. Am Beispiel von Goethes Farbenlehre und Döblins Unser Dasein zeigt sich die Kongenialität ihrer Naturphilosophie. Beide Dichterphilosophen opponierten – wie sich zeigt zu Recht – gegen vorherrschende Meinungen ihrer Epoche. Für Döblins Biographie wird deutlich, dass er auch in Sachen Mineralogie mehr als bisher bekannt auf Goethes Spuren unterwegs war.

Keywords: DöblinGoethe, Natur, Naturphilosophie, Naturwissenschaft, Mineralogie

Mit der Frage nach der Natur trifft das Thema des Kolloquiums den Kern von Döblins Selbstverständnis. Obwohl er Mediziner und Naturwissenschaftler war, haben Fachkollegen und Philosophen wenig Kenntnis von seiner Naturphilosophie genommen, und Literaturwissenschaftler ordnen naturwissenschaftliche Aspekte den poetischen unter. Ein Beispiel für einseitige Wahrnehmung ist die Interpretation der Danksagung in Döblins Dissertation. Hier wird der Nachname „Warburg“ genannt, und die Forschung ging bislang davon aus, dass der Kulturphilosoph Aby Warburg gemeint sei und sah einen Kontext zu Döblins Nietzscherezeption.1 Döblin dankte aber dem Physiker Emil Warburg (1846–1931), seit 1894 Ordinarius in Berlin, bei dem er im Sommersemester 1902 fünfmal pro Woche Experimentalphysik studiert hatte. Wenn man bedenkt, dass Emil Warburgs Thema „Licht und Elektrizität“ war, steht nicht nur Döblins Danksagung in einem anderen Licht, sondern auch sein zentraler naturphilosophischer Begriff der Resonanz, anhand...

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